Lumia 950 (XL): Beste Smartphone-Kamera bisher?

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Ende November oder Anfang Dezember kommen endlich die neuen Windows Mobile Flaggschiffe. Das Lumia 950 (XL) soll DAS Smartphone mit Windows 10 Mobile sein. DAS Smartphone auf das wir gewartet haben. Es ist nicht zu leugnen, dass die technische Ausstattung definitiv die obere Marke von dem ist, was heute sinnvoll möglich ist. 2K-Displays, Octa- bzw. Hexa-Core Prozessoren, 3GB RAM. Da bleibt eigentlich kein Wunsch offen. Microsoft ist aber der Meinung in einem Punkt definitiv Platz 1 zu belegen – Die Kamera der beiden neuen Windows Phones.

Microsoft Lumia 950 Kamera

Natürlich trägt die Kamera wieder das PureView-Label. Auch hat Zeiss natürlich wieder seine Finger im Spiel und natürlich geht man nicht unter 20 Megapixel auf den Markt. Natürlich ist die optische Bildstabilisierung mit dabei, sogar in Version 5 und natürlich hat man die Software verbessert. Alles ist besser als jede einzelne Smartphone-Kamera, die man bisher in den eigenen Lumias verbaut hat. Und angeblich ist auch alles besser, als das was derzeit auf dem Markt ist.

Microsoft lehnt sich extrem weit aus dem Fenster, was man nicht zuletzt an dem Satz »It’s SLR quality, in my opinion.« (zu deutsch: Es ist die Qualität einer Spiegelreflexkamera, meiner Meinung nach.) sieht. Und um das zu unterstreichen, liefert Microsoft natürlich Beispielbilder. Bilder in verschiedenen Situationen, von verschiedenen Leuten, mit verschiedenen Motiven. Das einzige was gleich war: Die Kamera. Denn hier war man mit dem Lumia 950 oder 950 XL unterwegs, welche bekanntermaßen die gleiche Kamera nutzen. Schauen wir uns doch mal ein Bild an:

Lumia 950 sample shot

Graues Wetter, keine Sonne, Regen und Nahaufnahmen. »Everything just looks perfect–the details, colors, contrast, and noise.« (zu deutsch: Alles sieht perfekt aus – Die Details, Farben, Kontrast und das Rauschen) schreibt man vollmundig im Blog. Und auch wenn man das Bild auf die volle Größe betrachtet, kann man dem nicht widersprechen. Ich persönlich würde nicht damit rechnen, dass dieses Foto aus einem Smartphone kommt. Aber vielleicht ist es ein Glücksgriff, vielleicht sind andere Kameras ja gleich gut. Deswegen liefert man auch einen Vergleich mit.

In folgendem Foto sieht man eine junge Frau beim Abendessen. Die Stimmung ist leicht dunkel, wie es in Restaurants oder auch Zuhause so ist. Man hat nie das perfekte Licht. Aber das ist dem Lumia 950 egal, denn es produziert dennoch das bestmögliche Foto. Laut Microsoft. Um das zu beweisen kommt ein Foto von einem nicht näher genannten Konkurrenten dazu, aus einem Video in dem jemand fragt wer der Konkurrent ist weiß ich, dass es sich angeblich um das Samsung Galaxy S6 (Bild links) handeln soll. Wenn ich die Qualität so sehe, rechne ich aber eher mit dem S5, denn ich bezweifle, dass die Qualität des neuen Samsung-Flaggschiffs so schlecht ist, aber seht selbst:

Camera comparisation - Samsung Galaxy S6 vs Lumia 950 XL

Ihr seht, da liegen Welten zwischen. Das Foto von Samsung ist blass, hat keine Details, alles verwäscht, während man beim Lumia 950 (Bild rechts) Details sieht. Die Einzelnen Haare, die Sommersprossen, wenn man näher rein zoomt, sieht man die einzelnen Wimpern und sogar die kleinen Haare über der Oberlippe. Das Rauschen wirkt natürlich und extrem gut. Man möchte ehrlich gesagt nicht unbedingt glauben, dass beide Fotos mit einem Smartphone mit ihrer Automatik geschossen wurden.

