Games dieser Dekade – Tür 9: Fallout 4

Mit Fallout 4 dürfte ich hier ein bisschen kontroverses Pflaster betreten, wenn eigentlich ist sich jeder einig, dass es ein unfassbar schlechtes Fallout ist. Das heißt aber in meinen Augen nicht, dass es ein schlechtes Spiel ist. Breath of the Wild ist auch ein schlechtes Zelda, wenn man den Anspruch hat, dass es exakt wie ein Zelda aufgebaut ist – Aber es ist ein hervorragendes Spiel. Vermutlich sogar das beste Zelda. Ich würde bei Fallout nicht dazu übergehen, zu sagen es sei das beste Fallout, aber es ist ein fantastisches Spiel.

Eine Powerrüstung aus Fallout 4

Ich habe einen Faible für postapokalyptische Szenarien und Welten, daher mag ich das Fallout-Universum auch sehr gerne. Ironischerweise mag ich die früheren Spiele allerdings nicht so sehr – Zumindest finde ich keinen allzu guten Zugang zu diesen. Vermutlich habe ich einfach viel zu spät damit angefangen, denn technisch sind die Spiele alle auf einem eher unterdurchschnittlichen Level. Sowas geht noch klar, wenn sie rauskommen, aber was veraltet ist wenn es erscheint, altert nunmal schlecht.

Die Welt von Fallout 4

Wie gesagt, es handelt sich hier um ein postapokalyptisches Szenario und somit spielt es nach einem verheerenden Atomkrieg zwischen China und den USA. Ob andere beteiligt waren und wie es auf dem Rest der Welt aussieht, ist nicht überliefert, aber man darf davon ausgehen, dass hier einiges schief ging. Die gesamte Story von Fallout ist ziemlich düster und verzwickt und je mehr man sich damit beschäftigt, desto abgefuckter wird der ganze Kram.

Wie in meinem Beitrag zu meinen Games von 2018 habe ich ja bereits angemerkt, dass ich das Spiel sogar noch ein zweites Mal gespielt habe. Bei einer Spielzeit von 120 Stunden beim ersten Spielstand spricht das schon sehr für das Spiel. Allerdings habe ich vermutlich noch viel mehr Zeit in die Hintergrundgeschichte gesteckt. Im Februar 2018 habe ich euch bereits den englischsprachigen YouTube-Kanal Oxhorn empfohlen. Dieser hat alle Fallout-Spiele bis ins kleinste analysiert und darüber ausführliche Videos gemacht.

Fallout 4 spielt im Gebiet vom ehemaligen Boston und im Gegensatz zu anderen Fallout-Teilen sieht man hier nochmal die normale Welt, bevor das Spiel startet. Ich hätte mir ein bisschen mehr Zeit in dieser Welt gewünscht, um die Story ans Laufen zu bringen, denn diese kommt, wie bei Bethesda-Spielen üblich, einfach viel zu kurz. Dennoch ist es interessant, auch mal die intakte Welt zu sehen.

Eine zerstörte Welt wieder aufbauen

Was Fallout 4 von den anderen Teilen maßgeblich unterscheidet ist ein Bausystem. Man kann Teile und Materialien sammeln und daraus dann verschiedene Gegenstände fertigen. Von einfachen Wänden und Dächern bis hin zu vorgefertigten Strukturen hat man recht viele Möglichkeiten. Wozu das Ganze? Um Siedlungen wieder aufzubauen, welche einem später helfen können. Das Problem? Spielt man nicht auf Albtraum (Der höchste Schwierigkeitsgrad), ist das zu 100% unnötig. Man ist nach kurzer Zeit übermächtig und braucht die Hilfe von Anderen nicht.

Spielt man allerdings auf Albtraum, kann man nur speichern wenn man schläft. Hat Hunger und Durst, Munition wiegt etwas etc. Hier kann ein enges Netz von Siedlungen super hilfreich sein, um nicht nur Unterstützung im Kampf zu bekommen, sondern auch um seine Vorräte aufzufüllen und zu schlafen. Ich würde mir wünschen, man hätte hier die Siedlungen in normalen Schwierigkeitsgraden noch etwas nützlicher gemacht.

Allerdings wurde diese Funktion kurz vor Schluss mehr oder minder spontan eingebaut, wie in einigen Kreisen immer wieder erwähnt wird. Die Funktion war nicht von Anfang an geplant und das merkt man auch. Sie ist etwas rau im Handling und hat seine Grenzen, wenn man zu große oder komplexe Siedlungen baut. Hier würde ich mir für Fallout 5, sollte es denn jemals kommen, einen größeren Fokus darauf wünschen. Nichtsdestotrotz habe ich unzählige Stunden nur in dieses Bausystem gesteckt.

Viele Schwächen, dennoch fantastisch

Man merkt leider bei Bethesda in den letzten Jahren immer mehr, dass sie Spiele mit der heißen Nadel stricken. Deadlines sind wichtiger als Qualität und dafür bekommen sie auch regelmäßig auf den Deckel. Dennoch gleicht die dichte Welt, die tollen Nebenquests, die gesamte Geschichte (nicht die Hauptstory, die ist wie immer bei Bethesda Grütze) um die einzelnen Orte und auch die Idee mit den Siedlungen all das für mich wieder aus.

Ich habe Fallout 4 jetzt bereits zwei mal durchgespielt und ich habe regelmäßig den Gedanken es noch ein drittes Mal zu spielen. Vielleicht irgendwann. Aber vielleicht kommt nach dem Totalausfall, der sich Fallout 76 schimpft, ja auch irgendwann nochmal ein Fallout 5, welches all diese Kritikpunkte adressieren kann.

2 Kommentare

  1. Das liest sich eigentlich ziemlich gut :)
    Ich mag ebenfalls solche Szenarien (anderes Genre, aber vor fast 30 Jahren hab ich z.B. Burntime sehr geliebt) und 17 Jahre später habe ich mich an Fallout: Las Vegas versucht, obwohl – ja, wie du schon schreibst – die Technik mehr als Bombe war.
    Irgendwie bin ich nie so reingekommen, aber hab mich vielleicht auch nicht so drauf eingelassen, geschweige denn die Zeit dazu gehabt :D
    Dennoch finde ich es erstaunlich, wieviel Hintergrund die Serie hat, wenn man sich wie du damit beschäftigt.

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    • War für mich auch das erste Mal, dass ich mich so sehr mit der Hintergrundgeschichte eines Spiels, oder in dem Fall eines komplett eigenen Universums, welches über mehrere Spiele hinweg gestreckt wird, beschäftigt habe. Bin auch nur durch Zufall drauf gestoßen, aber die Videos von Oxhorn waren teils so interessant aufbereitet, dass es mich komplett in den Bann gezogen hat.

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