Gamecheck: SOMA

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Existenz. Wer sind wir und wo gehen wir hin? Der Sinn des Lebens.

Nein, das hier ist kein Esoterik-Kurs, sondern ein SOMA-Review. In der Rolle von Simon Jarrett überlebt man knapp einen Autounfall und trägt einen Hirnschaden davon. Hoffnung gibt es in Form einer neuen Behandlungsmethode, bei der eine digitale Kopie des Gehirns angelegt und risikofrei daran geforscht werden kann. Zu diesem Zweck begibt sich Simon in die Hände eines Doktoranden, der diese Form der Therapie entwickelt hat. Nach dem Aufwachen und einem kurzen Rundgang in der eigenen Wohnung geht es auch schon in die U-Bahn und danach direkt auf den Stuhl, mit dessen Hilfe ein Abbild von Simons Gehirn erzeugt werden soll. Dann wird es dunkel.

Simon wacht in einer Unterwasser-Basis in der fernen Zukunft auf. Alleine. Aber da sind Maschinen. Und sie reden mit ihm. Als wären sie lebendig…

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Und so liegt es am Spieler, herauszufinden, was passiert ist. Das Setting erinnert auf den 1. Blick sofort angenehm an Bioshock und man beginnt, die verschiedenen Bereiche von PATHOS-II, so der Name der Basis auf dem Meeresgrund, zu erkunden. Immer wieder stolpert man über Maschinen, überwuchert von einer schwarzen Flüssigkeit, die anscheinend von allem Besitz ergreift. Diese Roboter reden mit Simon, als wären sie normale Menschen und vollkommen überzeugt davon, in einem menschlichen Körper zu stecken. Nach kurzer Zeit und einigen Gefahren trifft Simon jedoch auf eine Verbündete, die ihm ein paar Fragen beantworten und ihm einen Weg zeigen kann. Vieles ist nicht so, wie es scheint. Manches aber eben doch genau so.

Mehr wird wegen akuter Spoilergefahr nicht verraten, aber Frictional Games bleiben ihrem Erfolgsrezept, mit dem sie spätestens seit Amnesia: The Dark Descent bekannt wurden, treu und schafft es erneut, Erkundung und eine sehr interessante Geschichte mit einer Portion Horror zu würzen. Großartige Rätsel gibt es keine, wohl aber gilt es, Sicherheitscodes von Computern zu finden oder z.B. die richtige Funkfrequenz für eine Übertragung einzustellen. Die Erkundung der Stationen wird immer wieder durch den Gang auf dem Meeresboden selbst aufgelockert, was auch immer wieder für grafische Abwechslung und Aha-Erlebnisse sorgt. Und so manches mal sollte man sich vielleicht lieber vor dem verstecken, was da in der Dunkelheit lauert. Spieler, welche die anderen Titel von Frictional Games bereits kennen, sind das „Katz und Maus Spiel“ bereits gewohnt. Oftmals gilt es, einem übermächtigen Gegner auszuweichen, um sein nächstes Ziel zu erreichen. Wird man entdeckt, endet dies oft mit einer Verfolgungsjagd durch die klaustrophobischen Gänge der Unterwasser-Basis und man atmet mit klopfendem Herzen erleichtert auf, wenn man die rettende Tür hinter sich geschlossen hat. So gehört sich das.

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Grafisch reißt der Titel keine Bäume aus, besonders die Texturen in den Innenräumen sind teilweise verwaschen. Gefallen können jedoch die Lichteffekte, sowie die Szenen außerhalb auf dem Meeresboden. Gerade die erwähnte Beleuchtung schafft es, die von Algen und Pflanzen überwucherten Konstruktionen in eine gespenstische Atmosphäre zu tauchen, während man zwischen Felsen und Fischen den nächsten Einstiegspunkt sucht.

SOMA ist ein Spiel, nach dessen Ende man durchaus noch einmal ins Grübeln kommt. Es wirft bekannte Fragen auf, was die eigene Existenz betrifft und hat Verbindungen zu Geschichten wie Matrix oder der klassischen wissenschaftlichen Frage, ob wir nicht vielleicht einfach nur in einem Computerprogramm leben. Würde es uns etwas ausmachen, wenn unser Gehirn eigetlich nur in einem Glas liegt und alles um uns herum sind Reize, die unserem Gehirn vorspielen, die Welt wäre real? Glücklicherweise driftet das Spiel hierbei nicht in esoterischen Quatsch ab, sondern beantwortet am Ende alle Fragen auf befriedigende Art und Weise.

Wertung: 9/10

Weitere Info: Website | Steam | MMOGA

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