Nintendo Labo: So verrückt und doch so genial (Update)

Gestern Abend um 23 Uhr hat Nintendo ihren neuesten Einfall, „Nintendo Labo“, vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Idee, die im ersten Moment vollkommen verrückt wirkt, aber auf dem zweiten Blick nicht nur verdammt cool ist, sondern die Möglichkeiten und die Modularität der Switch noch einmal um ein Vielfaches erhöht.

Nintendo Labo – eine überraschend neue Idee

Was ist „Labo“?

Ziel von Labo ist es, sich eigenes „Spielzeug“ aus Cardboards, also Pappe, zu basteln und dieses mit den Joy-Cons und/oder dem Switch-Tablet auszustatten, um dann auch interaktiv damit agieren und optisches sowie haptisches Feedback erhalten zu können. So sieht man im Trailer beispielsweise ein selbstgebautes Gaspedal, in welchem ein Joy-Con steckt, der dann vermutlich vibrieren wird – je nachdem, wie viel Gas man gibt, unterschiedlich stark. Und dass das „HD Rumble“ Feature der Joy-Cons für solche Szenarien durchaus geeignet ist, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen: 1-2-Switch hat gezeigt, dass dieser Motor sogar das Schütteln von Eiswürfeln nahezu perfekt simulieren kann. Außerdem zu sehen sind unter anderem kleine Käfer und Mäuse, die mit zwei Joy-Cons ausgestattet werden und sich dank der Vibration tatsächlich bewegen können (die Steuerung erfolgt dann über das Tablet), verschiedenste Roboter und sogar eine Angel inklusive Kurbel, in welcher natürlich ein Joy-Con steckt. Selbst ein Klavier soll damit erstellbar sein, auch wenn ich diesbezüglich noch skeptisch bin. Ganz besonders beeindruckt hat mich ein Lenker, mit dem man wohl tatsächlich das Gefühl bekommen soll, auf einem Fahr- oder Motorrad zu sitzen.

Das eigentliche Spiel, welches wohl zunächst nur in einer Cartridge-Version verfügbar sein wird, beinhaltet dabei neben den ganzen Spielmodi an sich auch diverse Tutorials, wie man die offiziellen Cardboards zusammenbauen muss, um dieses oder jenes Spielzeug zu erhalten. Dabei kann man sich jeden Schritt einzeln anzeigen lassen und auch beliebig rein- und rauszoomen, um alles ganz genau nachvollziehen zu können.

Ein bisschen Google Cardboard, ein bisschen VR, aber voll und ganz Nintendo

Mein erster Gedanke zu Labo war: „Hm, okay, meinetwegen, aber einen Sinn hat das alles nicht so wirklich.“ Mein zweiter Gedanke sah bereits vollkommen anders aus, da ich dank des offiziellen Trailers erkannt habe, welches Potenzial und welche Innovation da drin stecken. Ich weiß nicht, ob ich etwas Vergleichbares in Kombination mit einer Konsole je gesehen habe – das einzige, was auch nur im entferntesten damit vergleichbar ist, ist die „Cardboard“-Idee von Google, mit der man sich mittels Cardboards und seines Smartphones eine eigene VR-Brille basteln kann. Fest steht: Nintendo hat hier wieder einmal alles an Kreativität gegeben und ein Produkt entwickelt, das eine Marktlücke schließt – wie auch schon mit der Switch selbst.

Kritik gab es vor allem am Preis: „ab“ 69,99$ soll der Spaß kosten. Während viele dies überhaupt nicht nachvollziehen können und meckern, dass 70$ für ein wenig Pappe viel zu teuer seien, scheint es mir, als hätten sie zu aller Erst nicht verstanden, dass in diesen Bundles zusätzlich zu den Cardboards die Software mit inbegriffen ist. Für 70$ erhält man also die Labo-Cartridge und(!) bereits vorgefertigte Pappe, um direkt loszulegen. Es ist allerdings durchaus möglich, dass das Spiel an sich früher oder später auch einzeln verfügbar sein wird, denn – so viel hat Nintendo bereits bestätigt – die Cardboards werden es sein. Und wem das immer noch zu teuer ist, der kann sich diese auch ganz einfach selbst erstellen, denn die offiziellen Vorlagen werden gratis zur Verfügung gestellt, sodass man sich nur noch das Material anschaffen müsste. Erscheinen soll der Spaß übrigens am 20. April in den USA, in Deutschland wird es dann 7 Tage später auch soweit sein.

Aber genug geredet, schaut es euch einfach mal selbst an oder lest euch die Infos auf der dazugehörigen Website durch und verschafft euch einen ersten Eindruck von Nintendos Bastelstube:

Update: Tja, so schnell kann’s gehen: entgegen vorheriger Informationen wurde nun bekannt, dass Nintendo die Vorlagen für die Cardboards doch nicht kostenlos anbieten wird. Das gibt natürlich der Idee selbst keinen Dämpfer, wohl aber der Umsetzung dieser.

3 Kommentare

  1. Als ich das heute Morgen bei reddit gesehen habe, hatte ich einen riesengroßen WTF-Moment. Nachdem ich dann jetzt gut 12 Stunden hatte, um drüber nachzudenken, muss ich sagen: Das könnte ein bisschen wie die Wii werden. Erst sagen alle »Wer soll denn so einen Schwachsinn wollen!?« und am Ende verkauft es sich wie blöde.

    Die Idee ist interessant. Verdammt interessant sogar. Dass man das Ganze per Pappkarton realisiert und hier nicht unzählige Plastik-Gadgets verkauft, ist Nintendo in meinen Augen hoch anzurechnen. Das senkt nicht nur die Kosten auf beiden Seiten, sondern ist um ein Vielfaches umweltfreundlicher. Sicherlich auch weniger Stabil, aber in meinen Augen wird das durch die anderen beiden Punkte wieder wettgemacht.

    Ich finde das Konzept auf jeden Fall recht beeindruckend, auch wenn ich einfach mal behaupte, dass ich mir das nie holen werde. Aber Nintendo darf mich an der Stelle sehr gerne überraschen.

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    • So ging es mir und so einigen aus meiner Timeline tatsächlich auch. Der erste Eindruck nach dem Lesen eines Artikels darüber hinterließ bei mir nichts weiter als ein „WTF?“ und ich war enttäuscht, weil ich extra deswegen noch aufgeblieben bin. Aber nachdem ich dann den Trailer und somit all die Möglichkeiten, die man mit Labo hat, sah, war ich sofort begeistert.
      Es ist eben eine dieser „Verdammt, wieso bin ich kein Kind mehr“-Sachen, von denen man weiß, dass sie zwar nicht für einen selbst geschaffen wurden, die aber Kindern (und verspielten Erwachsenen 😅) eine unglaubliche Freude bereiten können.

      Dass sie auf Pappe setzen, ist aus den erwähnten Gründen super – aber genau das verleiht dem ganzen auch den DIY-Charme. Hätte man einfach nur Plastikzubehör veröffentlicht, wäre das nicht mal ansatzweise so cool gewesen.

      Und zu guter Letzt: ich liebe Joy-Cons. Diese kleinen Teile sind so funktional und so super, dass man sich schon fragen muss, wie die „nur“ 40€ kosten können :D

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  2. LOL 😂
    Sehe das gerade zum ersten Mal und ich glaube fast, dass das der Renner bei den kleinen & „nicht mehr kleinen“ Kiddies wird.
    Dafür ist das Konzept einfach zu simpel und zu gut, falten, fertig, wie Ikea Schachteln…

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