Sexismus-Blabla wegen Tomb Raider

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Jeder, der die letzen Jahre nicht geschlafen hat, wird sicherlich den Spielnamen Tomb Raider kennen oder zumindest die Protagonistin Lara Croft. Früher war ich ein großer Fan. Teil 1-3 hab ich gesuchtet, Teil 4 zumindest eine Weile gespielt. »The Angel of Darkness« machte ich nach einer Stunde aus. Wie dem auch sei, Lara Croft war nie ein Mauerblümchen, sie war immer die vollbusige, braun-rothaarige, starke Frau, die Bruce Willis in Sachen Toughness in nichts nachsteht. 2013 ist das anders, doch jetzt schreien alle.

Tomb Raider 2013

2013 soll das neue Jahr für Lara Croft sein. Nachdem 2008 der letzte »Tomb Raider«-Teil heraus kam, heißt der neue einfach wie der Erste. Schlichtweg »Tomb Raider«. Kein Zusatz, kein Nichts – es ist eine Neugeburt. Von null an, geht es wieder los. Aus der Figur, die aussah wie eine Pornodarstellerin, wurde eine junge, sehr hübsche Frau. Sie kleidet sich nicht sonderlich knapp oder sexy und hat im Gegensatz zur alten Lara keine aufgespritzten Lippen oder einen Atombusen (Letzteres nur in manchen Teilen).

Sie ist hübsch. Normal. Kein Sexsymbol. Und dennoch. Auf einmal höre ich bei Twitter, bei Facebook, bei Google+, in den News und auf der Straße auf einmal permanent den Begriff »Sexismus« im Zusammenhang mit dem neuen Tomb Raider. Wait what!?

Meine Timeline bei Twitter springt zwischen Begeisterung bezüglich des Spiels und Empörung hin und her. Wenn man nach eine Begründung für den Sexismuskram fragt, reden alle davon, dass sie auf einmal zu sexy sei. Dass sie auf einmal zu weiblich dargestellt wird. Aber allen voran sind die, die von einer Vergewaltigung reden. Moment wie bitte? Es gibt in dem Spiel keine Vergewaltigung. Auch keine Versuchte. Und erst recht wird sie nicht zu weiblich dargestellt, nicht mehr.

Es gibt eine Szene, in der sie bedrängt wird, von einer Vergewaltigung kann hier nicht die Rede sein. Er bedroht sie, er vergewaltigt sie nicht, er versucht es nicht und das sollte auch nicht dargestellt werden. Und im Endeffekt hat er eine Kugel im Körper, die ihn tötet. Die fragwürdige Szene ist im Trailer ab Minute 2:15 zu sehen:

Sie wurde gefangen genommen, ist geflohen, wurde gefasst. Jede Geiselnahme in jedem Film würde so dargestellt werden und kein normaler Mensch würde eine Vergewaltigung erahnen. Das ist absurd. Ich kenne (leider) einige Frauen, die vergewaltigt wurden und keine von denen, mit der ich sprach, sieht diese Szene als etwas, das sie damit assoziieren würde.

Aber hey, die Sexismusdebatte ist in vollem Gange und da kann man auch mal eine weibliche Spiel-Protagonistin mit einbringen. Hatten wir ja schließlich lange nicht mehr. Letztendlich wäre es egal, wie Lara ist – Sexismus würde immer da sein, für die die ihn sehen wollen. Selbst wenn man dort eine Cindy aus Marzahn hinstellen würde, könnte man einen Angriffpunkt finden, man muss nur wollen.

Wegen solchen Dingen wird das Thema Sexismus heruntergespielt und ehrlich? Es kotzt mich an. Sexismus ist ein Problem, das streitet sicher niemand normal denkendes ab. Aber das viel größere Problem sind die, die diesen Begriff missbrauchen. Wer auf Twitter aktiv ist, wird sicherlich von #aufschrei gehört haben und hier haben wir dasselbe Problem.

Die Darstellung einer Frau als Heldin, ist kein Sexismus. Die Darstellung einer Frau, als ängstliche Person ist ebenso kein Sexismus. Es gibt solche und solche. Manche Frauen sind hilflos, manche Frauen sind ängstlich, manche sind stark und manche Frauen muss man retten. Und ebenso gilt das für Männer.
Sexismus macht ihr daraus, niemand anderes. Denkt mal ein bisschen drüber nach.

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