Telekom akzeptiert Urteil gegen Drosselung

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Das Internet hat mal wieder gewonnen. Diesmal quasi doppelt. Einmal wir als Nutzer und einmal das Internet selbst. Warum? Die Telekom kündigte am 22. April 2013 an, dass man künftig die Kunden gängeln möchte. Wie? Mit einer Drosselung. Nach einem bestimmten Volumen (75GB) sollte Schluss sein. Man wird auf eine unzumutbare Geschwindigkeit gedrosselt. Auch das zurückrudern auf (meiner Meinung nach immer noch unzumutbare) 2MBit/s (256KB/s) brachte keine Beruhigung.

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Die Höhe war übrigens, dass die Telekom bestimmte Dienste bevorzugen wollte. Ein kleiner Obolus an die Telekom und der Dienst kommt ungedrosselt durch die Leitung. Mehr Hintergründe könnt ihr gerne bei Caschy lesen, von dem diese Info kommt. Nun gab es allerdings ein Urteil gegen diese Entscheidung. Die Telekom dürfe das so nicht umsetzen. Hauptsächlich aufgrund des Begriffs Flatrate. Kurz: Am 05.12.2013 wird diese Klausel aus alles Verträgen gestrichen – Wir haben gewonnen, oder?

Urteil: Mit dem Begriff Flatrate verbinde der Kunde bei Internetzugängen über das Festnetz einen Festpreis für eine bestimmte Surfgeschwindigkeit und rechne nicht mit Einschränkungen.

Jein. Der technische Rückschritt, den die Telekom damit anstößt, soll nicht komplett verschwinden. Diese Tarife werden kommen, das sichert die Telekom zu. Allerdings nicht als Flatrates und nicht statt der Flatrates. Man wird zusätzlich neue Volumentarife anbieten, welche günstiger sind als die Flatrates. An sich eine gute Sache, sofern die Flatrates dadurch nicht teurer werden. Viele Kunden würden von den Volumentarifen profitieren, denn 75GB reichen tatsächlich für viele Nutzer aus, aber bei Weitem nicht für alle. Erst recht nicht für Familien.

Ich würde mir wünschen, dass dieses Urteil etwas weitreichender wirkt. Denn im Mobilfunkbereich haben wir nach wie vor Volumentarife, welche als Flatrates oder Flats bezeichnet werden. Das ist schlichtweg nicht richtig und ärgert viele Kunden immer wieder. Ich merke durchaus, dass ich mit der Zeit immer mehr Traffic verbrauche – klar man nutzt das Smartphone immer mehr – und immer näher an meinen Gigabyte komme, den ich ungedrosselt habe.

Also hier hätte ich entweder gerne eine Flatrate, günstigere Preise für mehr Traffic oder verdammt nochmal zumutbare Geschwindigkeiten nach der Drosselung. Denn jeder, der schon einmal gedrosselt wurde weiß, wie unfassbar schlecht das Netz benutzbar ist. Was zahl ich bei Vodafone für einen weiteren Gigabyte? Mal eben ganze 10€. Wenn man nur noch 5 Tage des Rechnungsmonats hat, dann lohnt sich das nicht und man muss entweder viel Traffic wegwerfen oder 5 Tage quasi offline sein. Aber die Telekom will offenbar auch hier etwas bewegen:

Wir möchten, dass unsere Kunden verstehen, was sie von unseren Tarifen erwarten können. Und wird die Transparenz, die wir so stark betonen, nur für das Festnetz gelten? Sicher nicht. Wir wollen auch unser Mobilfunkportfolio in Zukunft einfacher und besser verständlich machen.

Wie dem auch sei, ich freue mich, dass sich hier mal ein wenig bewegt und wir nicht komplett ungehört bleiben. Das zeigt wieder einmal, dass die Netzgemeinde durchaus etwas bewegen kann. Weiter so.

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