Gamecheck: Puzzles & Dragons Z für den Nintendo 3DS

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Vor einigen Monaten wurde auf einem Nintendo Direct ein Spiel angekündigt, welches meine Aufmerksamkeit erweckte. Insbesondere da bis zum Release des Spiels zwar noch einige Zeit vergehen sollte, aber man einen Ableger dafür gratis für den Nintendo 3DS bekommt. Pokémon Shuffle war der Ableger und machte auf Anhieb eine Menge Spaß. Der Nachteil? Es ist nicht wirklich kostenlos, es ist Free2Play und hat somit Mikrotransaktionen, welche das Spiel erst richtig spielbar machen. Denn man hat nur 5 Leben, ein Leben lädt sich in 30 Minuten auf. Das trübt den Spielspaß und zum Schluss war ich schon etwas gefrustet. Doch Puzzles & Dragons Z sollte bald kommen und das hielt meine Laune oben.

Puzzles and Dragons Z (3)

Puzzles & Dragons Z ist ein Spiel, in dem man üblicherweise bis zu sechs verschiedene Arten von Steinen auf dem Spielfeld hat und diese muss man miteinander verbinden, sodass 3 oder mehr nebeneinander sind, um damit Angriffe ausführen zu kennen. Wer Bejeweled kennt, der versteht das Prinzip schnell, für die jüngere Generation: Das Prinzip kann man mit Candy Crush vergleichen. Ich hab solche Spiele schon immer gemocht, die Langzeitmotivation fehlte hier allerdings immer wieder. Und da kommt Puzzles & Dragons Z ins Spiel.

Die vollkommen unwürdige Demo

Puzzles and Dragons Z Huelle

Seit einigen Wochen kann man sich im Nintendo Shop für den Nintendo 3DS die Demo für Puzzles & Dragons Z runterladen. Der Witz an der Sache? Das Hauptspiel ist gar nicht enthalten. Denn das Spiel ist eigentlich nicht nur ein Spiel, sondern zwei. Es gibt nochmal ein Spiel, welches darauf basiert und mit einem Super Mario Theme überzogen ist. Ich persönlich finds lächerlich, aber das soll hier nichts zur Sache tun. Auf jeden Fall kann man in der Demo nur einige wenige Eindrücke von eben dieser Version gewinnen, vom Hauptspiel fehlt jede Spur. Und ganz ehrlich? Nachdem ich die Demo gespielt habe, wollte ich eigentlich meine Vorbestellung von Puzzles & Dragons Z wieder stornieren.

Ich weiß nicht genau, warum ich es nicht tat. Vermutlich wegen der Gewissheit, dass ich es bei Amazon eh wieder zurückgeben kann, wenn es mir nicht gefällt. Auf jeden Fall hab ich die Vorbestellung aktiv gelassen und gestern kam dann das Spiel an. Kurz gesagt? Nachdem die Demo wirklich schlecht ist, also richtig richtig schlecht und das Spiel absolut unwürdig bewirbt, hatte ich am Hauptspiel richtig Spaß. Wobei ich den Super Mario-Teil bisher nicht beachte, deswegen bezieht sich dieser Beitrag auch ausschließlich auf das Hauptspiel, nicht auf den Nintendo-Überzug.

Spiel mit Suchtpotential

Puzzles and Dragons Z (1)

Lange Rede kurzer Sinn? Um 19 Uhr kam ich nach Hause, das Spiel lag im Briefkasten. Noch kurz was essen, den Gronkh-Livestream anschmeißen und nach dem essen zocken. Gegen 3 Uhr morgens ging ich ins Bett und hatte mal eben 6 Stunden und 17 Minuten gespielt. Zu dem Zeitpunkt, wo ich diesen Beitrag schreibe, bin ich bei exakt 9 Stunden und 30 Minuten. Also auch heute fesselte mich das Spiel direkt 3 Stunden wieder an den 3DS. So muss das, wenn man ein neues Spiel kauft.

In dem Spiel geht es, wie der Name schon sagt, unter anderem um Drachen. Und ich liebe Drachen. Mit seinem Spielfeld macht man also nicht nur irgendwelche Combos, diese Combos resultieren darin, dass eure Drachen die Gegner angreifen. Jeder Drachen hat ein Element. Feuer, Wasser, Holz, Licht und Dunkelheit. Diese haben unterschiedliche Wechselwirkungen aufeinander. Feuer verbrennt Holz, Wasser löscht Feuer und Holz saugt Wasser auf. Licht und Dunkelheit haben gegenseitig aufeinander eine Wechselwirkung, beide sind gegeneinander effektiv.

Hat man also nun eine Dreierreihe von Feuerelementen, greifen alle Drachen an, welche diesem Element angehören. Hat man keinen Feuerdrachen dabei, verpufft der Angriff, es sei denn er ist Teil einer Combo mit einem anderen Element, dann wird es aufgerechnet. Klingt komplizierter, als es ist und prägt sich schnell ein.