Im letzten Bild, welches man zeigt, geht man auf den Blitz ein. Es war zwar am Tag, aber es war grau, es war trist und das Licht war nicht schön. Also wurde der Blitz zur Hilfe genommen. Klar, man hat einen so genannten Triple-Tone-Flash oder auch RGB-Blitz. Die Kamera nimmt das Umgebungslicht auf und versucht es so naturgetreu wie möglich als Blitz wiederzugeben. Und wenn man sich das Foto so ansieht, klappt da überraschend gut:

Lumia 950 sample shot with flash

Würde mir jemand sagen, dass dieses Bild mit Blitz geschossen wurde, ich würde es schlichtweg nicht glauben. Schaut man es sich allerdings in der Windows 10 Foto-App an, dann sieht man, dass das Licht definitiv nicht vorher so war. Denn um zu beweisen, dass es wirklich ein Lumia-Foto ist, weist man darauf hin, dass man sich das Bild doch einfach mal in der Windows 10 Fotos-App anschauen soll. Habe ich gemacht und siehe da, es ist ein Living-Image. Kennen vielleicht einige von Apple, die das Feature mit dem iPhone 6s vorgestellt haben, vor dem Bild wird ein kurzer Clip aufgenommen und mit gespeichert. Bei Windows 10 eben direkt in dem JPEG-Bild, statt als extra Video-Datei.

Bemerkenswert an der Stelle, das Foto ist trotz eingebettetem Video nur 5,71 MB groß. Ein Foto ohne Video ist nicht sehr viel kleiner. Wer jetzt kein Windows 10 hat und es somit nicht testen kann, kann sich folgendes GIF anschauen. Ich habe das Ganze mal aufgenommen und euch als GIF zur Verfügung gestellt, allerdings werde ich es hier nicht einbinden, weil es mal eben 10 MB groß ist, aber man sieht gut, wie das Bild in der Windows 10 Foto-App aussehen wird.

Living Image GIF aufrufen

Irgendwie schon ziemlich cool. Mehr Fotos findet ihr übrigens im Beitrag von Microsoft, den ich weiter oben verlinkt habe.

Ok, Microsoft sagt also selbst, es ist die beste Kamera, die man derzeit in einem Smartphone haben kann. Die Software macht den Rest. Da allerdings jede Firma das jedes Jahr aufs Neue verspricht und nur selten halten kann, muss man hier vorsichtig sein. Ich glaube es erstmal mit Zweifeln. Ich glaube, dass die Fotos mit dem Lumia 950 (XL) entstanden sind, aber ich kann nicht so recht glauben, dass es Fotos aus dem Automatik-Modus sind, die auch im Nachhinein nicht nachbearbeitet wurden. Das fällt mir etwas schwer. Ich weiß was für Fotos ich aus meiner Spiegelreflex raus bekomme und ich kann nicht so recht glauben, dass ich sie demnächst nicht mehr brauche, denn das Lumia 950 ist bereits vorbestellt. (Da gibt es derzeit eine nette Aktion auf Amazon für Vorbesteller)

Was meint ihr? Kann die Kamera so gut sein und freut ihr euch drauf? Oder könnte das vielleicht für euch sogar DER Grund sein, doch mal zu einem Lumia zu greifen?

4 Kommentare

  1. Hallo,

    diese Steilvorlage kann ich nicht umkommentiert lassen;-)

    …beschäftige ich mich doch schon seit Jahren mit dem Thema Kameras und Handyknipsen. So hatte ich doch schon mit dem noch immer großartigen Nokia N8 gehofft, meine klotzigen SLRs&Co zuhause lassen zu können… (kurz, konnte ich nicht.)

    Ich bin heute schon mit der Kameraqualität meines extrem günstigen Lumia 640 extrem zufrieden (ganz besonders nach den Vergleichen mit den gehypten 925 und 930 und 840 etc) und immer wieder aufs Neue bass erstaunt, was eine gut gemachte Hy-Knipse heute schon zu leisten imstande ist (und wieviele TopHandys noch immer ultramiese Bilder machen und keinen störts). Insbesondere die automatische elektronische Nachbearbeitung ermöglicht hier heute rauschfreie und belichtungstechnisch perfekte Bilder mit absolut akzeptablen Qualitätseinbußen; dafür habe ich Top-HDR-Effekte ohne ausgefressene helle Bildteile schon innerhalb eines Bildes, kann umgehend kinderleicht nachbearbeiten und befiltern pipapo und sofort versenden, traumhaft und ein guter Grund, wieso ich so viel mit dem Lumia fotografiere.

