Touchscreenhandschuhe im Test

Dieser Beitrag wurde vor mehr als 7 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Vor zwei Jahren eher die Ausnahme, ist es heute schon die Regel, dass man mit einem mobilen Begleiter mit Touchscreen durch die Gegend läuft. So gesehen auch kein Problem, wenn man mal die Anrempler auf offener Straße außen vor lässt. Nur hat man im Winter schlechte Karten, wenn man einen kapazitiven Display hat. Denn diese reagieren nicht auf Druck, sondern auf elektrische Impulse. Und diese werden beim besten Willen weder von Fäustlingen noch von Handschuhen aus Leder weiterleitet. Bei normalen Handschuhen aus Wolle, kann man noch Glück haben, dass sie mit etwas mehr Druck die Impulse durch lassen, aber wirklich gut klappt das leider nicht.

Jetzt mag man sich fragen wie wichtig es ist mit seinem mobilen Geräten im Kalten herumzuspielen. Kommt drauf an. Da die Bahnen und Busse es ja ab mehr als 3 Schneeflocken nicht mehr schaffen richtig zu fahren, kann eine Runde Angry Birds schon mal sehr entspannend und zeitvertreibend sein. Aber auch wenn man nachsehen möchte, wann der nächste Bus fährt, ist das sinnvoll, denn auch das können Android, iPhone und Co mittlerweile verdammt gut. Den Link zum Produkt findet ihr am Ende des Tests.

Aber auch der einfache Fall eines Anrufes macht solche Touchscreenhandschuhe schon zur Pflicht. Denn leider verbreitet sich die Unsitte, dass es keine Hardware-Annahme- und Auflegen-Taste in die Geräte eingebaut wird und man so auf den Touchscreen angewiesen ist, rasend schnell.
Habe ich letztes Jahr mit meinem HTC Magic noch alle iPhone-User ausgelacht, weil ich meine Handschuhe anbehalten konnte, habe ich mit meinem HTC Desire nun auch das Nachsehen.

Nun habe ich also die Möglichkeit gehabt dass einfach so hinzunehmen und meine schlecht durchbluteten Hände in solchen Fällen der Kälte auszusetzen, mein altes Magic wieder raus zu holen, oder ich kaufe mir ein paar Touchscreenhandschuhe.

Diejenigen, die mir bei Twitter folgen wissen, dass ich mehrfach nachgefragt habe. Allerdings hatte scheinbar noch niemand wirklich Erfahrung damit. Denn mein Hauptkriterium lag hier nicht darauf auch bei einem Blizzard noch schnell schreiben zu können, sondern darauf, dass meine Hände warm bleiben. Und damit kommen wir zum eigentlichen Test.

Kann man mein Gerät damit problemlos bedienen?

Als allererstes möchte ich darauf eingehen, ob man mit den Touchscreenhandschuhen, die ich mir zugelegt habe auch wirklich was machen kann. Die kurze Antwort ist ja. Die lange: Sogar ziemlich gut. An beiden Handschuhen hat man an Daumen, Zeige- und Mittelfinger eine spezielle Spitze. Diese ist nicht wie der Rest des Handschuhs aus Wolle, sondern einem speziellen leitfähigen Material, was die Bedienung verdammt einfach macht. Man gleitet förmlich über den Touchscreen. Die Annahme eines Anrufs oder das Aufheben der Display-Sperre ist somit kein Problem mehr.
Das Wichtigste für die Meisten ist also geschafft.

Doch kann ich auch nach meiner nächsten Verbindung suchen? Ich weiß nicht, wie es auf dem iPhone aussieht, doch bei Android nehmen die Fahrplanapps einen schon einen erheblichen Teil der Arbeit ab. Sei es nun Fahrplan DE, bei welchem man eine Heimat, in Form einer Adresse, eines Bahnhofs oder einer Haltestelle, angeben kann. Oder keine Lieblingsapp in Sachen Usability, Pendel Panda. Hierbei hat man vorher eingestellte Bahnhöfe und Haltestellen auf touchfreundliche Buttons gelegt und kann diese dann durch aufei anderziehen auswählen. Muss man mal probiert haben.

In der einen App muss ich also nur eine Haltestelle angeben, erleichtert die Arbeit etwas. War aber gar nicht notwendig. Den das Tippen geht erstaunlich gut. Für zielsichere Tipper reicht der Daumen zum tippen, wer allerdings etwas weniger gut treffen kann, wenn er Handschuhe an hat, nimmt besser einen der anderen beiden Finger.
Hierzu muss man sagen, es gibt noch einen Punkt, den einige stören, ich finde es praktisch. Am  Daumen ist eine Naht, welche wohl viele, speziell iPhone-User, irritiert. Denn dadurch erreicht nicht der dicke Daumen den Touchscreen, sondern diese dünne zielsicherere Naht. Durch das Material reagiert der Touchscreen dennoch wie gewollt, man trifft halt nur besser – mit etwas Übung.

Jetzt noch die Frage, wie es mit den Hardcoreusern im Schnee aussieht. Also gleich vorweg, es geht. Angry Birds funktioniert super, auch der GoogleReader lässt sich super bedienen und auch einige meiner Lieblingsapps. Diesen Blogbeitrag würde ich jetzt nicht bei -9°C draußen schreiben wollen, aber SMS und E-Mails gehen ohne Probleme. Wen man wie gesagt nicht mit dem Daumen schreiben kann, dann sollte man eben den Zeigefinger nehmen.

