FlowComposer – Wie künstliche Intelligenz Musik macht

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Wer sich ein kleines bisschen mit Technik auseinander setzt, wird die letzten Monate die Begriffe artificial intelligence und machine learning mehrfach gehört haben. Künstliche Intelligenz gibt es schon eine Weile, dass sie aus Informationen, welche wir ihr geben lernen kann, gab es in der Form allerdings noch nicht. Nehmen wir als Beispiel Musik. Man füttert ein Programm mit verschiedenen Liedern und dieses komponiert daraus einfach neue Lieder, je nach Einstellungen. Klingt irgendwie nach unrealistischer Zukunftsmusik oder? Na dann, willkommen in der Zukunft.

flowcomposer

Durch einen Tweet mit den Worten »A.I. killed the pop star? Hear the first music composition created by artificial intelligence.« bin ich auf ein Video aufmerksam geworden. Ein Musikvideo, welches angeblich komplett von einer künstlichen Intelligenz erzeugt wurde. Ganz so stimmt das nicht, aber es ist nah dran. Das Lied wurde mit einem Programm namens FlowComposer erstellt. Dieses kann man als künstliche Intelligenz beschreiben, denn basierend auf eigenen Daten, erschafft es logisch neue Daten. In dem Fall Musik.

Komplette Songs mit Hilfe von Menschen möglich

Mit Hilfe von FlowComposer hat ein französischer Musiker namens Benoît Carré, einen Song namens Daddy’s Car produziert. Er steuerte den Text und Gesang bei und erzeugte mit dem FlowComposer ein so genanntes Leadsheet auf Basis der Beatles. Das Ergebnis wurde noch etwas nachbearbeitet und heraus kam ein Song, welcher gar nicht mal so schlecht klingt. Siehe folgendes Video:

Den Einfluss der Beatles kann man mehr als deutlich heraushören und auch wenn hier merklich nachgearbeitet wurde, kommt die Melodie quasi komplett aus der künstlichen Intelligenz, allein auf Basis von anderen Beatles-Songs. Auf Basis von FlowComposer möchte man übrigens 2017 ein komplettes Album herausbringen und Daddy’s Car ist der erste Song von diesem.

Die Funktionsweise von FlowComposer

Das Programm wurde mit einer Datenbank von rund 13.000 Songs gefüttert. Hauptsächlich Jazz und Pop wurden eingespeist, aber auch einige andere Genres sind vertreten. Das Programm analysiert diese Musik und erkennt darin verschiedene Muster, welche es dann später verwenden kann. Das Programm bietet dann eine Oberfläche, in welcher man Musikstil und Co. auswählen kann. Hier drückt man auf Compose und schon bekommt man einen Satz Noten. Das klingt dann im ersten Schritt auch schon ganz annehmlich, kann aber bei Bedarf auch nachbearbeitet oder komplett verworfen werden.

Das Ganze wird auch noch einmal hier näher erklärt. Wer sich mit Bewegtbildern mehr vorstellen kann, der sollte sich folgendes Video ansehen. Hier zeigt Benoît Carré, wie er einen neuen Song mit FlowComposer erstellt und nachbearbeitet. Ziemlich beeindruckend, wie schnell man hier eine Grundmelodie zusammen kriegt, ohne eigentlich groß was dazu beitragen zu müssen. Sieht natürlich einfacher aus, als es ist und man braucht nach wie vor musikalisches Talent. Dennoch beeindruckend, wie weit die Technik in diesem Bereich ist.

Zukunftsmusik

Entschuldigt das Wortspiel. Wie dem auch sei, wir leben in einer Zeit, in der Computer immer mehr für uns machen. Sie nehmen uns Arbeit ab oder verrichten Arbeiten, zu denen wir gar nicht in der Lage wären. Künstliche Intelligenz und Bots sind schon sehr lange in Entwicklung und nicht nur Microsoft mit seiner Bot Plattform oder Google mit seinem Assistant tragen hierzu ihren Teil bei. Ich kann mir vorstellen, dass wir in ein paar Jahren einen Bot in irgendeinem Messenger haben, welchem wir einfach schreiben, dass wir einen Song haben wollen. Einen neuen Song, den noch niemand gehört hat. In wenigen Sekunden erstellt der Bot einen Song für mich und ich kann ihn hören. Perfekt auf mich und meine Stimmung zugeschnitten.

Ein Beispiel wäre dieser Song, in dem einfach der Stil von Miles Davis genommen wurde und mit Get Lucky von Daft Punkt vermischt wurde. Den Track habe ich mir von dieser Seite gemopst, auf welcher ihr noch viele weitere Beispiele und Informationen finden könnt.


Wenn man der Beschreibung auf der Seite glauben darf, wurde das offenbar nicht einmal nachbearbeitet und ich persönlich mag es sogar ziemlich gerne. Würde ich mir anhören.

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