    Dennoch fehlen mir einige Dinge, die Handys (bis auf wenige unglückliche Ausnahmen mit andren Problemen) noch lange nicht haben werden:

    – Zoom bzw wenigstens eine hart umschaltbare Telestufe. Aufsteckbare Adapter sind blödes Gefummel und hat man nie dabei, und über die Qualität reden wir besser nicht.
    – Die Bildwirkung von Kameras mit großen Sensoren, sprich TiefenUNschärfe. Bei Landschaft Architektur etc juckt das wenig, aber bei Kindern und Portraits fehlt das schmerzlich. Elektronische Versuche, dies nachzubilden, habe ich bis dato keine überzeugenden gesehen.
    – eine auch aus dem Standbyschlaf wirklich blitzschnell startende Kamera. Hier gibt es bereits erste Handys die das können, aber nicht die die ich will ;-)

    Diese Dinge sind für mich noch immer Grund genug, zum Handy noch immer irgendeine „richtige“ Kamera mit mir herumzuschleppen, und die Bilder sind es auch wert. Ein -für mich- Top Kompromiss ist die aktuelle Olympus TG-4, deren Spitzenbilder (leider mit ebenfalls ziemlich kleinem Sensor) man über wlan ans Hy weitergeben kann – zumindest theoretisch, ich hatte noch keinen Nerv, das einzurichten. Die kann übrigens auch tauchen runterfallen und zoomen, ART-Filtern etc etc und startet innerhalb eines Wimpernschlags und löst noch schneller aus. Wenns wirklich Top-Bilder sein müssen, kann man sich zB eine Sony NEX-5R holen, die auch wlan kann und einen echten SLR-Sensor samt guter Objektivauswahl mitbringt, oder das via wlan übers Smartphone bedienbare extrem handliche Kameramodul Sony QX-100 mit großem 1″-Sensor anzutesten. Aber das sind eben wieder keine Immerdabei-Lösungen.

    Um jetzt endlich die Brücke zum neuen 950 zu schlagen: Auch dieses wird wohl keinen akzeptabel großen Sensor haben (wie allerwenigstens den 1-Zöller aus dem Pana CM1); da war das alte N8 schonmal weiter. Zoomen kann es auch nicht. Den Rest hingegen bin ich sehr zuversichtlich, daß Nokia bzw Microsoft da nichts anbrennen lassen wird. Und klar habe auch ich es sehr konkret im Visier;-)

    Kriterien wie Pixelzahlen oder Zeisslabels lassen mich hingegen völlig kalt. Etliche meiner besten Fotos aus Digigründerzeiten haben nur 2Megapixel, und mit welch unsäglichem Schrott man auch mit besten 20Megapixel-Zeisslinsen das Internet zumüllen kann, beweisen Fantastilliarden grausiger Bespiele in allen gängigen Plattformen. Wenn man mit dem Fokus in den Mais zielt und halbe Köpfe abschneidet, hilft die beste Kamera nichts.

    Ich bin sehr gespannt, was sich da in den kommenden Jahren noch tun wird; die Kompaktkameras sind der etlichen wirklich guten Handyknipsen wegen bereits jetzt schon ein totes Marktsegment, und ich bin sicher, auch den Großen wird ernste Konkurrenz erwachsen. Irgendwann. Man wird sehn.

    Ob das 950 in diesem Punkt SO viel besser sein wird als mein 640, daß ich hunderte € zum Umstieg auszugeben bereit bin, muß sich erst noch zeigen. Ich bin sehr gespannt.

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  2. Also, die Fotoqualität vom Lumia 950 oder 950 XL ist ja echt großartig. Hauptsächlich, das Foto mit den Blättern und Wassertropfen sticht ja messerscharf ins Auge. Das, dass, die Kamera vom Lumia 950 oder 950 XL geschossen haben will, ist wirklich schwer zu glauben. Das Bild sieht einfach perfekt aus!

    Ich habe ein Lumia 640 und so wie ich finde, macht es für mich schöne scharfe Fotos. Zwar nicht so gestochen scharf wie das Lumia 950, aber für den Hausgebrauch reicht das völlig aus.

    Man muss bedenken, es sind Handys.

    Wer natürlich höhere Ansprüche an Fotos stellt, professionelle Bilder haben will, muss schon andere Geschütze auffahren. ;)

    Aber, wer schleppt schon seine ganze Fotoausrüstung täglich mit, ich jedenfalls nicht.

    Wenn ich nicht schon mein Lumia 640 hätte, würde ich wahrscheinlich mit dem Lumia 950 jetzt liebäugeln. :)

    Schöner Beitrag wieder und schöne Vergleichsfotos. Das mit dem GIF einfügen und das man auf den Link klicken kann, um zu sehen wie das eine Foto entstanden ist, hast du klasse gemacht.

