Schnellere Konsolenzyklen – Das Märchen der 7 Jahre

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Konsolen haben viele Vorteile gegenüber das Spielen am PC. Genauso ist es umgekehrt, der PC hat viele Vorteile gegenüber Konsolen. Allen Voran dürfte das die Leistung sein und die Möglichkeit jederzeit aufzurüsten, sollte eben diese nicht mehr reichen. Dafür ist ein Gaming-PC ungleich teurer als eine Konsole. Im Endeffekt kommt man vermutlich bei Null raus, wenn man alle Vor- und Nachteile objektiv gegeneinander vergleicht. Da Menschen nicht objektiv sind, gibt es das PC Masterrace und den Konsolenkrieg. Lächerlich, wenn ihr mich fragt. Schließlich ist doch klar, dass die Xbox alle wegrockt! Sorry, der musste sein.

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Wie dem auch sei. Kürzlich gab es durch einige Aussagen von Phil Spencer (seines Zeichens Chef der Xbox-Abteilung von Microsoft) das wilde Gerücht, dass Microsoft plant die Xbox One modular zu erweitern. Entweder mit zusätzlicher Hardware oder mit einer komplett neuen Hardware-Revision, die eben das austauschen der Teile erlaubt. Auch hier kann man wieder abwägen, ob das gut oder schlecht ist, verschiedene Lager werden gute Argumente für beide Richtungen finden. Ein großer Vorteil von Konsolen würde allerdings verloren gehen. Ein Modell hat immer dieselbe Leistung. Das ist für Entwickler extrem wichtig und für Spieler gut, denn so können sie sich auf diese Hardware und diese Leistung konzentrieren.

Nach Kurzer Zeit stellte sich dieses Gerücht aber (wie zu erwarten war) als Humbug heraus und da hat jemand Dinge in Spencers Aussagen interpretiert, die ich nicht einmal herauslesen könnte, wenn ich ein paar Gläser Kiwilikör intus hätte. Gewissermaßen das übliche »Stille Post«-Prinzip. Jemand sagt was, jemand anderes gibt die Aussage mit eigener Interpretation weiter, dasselbe passiert noch ein paar Mal und schon hat man ein wundervolles Gerücht, welches durch schwammige Aussagen gestützt wird, die man interpretieren kann, wie man will. Wie wir jetzt wissen, möchte Phil Spencer einfach kürzere Konsolenzyklen. Doch was heißt das?

Das Märchen der 7 Jahre

Es gibt eine Zahl, die immer wieder auftaucht. Angeblich wird seit Anbeginn unserer aktuellen Zeitrechnung alle 7 Jahre eine neue Konsolen-Generation gestartet. Tatsächlich gab es bei Microsoft nicht einmal einen Zeitrahmen von 7 Jahren. Die Xbox 360 kam 3 Jahre nach der ersten Xbox und die Xbox One kam 8 Jahre nach der 360. Bei Sony gab es zumindest zwei Mal eine 7. Die PS4 und die PS Vita kamen jeweils 7 Jahre nach dem Vorgänger. Die PS3 kam allerdings 6 Jahre nach der PS2 und diese kam nur 5 Jahre nach der ersten PlayStation. Bei Nintendo sieht es ähnlich aus. Der Super Nintendo kam 7 Jahre nach dem Nintendo. Allerdings folgte der N64 nach 4 Jahren. Der GameCube und die Wii hatten jeweils 5 Jahre Abstand zum Vorgänger und die Wii U kam mit 6 Jahren nach der Wii für Nintendo schon reichlich spät. Das gleicht sich dann aber wieder aus, denn die vermutlich dieses Jahr erscheinende NX-Konsole wird wieder bei 4 Jahren Abstand sein.

Das macht bei Microsoft einen Durchschnitt von 5,5 Jahren, bei Sony einen Durchschnitt von 6 Jahren und Nintendo ist mit ~5,17 Jahren dabei. Hierbei sind nur die Stationären Konsolen mitgezählt. Mit Handhelds kommt Sony auf 6,25 Jahre und damit recht nah an die 7 heran, ist damit aber die Ausnahme, denn Nintendo kommt mit all seinen Konsolen wieder nur auf 5,5 Jahre. Die Zyklen wären gerade bei Nintendo deutlich kürzer, würde ich alle Konsolen dazu nehmen, ich habe mich aber für die entschieden, die jeweils Spiele haben, die auf dem Vorgänger nicht mehr gespielt werden können, somit ist auch der New 3DS dabei, welcher 4 Jahre nach dem normalen 3DS kam.

