Games dieser Dekade – Tür 6: Dead Cells

Dead Cells gehört zu einem Genre, welches man immer mal gerne mit »Man stirbt sich so voran« umschreibt. Wobei es eigentlich zwei Genres sind, welche diese Umschreibung teilen, welche allerdings eng miteinander verbunden sind. Rogue Likes und Rogue Lites. In die letztere Kategorie passt Dead Cells schon eher, wenn auch nicht so ganz. Aber darauf gehe ich später nochmal näher ein. Im weiteren werde ich das Genre dennoch als Rogue Likes referenzieren.

Dead Cells Cover

Dead Cells fällt zusätzlich in das Genre Metroidvania, welches ein zweites Genre ist, welches ich eigentlich immer wieder meide, aber hier und da macht es dann doch Spaß. In dem Fall ist es tatsächlich Minus × Minus ergibt Plus, denn der für mich größte Nachteil eines Metroidvanias (Sich die gesamte Karte bis ins kleinste Detail merken zu müssen), fällt bei Dead Cells komplett weg.

Dead Cells – Irgendwo zwischen Rogue Like und Rogue Lite

Definieren wir einfach mal kurz was ein Rogue Like ist. Bei diesem Genre ist der Tod im Spiel endgültig. Man verliert alles was man vorher gemacht hat und startet neu. Dazu gehört, dass die Level komplett zufällig generiert werden, sodass jeder Spieldurchlauf ein komplett anderer sein kann. Bei einem reinen Rogue Like verliert beim nach dem Ingame-Tod tatsächlich auch alles und fängt bei null an. Rogue Likes stehen nie für sich allein, denn sie brauchen eigentlich immer ein Träger-Genre. In diesem Fall ein Metroidvania, aber eigentlich kann man es mit allem vereinen. Ob nun Shooter, Run & Gun, Twinstick Shooter oder auch Kartenspiel (da kommt die Tage noch noch was), irgendwie kriegen die kreativen Köpfe es immer hin, ein eigentlich einfaches Spielprinzip zu einem sehr herausfordernden Rogue Like/Lite zu machen.

Ein Rogue Lite ist die abgeschwächte Form davon, wie das „lite“ auch impliziert. Stirbt man, fängt man auch von vorne an, aber es gibt verschiedene Mechaniken, welche einem das Spiel einfacher machen. Man kann sich zwischen den Runden neue Fähigkeiten kaufen, mal levelt mit der Zeit oder man nimmt Gegenstände mit in die nächste Runde. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie ein Rogue Lite aufgezogen ist. Auf jeden Fall empfinde ich dieses Genre als angenehmer, da ich einfach einen Fortschritt erspielen kann und nicht zu 100% darauf angewiesen bin immer und immer besser zu werden. Jeder Mensch hat seine Grenzen und es ist frustrierend, wenn man diese in einem Spiel erreicht.

Bei Dead Cells verliert man am Ende jeder Runde sein gesammeltes Geld und auch sonst alles. Das heißt, man muss im Spiel sein Geld zusammenhalten und bei einem Händler, zwischen den Leveln, bestimmte Dinge kaufen. Das kann schon mal eine ganze Weile dauern und es lohnt sich z.B. auch, wenn man das Risiko eingeht, einen Händler auszulassen und das gesammelte Geld zum nächsten zu bringen, bei dem man sich dann bessere Sachen kaufen kann. Hierbei sind manche auch wieder nur für diesen Spieldurchlauf verfügbar, andere sind übergreifend.

Ihr seht, das Thema ist komplex und man versteht es tatsächlich besser, wenn man es sieht oder im besten Fall selbst spielt. Mich persönlich hat Dead Cells auf jeden Fall sehr gefesselt. Der Humor ist genau auf meinem Level und dennoch ist es ernsthaft und düster genug, um nicht albern zu wirken. Dazu kommt die Darstellung. Wie bei Celeste kommt hier eine sehr reduzierte Grafik zum Einsatz. Diese wird allerdings durch Effekte und Animationen auf ein komplett neues Level gehoben. In dieser Dekade haben viele Spiele diesen Pixelstil revolutioniert und mit ein paar aktuellen Elementen ganz eigene Stile erzeugt. Dead Cells gehört dazu.

Durchgespielt habe ich Dead Cells bisher noch nicht, aber zumindest habe ich dem letzten Boss schon relativ stark zugesetzt. Hier muss ich aber definitiv noch etwas Zeit investieren, um Dead Cells wirklich zu meistern. Das ist allerdings Zeit, welche ich mir sehr gerne nehme.

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