Hier sind Android-User allerdings etwas im Vorteil. Denn wir haben Swype. Somit können wir also auch wischen statt tippen, wenn wir wollen. Ich bin für den Winter wieder auf Swype umgestiegen und ich liebe es. So sehr, dass sogar dieser Beitrag um 6:00 Uhr damit geschrieben wird. Auf meinem Desire. Bilder und Verlinkung mache ich dann zwar am Rechner, aber dass liegt eher an der WordPress-App.

Nun zu dem wichtigen Teil für mich.

Halten die Touchscreenhandschuhe auch warm?

Hier muss man klar sagen, ja aber nicht unbegrenzt.
Meine Follower bei Twitter warten schon eine Weile aus diesen Test, aber ich wollte sie wirklich testen können, bevor ich ein voreiliges Fazit ziehe. Deswegen habe ich verschiedene Wetterbedingungen und Szenarien ausprobiert.

1. Einkaufen bei -9°C

Ich habe mit Absicht die Hände nicht in meine Manteltaschen gesteckt, da ich wissen wollte, wie warm sie halten. Und ich war überrascht. Trotz dem Wind, welcher meine Ohren zart blau färbte und mit Eiszapfen schmückte, waren meine Hände noch beweglich und angenehm. Natürlich nicht so warm wie drinnen, doch schon sehr angenehm.

2. Unterwegs zu McDonalds bei -5°C

Zwar war es etwas wärmer, doch habe ich es diesmal gewagt Schnee in die Hand zu nehmen und meinen besten Freund damit zu bewerfen. Bis auf die Tatsache, dass der Schnee leicht an den Touchscreenhandschuhen festpappt, funktionierte das auch ganz gut. Kälter wurden die Hände dadurch aber logischerweise. Mehr als 6 Schneebälle haben meine, leider sehr empfindlichen, Hände nicht ausgehalten ohne zu kalt zu werden.

3. Weg zur Post bei -6°C

Als ich ein Paket zur Post bringen wollte, konnte ich meine Touchscreenhandschuhe nochmal testen. Es hat das erste mal geschneit, als ich mit ihnen draußen war. Je 10 Minuten hin und zurück und dabei twittern. Hat gut geklappt, hier habe ich noch die normale Tastatur von meinem Desire genutzt.

4. Fahrt zum Tierarzt bei -4°C

Hier habe ich mich für Swype entschieden, weil ich währenddessen mit einer Freundin per SMS in Kontakt bleiben musste und da musste das Schreiben schnell gehen. Die Touchscreenhandschuhe verrichteten hier hervorragend ihre Arbeit. Ich schrieb viel und meine Hände blieben dennoch warm.

Fazit

Mein persönliches Fazit ist, dass ich es in keinem Fall bereue, für diese Touchscreenhandschuhe Geld ausgegeben zu haben. Sie halten die Hände gut warm, der Touchscreen lässt sich damit wirklich erstaunlich gut bedienen und sie sehen gut aus.
Einzig die Verarbeitung ist ab und an etwas verbesserungswürdig, aber bei dem Preis kann man darüber hinwegsehen, da es nur bei starker Inspektion auffällt.
Eine Schneeballschlacht sollte man damit vielleicht nicht unbedingt anfangen, aber bei einer richtigen Schlacht hat man eh kein Touchscreengerät dabei, wenn man nicht gerade das Motorola Defy sein Eigen nennen darf.
Eine klare Empfehlung von mir also.

Wenn ihr die Handschuhe jetzt auch haben wollte, dann könnt ihr entweder bei Amazon direkt nach Touchscreenhandschuhe suchen, oder ihr nehmt diesen Link:

Touchscreen Handschuhe bei Amazon 

Durch diesen Link honoriert ihr quasi den Testbericht. Ihr müsst nicht, ich würde mich allerdings freuen ;) Für Menschen mit kleineren Händen würde ich übrigens diese in Größe M empfehlen. Eine andere Firma, sollte aber ähnlich gut sein und besser passen, wenn man zu klein ist ;)

Ich habe die Handschuhe vor 2 Wochen für 9,99€ ohne Versand bestellt. Jetzt kosten sie leider 12,99+2€ Versand 23,99€+2€ Versand. Aber ich würde auch locker 25€ dafür ausgeben. Schade finde ich es dennoch. Ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass es jetzt wirklich kalt wird, oder dass die Nachfrage auf einmal steigt, denn andere Handschuhe, welche vorher für 19,99€ zu haben waren, kosten jetzt 34,99€. DAS finde ich, ist eine Frechheit.

13 Kommentare

    • Präziser sind sie sicherlich, aber nichts für mich. Die drei Finger würden recht schnell einfrieren (bei -5°C nach ca 5 Minuten) und ich könnte sie nicht mehr bewegen. Deswegen mussten solche her.

      Auf diesen Kommentar antworten
      0
    • Das sind nicht die gleichen Handschuhe. Das sind die, die nun bei Amazon 34,99€ kosten. Es wäre also falsch diese hier zu verlinken, da ich dazu nichts sagen kann. Ich habe die von dir verlinkten Handschuhe nicht getestet.

      Auf diesen Kommentar antworten
      0

Weitere Kommentare sind auf diesem Blog nicht mehr möglich.