Pokémon trifft Bejeweled

Puzzles and Dragons Z (4)

Das Schöne? Die Drachen bekommen Erfahrung, wenn sie andere Monster oder Drachen besiegen. Dadurch leveln sie auf und werden stärker. Unterwegs sammelt man Puzzlestücke ein, die unterschiedlichen Drachen dazu verhelfen, sich weiterzuentwickeln und so wird aus den anfänglich kleinen niedlichen Drachen auf einmal ein großes Monster, welches direkt deutlich stärker aussieht und auch ist. Indirekt kann man Drachen und Monster auch fangen, denn besiegt man ein Monster, kann es sein, dass dieses ein Ei fallen lässt. Brütet man dieses aus, bekommt man ein neues Monster, welches auf Level 1 startet. Einmal hatte ich den Fall, dass es direkt auf Level 10 hochgelevelt ist.

Das hat ein bisschen was von Pokémon (Direkt zu Beginn werden deutliche Parallelen zu Pokémon erkennbar) und macht tierisch Spaß. Wer also sowohl Bejeweled, Candy Crush & Co. und Pokémon, Dragon Quest Monsters & Co mag, der wird in Puzzles & Dragons Z definitiv etwas finden, was einen eine ganze Weile fesselt. Besonders da man nicht das Gefühl hat, dass man durchrusht und direkt alles geschenkt bekommt. Zu Beginn ist zwar alles noch einfacher, aber die ersten 1½ Inseln kann man auch noch als Tutorial ansehen. Am Ende der zweiten Insel wird es schon deutlich schwerer.

Typischer Anime-Charme

Puzzles and Dragons Z - Fruehstueckseier

Man merkt auf jeden Fall, dass das Spiel aus Japan kommt, denn die Zeichnungen der Charaktere und auch die Art wie sie sich verhalten, sind schon sehr Klischee-Mäßig auf Animes zurückzuführen. Der Humor ist herrlich flach und die Dialoge teilweise einfach nur zum Kopfschütteln, aber auf eine Positive Art und Weise. So gibt es zum Beispiel einen jungen Mann, der später eine wichtige Rolle spielt, der sich erhebliche Gedanken um die Härte von Frühstückseiern macht. Wer JRPGs mag, wird hier gut bedient.

Oder die beiden Zwillinge, die sich die ganze Zeit über die unsinnigsten Sachen streiten. Die Dialoge sind teilweise durchaus unterhaltsam, dennoch wird man aus dem leichten Rollenspiel-Feeling nicht wirklich herausgerissen. Rollenspiel-Feeling auch deswegen, weil man sich nicht nur auf Spielbrettern bewegt, man kann frei in der Hauptstadt rumlaufen, kleinere Nebenquests annehmen und mit den Leuten reden, um mehr über die Welt zu erfahren.

Kurzfazit

Ein Fazit nach fast 10 Stunden Spielzeit? Das soll hier kein Testbericht sein, das liegt mir bei Spielen einfach nicht, aber ein kleines Fazit nach der jetzigen Spielzeit kann ich definitiv geben. Für die 29€, die man für Puzzles & Dragons Z zahlt, bekommt man ein liebevoll ausgearbeitetes Spiel, welches durchaus Spaß macht. Man kann seine Monster trainieren und neue sammeln. Kommt man nicht weiter, geht man in früheren Dungeons nochmal trainieren oder schaut, ob man seine Monster weiterentwickeln kann. Das macht tierisch Spaß und schon während ich darüber schreibe, kriege ich Lust gleich wieder weiter zu spielen.

Puzzles and Dragons Z (2)

Für mich ist das Spiel definitiv gelungen, wenngleich sie sich diesen Mario-Quatsch sparen könnten, aber dafür gibt es sicherlich eine Zielgruppe und so hat man für nicht einmal 30€ immerhin zwei komplette Spiele und nicht nur eines. Ich hätte mir allerdings eher gewünscht, dass der billige Abklatsch (Pokémon Shuffle) eher die Mario-Version wird und der Pokémon-Ableger als vollwertiges Spiel mit in Puzzles & Dragons Z kommt, das würde das Spiel um ein Vielfaches aufwerten. Aber man kann nicht alles haben. Von mir gibt es zwar keine Punkte für das Spiel, weil solche Bewertungssysteme einfach in meinen Augen nichts taugen, aber eine klare Kaufempfehlung für Puzzles & Dragons Z kann ich definitiv geben.

29€ sind nicht viel für ein Spiel, welches einen stundenlang fesseln kann und wer Pokémon Shuffle schon gerne spielt, wird in Puzzles & Dragons definitiv ein Spiel finden, welches deutlich mehr Spaß macht. Für jeden der gerne Puzzle-Games wie Bejeweled spielt und gerne sammelt ist Puzzles & Dragons Z also sicherlich ein gelungener Zeitvertreib.

Puzzles & Dragons Z auf Amazon

P.S.: Hey Nintendo, schraubt mal bitte an einer systemweiten Screenshot-Funktion für den 3DS. Es ist schrecklich darüber zu schreiben, wenn man vorher erst Fotos machen muss.

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