DeepL – Übersetzungs-Tool aus Deutschland erzielt beeindruckende Ergebnisse

Der Google Übersetzer ist immer wieder eine gute Quelle dafür, wenn YouTube Songtexte verschandeln wollen, um daraus dann ein Cover zu machen. Generell sind sie für viele Späße zu haben. Wirklich nützlich sind sie eigentlich nur selten, wenn es um mehr als sehr kurze einfache Sätze geht, auch wenn es immer wieder heißt, dass alles kontinuierlich verbessert wird. Gerade die deutsche Grammatik ist für solche Tools sehr schwierig und so ist es kaum verwunderlich, dass ein deutsches Unternehmen hier eine deutlich bessere Leistung erzielt.

DeepL heißt der Übersetzer von der gleichnamigen Firma aus Köln. Wenn man einfach mal zufällig Texte nimmt und diese da rein wirft, erzielt man verblüffend gute Ergebnisse. Besonders wenn Eigennamen in dem Text zu finden sind, welche bei Google und Bing hemmungslos mit übersetzt werden, spielt DeepL seine Stärke aus. So habe ich einfach mal einen beliebigen Beitrag aus meinem Feedreader gewählt und dort einen Absatz eingefügt. DeepL, Google und Bing geben hier teilweise sehr unterschiedliche Ergebnisse aus, mit einem sehr großen Unterschied: Das was DeepL mir ausgibt, hätte ich auch so übersetzt. Aber seht selbst:

DeepL vs Google Translate vs Bing Translate

DeepL, Google und Bing (von oben). Während man bei Google und Bing gerade so erahnen kann, worum es geht, bietet DeepL eine saubere und klare Übersetzung.

Das Ergebnis spricht für sich, wie ich finde. An der Stelle muss ich anmerken, dass DeepL zuerst die förmliche Anrede benutzt hat, ein Klick auf das Wort Sie hat mir allerdings weitere Möglichkeiten geboten. So konnte ich direkt das du auswählen und der Satz wurde umgeschrieben. Hier erkennt DeepL also auch die Grammatik des gesamten Satzes, welche geändert werden muss. Bing bietet gar keine nachträgliche Bearbeitung und Google nur eine sehr rudimentäre und „dumme“ Variante, im Vergleich zu DeepL. Kann natürlich alles Zufall sein, also habe ich noch einen zweiten Beitrag aufgerufen und einen Absatz daraus genommen, aus einem anderen Beitrag genommen:

DeepL vs Google Translate vs Bing Translate 2

Hier gibt es auch bei DeepL zum Schluss ein paar kleine Probleme…

Schaut man sich Bing und Google an, schneidet DeepL erneut im Gesamten wieder deutlich besser ab, auch wenn es dieses Mal kleine Schwächen zeigt. Interessant ist, dass Bing beim ersten Versuch Eigennamen übersetzt hat, beim zweiten Versuch ist das allerdings Google passiert. DeepL erkennt, dass es sich hier um Eigennamen handelt, welche eben nicht übersetzt werden müsse, aber an diesem Punkt, sollte dies keine Überraschung sein. 😜

Ich muss sagen, DeepL hat es mir wirklich angetan. Mit Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch und Polnisch ist die Auswahl der Sprachen zwar bei weitem nicht so groß, wie bei Google und Bing, aber dafür sind die Ergebnisse einfach besser (An dieser Stelle unterstelle ich das einfach mal für die anderen Sprachen, da ich diese leider nicht spreche, kann ich das nicht überprüfen). Beeindruckt bin ich auf jeden Fall und in meinen Augen kann dieses Tool durchaus Menschen helfen, welche einfach kein Wort Englisch verstehen. Wobei ich jedem nur ans Herz legen kann, diese Sprache zu lernen, aber das sollte heutzutage fast schon selbstverständlich sein.

Wer sich noch ein bisschen mehr über DeepL informieren möchte, kann dies auf der offiziellen Presseseite tun.

via Dr. Windows

5 Kommentare Lust was dazu zu sagen? Dann ab in die Kommentare damit!

  1. Die Übersetzungen sind schon um einige Ecken besser als die von Google oder Bing, aber es zeigt sich, dass hier noch viel Zeit investiert werden muss, weil eben einige Satzstellungen aus dem Englischen nicht 1zu1 übersetzt werden können. Da wird sich zeigen, ob das jemals abgebildet werden kann, da hier einfach ein Gespür für Sprachen benötigt wird, um Sätze in die richtige Reihenfolge zu bringen.

    Nichtsdestotrotz bin ich extrem beeindruckt, weil es imo damit erstmals sinnvoll möglich sein könnte, Artikel mit wenig Aufwand aus anderen Sprachen zu übersetzen, weil der Inhalt des Artikels nicht durch fehlerhafte Grammatik verloren geht. Wir leben in spannenden Zeiten.

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    • kiwiKaiser

      Perfekt ist es auf keinen Fall, dem stimme ich dir definitiv zu. Ich denke, das wird auch noch ein paar Jahre (vielleicht Jahrzehnte?) dauern, bis wir von einer nahezu perfekten Übersetzung reden können. Ich denke schon, dass es irgendwann möglich ist – künstliche Intelligenzen entwickeln sich derzeit beeindruckend schnell und stark weiter – aber bis dahin hat man solche Tools zumindest zur Hilfe.

