Altbekannt und doch völlig neu – Tweeten 2 ist da

Am 29. Januar 2016 wurde die erste Version von Tweeten veröffentlicht, einem Twitter-Client für PC und Mac, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat, das an sich eher einfach gehaltene TweetDeck grafisch und funktional aufzuwerten. Bereits bei der ersten Version kam ich zum Entschluss, dass dies durchaus gelungen ist. Nun wurde eine neue, komplett überarbeitete Version veröffentlicht, welche die Benutzererfahrung noch einmal deutlich verbessert.

Tweeten 2 ist da und bringt ein verbessertes Design mit.

Die neue Version wurde komplett neu geschrieben und beansprucht nur noch halb so viel Speicherplatz wie die erste Version. Außerdem wurde die komplette Setup-Routine erneuert – neben einem neuen, eigenen Installer gibt es nun auch endlich „echte“ automatische Updates. Wenn es eine Sache gab, die mich an Tweeten 1 wirklich störte, dann war dies die Tatsache, dass man bei jedem Update erst das neue Package herunterladen und dieses dann auch noch manuell ausführen musste. Beide Kritikpunkte entfallen in Tweeten 2 – ist ein Update verfügbar, wird es im Hintergrund automatisch heruntergeladen und kann jederzeit mit einem Klick (oder beim nächsten Start der App) installiert werden. Zusätzlich dazu gibt es ein neues Hotfix-System, das es, sollte Twitter wieder einmal ganz spontan das komplette TweetDeck-Design auf den Kopf stellen, dem Entwickler ermöglicht, Fehler so schnell wie möglich zu beheben.

Das Theme wurde ebenfalls überarbeitet und sieht nun noch besser aus. Während in Tweeten 1 zum Beispiel mehrere Icons einige Pixel zu weit links/rechts platziert waren, sitzt nun alles passgenau. Auch zuletzt aufgetretene Probleme wie fehlerhaft dargestellte Like- und Retweet-Icons wurden behoben. Das neue Light-Theme sieht ebenfalls einfach nur toll aus – und das behauptet jemand, der helle Themes eigentlich überhaupt nicht mag:

Das neue Light-Theme in Tweeten 2 – es sieht großartig aus

EMOJIS! 🤗

Ist euch aufgefallen, dass meine DM-Spalte auf den Screenshots weichgezeichnet wurde? Das war ich nicht – denn auch das gehört zu den neuen Features. Man kann nun einstellen, dass der Inhalt von DMs ausgeblendet wird, sodass man nur noch sieht, wer einem eine DM geschrieben hat. Zusätzlich kann man aber eben auch die gesamte Spalte verwischen. Fährt man mit der Maus über einen der unscharfen Avatare bzw. Namen, wird der Blur-Effekt an dieser Stelle unterbrochen. Was außerdem zu den neuen Features gehört und bis zum Release des „Windows 10 Fall Creators Updates“ vermutlich mein persönliches Lieblingsfeature werden dürfte, ist ein Emoji-Picker. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich dafür auf die Bildschirmtastatur von Windows 10 zurückgreifen musste. Darüber hinaus kann man sogar nach bestimmten Emojis suchen – denn sein wir mal ehrlich, es gibt inzwischen so viele, dass die Suche nach einem einzigen schon mal zur Herausforderung werden kann. Das automatische Pausieren von GIFs sowie das Zoomen innerhalb von eben diesen ist ebenfalls neu und besonders auf das Pause-Feature möchte ich nicht mehr verzichten. Das Zoom-Feature ist ebenfalls nützlich, da TweetDeck selbst keine Möglichkeit bietet, GIFs zu vergrößern. Neu ist ebenfalls der Filter-Bereich. Den gab es in Tweeten 1 ebenfalls, allerdings nur in Form der TweetDeck-eigenen Filter – Tweeten 2 nutzt nun ein eigenes Interface. Generell wurden die kompletten Einstellungen vollkommen überarbeitet. Während sie bei Tweeten 1 aus einem kleinen Popup bestanden, welches 12 Einstellungen umfasste, existieren sie in Tweeten 2 in Form eines größeren Bereiches, welcher zudem in Tabs unterteilt ist. Zudem kann man (endlich!) seine Einstellungen importieren und bei Bedarf wieder exportieren. Installiert man Tweeten auf einem neuen Gerät, muss man nur eine Datei importieren und alle eigenen Einstellungen werden direkt übernommen.

Custom CSS? Mit Tweeten 2 ebenfalls kein Problem mehr!

A propos Einstellungen – was den einen oder anderen ebenfalls freuen dürfte, ist die Möglichkeit, eigenes CSS hinzuzufügen. So kann man buchstäblich alles am Design individuell anpassen – Schriftgröße, Schriftart, Farben, Abstände, alles eben. Ob man das auch sollte, steht auf einem anderen Blatt: Custom CSS fällt unter die Kategorie „Entwicklertools“ und muss erst manuell aktiviert werden. Dazu bedarf es jedoch nur das Aktivieren einer einzigen Checkbox.

Im Vergleich zur ersten Version bietet Tweeten 2 einen deutlich besseren Bereich für Optionen.

Zu guter Letzt gibt es noch zwei kleinere Neuerungen, welche nicht weniger nützlich sind: befindet sich eine Grafik in der Zwischenablage, kann diese nun mit Ctrl+V bzw. cmd+V problemlos zu einem neuen Tweet hinzugefügt werden. Weiterhin wird unter macOS die Touch Bar der neuen MacBooks unterstützt – Sachen wie das Verfassen eines neuen Tweets können dort also ganz praktisch angesteuert werden. Eine Sache wurde mit dem neuen Release allerdings entfernt – der Support für 32-Bit-Systeme. Wer also, wie beispielsweise ich, ein Gerät besitzt, in dem noch ein x86-Prozessor werkelt, der kommt dort leider nicht in den Genuss der neuen Version.

Tweeten 2 ist erhältlich für Windows (7, 8, 10) und macOS und kann sowohl auf der offiziellen Website als auch im Windows Store heruntergeladen werden.

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