    Danke, für die viele Mühe, die du dir immer wieder machst.

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  3. War auf der Suche nach der Kamera-Bewertung des Lumia 950, dass ich mir bestellt habe, bevor es nicht mehr zu kaufen ist und hab diesen Beitrag entdeckt. Microsoft hat die Windows-Phones ja nun eingestellt und fast alle Provider bieten das 950 schon nicht mehr an, weder zum Vertrag, noch zum Kauf.
    Das vorweg, nun meine Meinung zur Kamera. Ich stieg 2014 in die Profi-Photographie mit Profi-Equipment ein. In Folge dessen fand eine nie zu enden scheinende Lernphase statt. Recht schnell nervte mich das Mitschleppen des Equipment, außerdem sind die schönsten Photos ja immer die Schnappschüße und da ist die Profi-Kamera meist nicht zur Hand. Also Suche nach besten Kamera-Handy. Ich hatte ohnehin noch nie ein anderes als Nokia/Lumia. Demnach fiel die Wahl natürlich auf das Lumia 1020 mit seinen 6 Zeiss-Linsen und den 41 Megapixel. Die Bilder sind schon sehr gut. Aber sobald man stark in die Materie der Photographie eingetaucht ist, schwindet die Begeisterung sehr stark. Letztendlich hab ich mir für Schnappschüsse dann eine Sony DSC-RX100 mit eingebautem Zeiss Vario-Sonnat T* Objektiv gekauft, 1 Zoll Sensor und ab f1.8 beginnend. Das Ding ist kleiner als ein Smartphone, leider natürlich dicker. Seitdem knipse ich kaum mehr mit dem Handy, nur ab und an und deswegen achte ich schon auch noch beim Handy-Kauf auf die Kamera-Qualität, erwarte aber nicht viel. Übrigens, mein Sohn hat sich ein OnePlus3 gekauft. Sein erstes Non-Nokia-Handy. Natürlich haben wir gleich die Kamera getestet. Ich weiß nicht, ob da mein bestelltes Lumia 950 einmal mithalten können wird. Die Schärfe und Zeichnung des OnePlus3 ist brutal gut, sogar extrem besser als bei meinem jetztigen Lumia 1020.

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  4. Ach ja, fast vergessen… Die Wertung der Beispielphotos nach persönlicher Meinung. Vorweg ein Kommentar zum Nachbearbeiten. Ob es der Chip in der Kamera ist, oder der User selbst – welche Rolle spielt das? Letztendlich geht es immer darum, die Originalität zu erreichen, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt.
    Bild1: eindeutig stark weichgezeichnet, denn diesen Bokeh-Effekt ist als Default-Version nur mit Profi-Equimpent hinzubekommen (Zeiss Distagon Obektiv für 1000 Euro z.B.), oder per Nachbearbeitung über Lightroom&Co. Ansonsten sehr gelungen. Hat aber auch mit Glück zu tun, also gerade passende Umgebungsparameter.
    Bild2: find ich beide grottenschlecht. Der lila Lichtfleck im Leuchter zeigt, dass die Automatik völlig falsche Parameter gewählt hat, bzw. die Belichtung nicht passte.
    Bild3: Nahaufnahme wirklich akzeptabel, aber niemals original. Der Background ist eher als mäßig zu bezeichnen. Man sehe sich die Häuser rechts neben dem Kopf an. Das hat nichts mit Tiefenunschärfe, sondern mit schlechter Auflösung zu tun, die bei großer Weite auftaucht. Die Kameras bringen beides nicht unter einen Hut.

    Eine Handykamera, die selbst unteres Profi-Equimpent ersetzt, wird es meiner Meinung nach niemals geben, weil das Physikalisch nicht möglich ist. Beispiel: ich hatte mal ein 17-300er Objektiv mit 67mm und f3.5 bis 6.4. Dann tauschte ich es ein gegen ein 70-200 (also fast die Hälfte der Brennweite) mit 72mm und f2.8 durchgängig. Es ist dreimal so schwer und doppelt so lang. Das beweist, wie wichtig die Größe eines Objektivs in Bezug auf die Ablichtungsqualität ist. Wie soll das in einer Kamera zu bewerkstelligen sein? Und irgendwo ist ein Punkt erreicht, wo selbst die beste Kamera-Software keine Basis für eine Nachbearbeitung hat.

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