Im Gesamtdurchschnitt liegen alle zusammen gerade mal bei ~5,67 Jahren. Wobei 5 Jahre auf stationäre Konsolen entfallen und 6 auf Handhelds. Die 7 kommt also an sich gar nicht wirklich vor. Wenn Phil Spencer also sagt, dass man kürzere Zyklen haben will, meint man vermutlich irgendwas im Bereich zwischen 4 und 5 Jahren. Also würde die nächste Xbox 2017 oder 2018 erscheinen, was angesichts der technischen Sprünge der letzten Jahre, gar nicht so verkehrt wäre. Damit wäre die Tatsache, dass Microsoft keine Virtual Reality-Spiele für die Xbox One plant, auch nicht mehr ganz so dramatisch. So würde man Sony die aktuelle Generation überlassen, schauen wie es sich entwickelt und hätte mit der nächsten Generation den Vorteil von der Erfahrung anderer profitieren zu können, ohne eigene Altlasten zu haben.

Die wichtigste Hürde ist genommen

Das größte Problem schnellerer Konsolenzyklen ist, dank der Wahl der Architektur von Sony und Microsoft, allerdings gar kein so großes Problem mehr. Kaufe ich mir eine neue Konsole, laufe ich Gefahr meine Spiele nicht mehr spielen zu können. Viele Konsolen sind mittlerweile inkompatibel zu ihren Vorgängern, lediglich Nintendo hält es konsequent so, dass der Nachfolger immer auch die Vorgänger-Spiele abspielen kann. Sony verkauft in der Cloud laufende PS3-Spiele an seine Kunden, egal ob sie diese schon mal gekauft hatten und Microsoft hat eine geringe Auswahl an Xbox 360-Spielen, die auch auf der Xbox One laufen. Kostenlos natürlich, wenn man das Spiel vorher schon mal gekauft hat.

Durch die Architektur, welche sehr nah am PC ist, hat man nun aber die Möglichkeit auch bei der PS5 und der Xbox Next/Two/720/Ultra/WieAuchImmer noch Spiele laufen zu lassen, welche eigentlich für die vorhergehende Generation entwickelt wurden. Am PC geht es ja auch. Man stelle sich nur mal vor ihr kauft euch eine neue Grafikkarte und müsstet das Spiel nochmal kaufen, nur um es in besserer Performance oder Grafik zu spielen (*hust* PS4 *hust*), würde niemand am PC mitmachen. Sollte auch niemand an Konsolen mitmachen müssen. Daher ist es zumindest auf Seitens Microsoft bzw. Phil Spencer oberste Priorität, dass die Spiele der Xbox One auch ohne Probleme auf der nächsten Xbox laufen werden.

Das würde in meinen Augen erheblich die Verkäufe ankurbeln, denn ich müsste nicht warten, bis neue Spiele erscheinen und hätte nicht ewig zwei Konsolen der gleichen Firma rumstehen, damit ich die alten noch spielen kann. Bei der Xbox würde das im Umkehrschluss auch bedeuten, dass man auf der nächsten Xbox dann auch Xbox 360 Spiele spielen kann. Wie Sony dazu steht, muss man sehen. Derzeit machen sie den meisten Umsatz vermutlich durch die HD-Nachfolger der alten PS3-Spiele. Auch muss man sich fragen, was die Spiele-Entwickler dazu sagen, schließlich verdienen diese auch nicht schlecht daran. Aber man wird schon ein Modell finden, welches das tragen kann *hust* Grafikupdate per DLC *hust*.

Wenn es nach mir geht, kann der Konsolenzyklus gerne kürzer werden. Das würde vermutlich bedeuten, dass ich alle 4 Jahre 300-500€ für eine neue Konsole hinlegen kann. Oder ich lasse es, denn es ist doch bereits jetzt so, dass Jahre nach dem Release der neuen Generation die meisten Spiele auch noch für die alte Generation erscheinen. Da mache ich mir also keinen Kopf. Dann kauft man eben nur alle 2 Generationen eine neue Konsole, kann alle Spiele der letzten Generation dennoch spielen und hat den angeblichen aktuellen Konsolenzyklus von 7 Jahren nur um ein Jahr verlängert. Dürfte eine Win-Situation für jeden sein.

Bildquelle DeviantArt

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