      Für mich persönlich ist es interessant, wenn ich versuche für einen Beitrag zu recherchieren. Englische Seiten bereiten mir da weniger Probleme, da ich gerade im Gaming- und Technikbereich das Vokabular durchaus kenne. Wenn die Quelle dann hingegen Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch oder auch Polnisch ist, kann mir DeepL sicherlich weiterhelfen. Wie du schon sagst, durch die fehlerhafte Grammatik geht der Inhalt der Texte bei anderen Übersetzern recht schnell verloren. Hier habe ich die Hoffnung, dass ich etwas mehr verstehe, um besser recherchieren zu können.

      Man wird auf jeden Fall etwas unabhängiger und flexibler in seiner Arbeit. Komplette Texte würde ich damit allerdings definitiv nicht übersetzen, um diese dann zu verwenden :D

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      • Den Zeithorizont würde ich auch eher bei Jahrzehnten sehen, aber vllt werden wir ja auch überrascht. Hab es jetzt selbst ausprobiert und bin von dem Ergebnissen echt beeindruckt. Gerade für die Bereiche die du angesprochen hast finde ich das Tool echt hilfreich, weil es eben die Recherchemöglichkeiten auf weitere Seiten ausweitet.

        Die Verwendung der Übersetzung sehe ich etwas anders, da ich bisher schon längere Texte durch Google übersetzen hab lassen und diese dann angepasst hab. Das ist hier definitiv weniger Aufwand und eröffnet neue Möglichkeiten.

        Bin echt gespannt wo die Reise noch hingehen wird. Hoffe hier ja schon lange auf einen Durchbruch, da ich gerade im Bereich der Sprache unglaubliches Potential sehe.

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        • kiwiKaiser

          Man muss ja nur mal 10 Jahre zurückdenken. Wie war die Technik zu dem Zeitpunkt? Also 2007. Das Jahr, in dem das erste iPhone kam. In dem Windows Vista gerade aktuell war, aber der Großteil noch XP nutzte. In dem mobiles Internet gerade die Anfänge von 3G kannte. Als Schatten in Computerspielen, weit davon entfernt waren irgendwie dynamisch oder realistisch zu wirken, wenn sie überhaupt vorhanden waren.

          Weitere 10 Jahre zurück, braucht man über sowas schon gar nicht mehr nachzudenken. Mobiltelefone konnten nur telefonieren konnten und die ersten Modelle serienmäßig mit SMS-Unterstützung kamen. Natürlich mit maximal zwei Zeilen auf dem Monochromdisplay. Windows 95 war gerade aktuell und an mobiles Internet konnte man gar nicht denken, schließlich war nicht mal das stationäre Internet irgendwie verbreitet. 3D in Spielen war gerade am Anfang und der Release der N64 oder der ersten PlayStation war auch gerade erst.

          In keinem der beiden Szenarien konnten wir uns vorstellen, dass wir selbstfahrende Autos auf den Straßen haben, welche permanent mit extrem schnellem mobilen Internet verbunden sind. Wir hätten nie gedacht, dass Microsoft sich dazu entscheidet ein Betriebssystem quasi kostenlos anzubieten und es dennoch auf Lebenszeit zu aktualisieren. Smartphones mit denen man 4K-Videos in 60FPS aufnehmen UND bearbeiten & schneiden kann? Das hätte dir 2007 niemand abgekauft. 1997 hätte niemand gewusst, was ein Smartphone, 4K oder 60FPS sind. Abgesehen davon, dass niemand privat Videos geschnitten oder bearbeitet hat. Klar, war ja alles analog und entsprechend kostspielig. Niemand hätte erwartet, dass wir bei den Spielen den Photorealismus ankratzen.

          Es gibt extrem Vieles, was wir uns vor 10 Jahren nicht vorstellen konnten. Vor 20 Jahren noch weniger. Es würde mich kaum wundern, wenn künstliche Intelligenzen auch in 5-10 Jahren bereits dazu in der Lage wären, solche Aufgaben nahezu perfekt zu lösen. Wenn ich aber eines gelernt habe dann: Ich kann mir nicht im geringsten vorstellen, wie es in 10 Jahren hier aussehen wird.

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  2. Das DeepL – Übersetzungs-Tool, ist einfach großartig und wirklich viel präziser. Übertrifft Google und auch Bing! Endlich blamiere ich mich nicht mehr – wenn ich auf Englisch antworten muss, oder zu gewissen Beiträgen auf Englisch kommentieren möchte. :D

    Ja, und ich hoffe, dass ich noch lange genug lebe, um die Weiterentwicklung der Technik, zum Beispiel, die künstliche Intelligenz – noch miterleben kann. Mich fasziniert ja Alexa, Cortana und Co. Mit Cortana habe ich schon einige lustige Erlebnisse haben dürfen, wo ich sogar lachen musste. Sie kann nicht nur Witze erzählen, sondern auch, Gefühle zeigen und sich bedanken. Allerdings, kann sie auch ganz schön nerven. Wo mir dann mal rausgerutscht ist, Cortana du nervst und sie, Entschuldigung. ^_^

    Das DeepL – Übersetzungs-Tool, habe ich mir gleich in meine Favoriten abgespeichert.

    Dankeschön, für diesen tollen Beitrag wieder! <3

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