Games dieser Dekade – Tür 14: To the Moon

To the Moon ist das letzte Spiel, bevor wir zu meinen Top 10 dieser Dekade übergehen. Hierbei handelt es sich um ein Spiel, welches  wieder eher in die traurige Richtung geht. Was heißt eher? Es ist todtraurig und das sollte jetzt ein Wortspiel sein, denn es geht in dem Spiel um den Tod und den letzten Willen, welcher erfüllt werden soll, kurz bevor man seinen letzten Atemzug tätigt.

To the Moon

Hier gibt es den Soundtrack leider nicht mehr auf Spotify, allerdings kann man ihn sich auf Bandcamp kostenlos anhören und bei Gefallen auf kaufen. Man merkt direkt nach dem Start des Soundtracks: Jetzt wird es traurig – Und die Musik spielt in dem Spiel eine entscheidende Rolle. Besonders der Song »For River« – Wenn man das Spiel gespielt hat, ist hier Lied 12 »For River – Piano (Johnny’s Version)« am markantesten. Und zeitgleich auch am traurigsten.

Die Story von To the Moon

Wie schon angedeutet, geht es um die Erfüllung des letzten Willens. Aber nicht auf die Art und Weise, wie man sich das vorstellt. To the Moon spielt in einem etwas futuristischeren Setting, wobei man hiervon nicht viel mitbekommt, wenn man mal die Arbeit der Firma Sigmund außer Acht lässt. Da man zu dieser Firma gehört, wird man allerdings direkt damit konfrontiert, denn darum geht es in dem Spiel.

Die Firma erfüllt sterbenden Personen den Wunsch, ihnen eine Erinnerung in den Kopf zu pflanzen, die sie als letzten Wunsch sehen, bzw. als eigentliches Lebensziel, welches allerdings nie erreicht wurde. Damit man nicht mit einem Bedauern stirbt, soll man die Erinnerung bekommen das geschafft zu haben, was man sich immer sehnlichst gewünscht hat. Im Spiel hat man den Auftrag den Lebenswunsch von Johnny Wyles zu erfüllen. Dieser lautet ganz einfach: Er möchte zum Mond – Daher auch der Name des Spiels.

Die Krux? Er weiß gar nicht, warum er das möchte, das macht es selbst für die Firma Sigmund schwierig die Aufgabe zu erledigen und somit müssen die beiden Protagonisten in die Erinnerungen von Johnny eintauchen und hier spielt das eigentliche Spiel. Die Erinnerungen laufen hier rückwärts ab und die wichtige Erinnerung, warum Johnny unbedingt zum Mond möchte, versteckt sich natürlich in der letzten Erinnerung, die man bereist.

Bis dahin hat man eine gewisse Bindung zu ihm aufgebaut, weil man sein ganzes Leben rückwärts durchlebt und ich sage es mal so. Wenn der oben erwähnte Song läuft, kriege ich bis heute noch nasse Augen. Ich hab ja schon mehrfach in dieser Beitragsreihe erwähnt, dass mich ein Spiel zum weinen brachte, aber das hier hat mich ungelogen für mehrere Tage komplett „zerstört“. Bis heute denke ich immer wieder an die Geschichte und es nimmt mich ein bisschen mit.

Dennoch eine Empfehlung

to the moon screenshot

In wunderschöner Pixelgrafik reist man durch die Erinnerungen…

Das klingt jetzt natürlich so, als wäre es ein ganz schreckliches Spiel, aber das ist es nicht. Auf keinen Fall. Sonst wäre es nicht auf dieser Liste. Es ist wunderschön und aber eben auch extrem traurig. Vermutlich ist es genau deswegen wunderschön. Und wie bereits Final Fantasy XV habe ich auch bei To the Moon mit mir gerungen, ob es nicht in die Top 10 gehört. Geben wir ihm einfach mal Platz 12…

To the Moon gibt es leider nicht auf Konsolen. Allerdings kann man es am PC (macOS, Linux und Windows) und auf mobilen Endgeräten (iPhone, iPad und Android) spielen. Mit 5,49€ kann ich es auch einfach jedem empfehlen, besonders da es auch eine deutsche Version gibt. Allerdings hat das Spiel keine Sprachausgabe und man muss lesen.

Es gibt übrigens einen Nachfolger, welcher sich Finding Paradise nennt. Diesen habe ich selbst noch nicht komplett gesehen, aber er soll ähnlich schön sein. Wer mal eben 9½ Stunden Zeit hat, kann sich Finding Paradise auf Twitch bei meinem absoluten Lieblings-Streamer Phunk anschauen. Der Stream zu To the Moon fehlt leider mittlerweile.

2 Kommentare

  1. Komme erst jetzt dazu, zu To the Moon zu schreiben.
    Es ist ein sehr tiefes und schweres Thema der Tod allgemein.

    Und wenn man sich in einem Spiel, damit noch die ganze Zeit beschäftigt, zu dieser Figur eine mitfühlende Beziehung aufgebaut hat, zieht das einem dann doppelt runter. Zumal man dann noch unbedingt und alles in der Macht stehende, den letzten Willen erfüllen möchte. Das dabei auch Tränen bei dir geflossen sind, ist verständlich.

    Geht mir ja genauso, wenn ich einen Film oder Serie schaue, wo ich zur Person, Schauspieler, die mir besonders gefällt, eine innige Filmbeziehung aufgebaut habe, nicht anders. Wenn das Ende vom Film nicht so ausgeht, wie ich mir das gewünscht habe oder der Schauspieler, mein Held stirbt. Zieht mich das ganze Geschehen runter.

    Zum Beispiel: der Film, 47 Ronin, mit Keanu Reeves. Der handelt von 47 Samuraikrieger. Ein fantastischer Film an sich. Aber der Schluss, hat den ganzen Film für mich zu Nichte gemacht, weil sich Keanu Reeves umbringen musste, um die Ehre der Samurai wieder herzustellen. Ich war richtig zerstört! Trotzdem liebe ich diesen Film unendlich!

    War auch auf YouTube, um mir ein Bild von To the Moon zu machen. Es ist ja niedlich aufgebaut. Dort wird das nicht direkt als Spiel beschrieben, sondern wie ein Buch gehandhabt, weil man einfach in der Story mitläuft und liest.

    Schön ist allerdings, dass es auch lustige Dialoge gab und Schabernack betrieben wurde, das lockert dann das Ganze auf. 😊

    Ein sehr schöner Beitrag wieder von dir, mit so viel Liebe fürs Detail und Empathie.❤️💚🤗

    Sorry, dass ich so viel geschrieben habe, aber mich hat eben dein Beitrag so sehr bewegt, dass ich einfach meine Gedanken freien Lauf lassen musste.😊

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  2. Oh, danke für die Erinnerung :)
    Ich habe aufgrund der ganzen tollen Kritiken (glaube auch von deiner Seite aus) To the Moon vor knapp einem Jahr für Android im Angebot erworben und, mmh, schlichtweg vergessen…

    Das, was du beschreibst und wie du es beschreibst klingt sehr tiefgehend und rührend, was man von einem Mobilegame nicht unbedingt erwarten würde. Ich bin gespannt.

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