No Man’s Sky Foundation Update – Die Änderungen zusammengefasst

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Was? No Man’s Sky? Ihr erinnert euch vielleicht an den 9. August diesen Jahres, als ein seit vielen Jahren heiß erwartetes Spiel auf den Markt kam, welches dann von vielen auch blind gekauft wurde. Millionen Spieler stürzten sich ins Universum, um dieses zu erforschen nur um dann festzustellen, dass irgendwas fehlt. Mit irgendwas ist in dem Fall gemeint, dass viele Inhalte, welche im Trailer zu sehen waren, einfach nicht im Spiel vorkamen (Wobei man bedenken muss, dass einiges davon schon drin ist, nur eben erst später im Spiel auftaucht). Danach wurde es still und Hello Games – das Entwickler Studio von No Man’s Sky – verschwand augenscheinlich.

No Mans Sky Foundation Update

Endlich kann man sich in No Man’s Sky eine eigene Basis bauen…

Soweit zur Zusammenfassung der letzten 3½ Monate. Fairerweise muss man sagen, das letzte Update kam vor rund 9 Wochen und das Spiel war ab diesem Zeitpunkt zumindest weitgehend fehlerfrei. Dennoch war der Groll der Spieler groß. Ich persönlich finde das Spiel nach wie vor großartig auch wenn es wirklich etwas wenige Inhalte bietet – insbesondere wenn man bedenkt, dass das Spiel rund 18 Trillionen Planeten enthält. Doch in den neun Wochen, in denen es rein gar nichts von Hello Games und Sean Murray – dem Chef von Hello Games und Erfinder von No Man’s Sky – gab, waren sie nicht untätig. Ich muss zugeben, auch ich glaubte sie haben sich wegen des Feedbacks heimlich aus dem Staub gemacht, stattdessen haben sie aber auf Hochtouren gearbeitet und die Früchte ernten wir jetzt.

Das Foundation Update für No Man’s Sky

Vor drei Tagen gab es von Hello Games ein Lebenszeichen auf Twitter. Das Foundation Update wurde angekündigt und viele Fragen blieben offen. Im kurzen Beitrag von Hello Games erfährt man nicht viel, es klingt aber eben auch nicht nach viel. Foundation lässt sich mit Grundlage übersetzen, was erstmal so klingt als hätte man in den neun Wochen nicht viel gemacht. Nur zwei Tage später – also gestern Abend – wurden diese Zweifel zum Glück mit einer eigenen Webseite und eines 6-minütigen Trailer zerstreut und es scheint so, als hätten sie wirklich etwas getan.

Der Trailer zeigt so einiges. Was mir persönlich allerdings am wichtigsten ist, ist der Baumodus. Wenn ich ein einziges Feature nennen müsste, welches mir an No Man’s Sky bisher fehlte, dann war es dieser. Schauen wir uns mal Minecraft an. Ein Spiel, welches zu Beginn eigentlich gar keine Inhalte hatte und dennoch ist es das erfolgreichste Spiel dieses Jahrtausends geworden. Der Grund ist recht eindeutig: Wir können uns in Minecraft verwirklichen, das geht in No Man’s Sky nicht. Beziehungsweise, wir konnten es nicht. Denn das Foundation Update legt die Grundlage (Wortwitz *badumtss*) für einen Baumodus, welcher das Spiel enorm bereichern soll.

Zumindest im oben eingebundenen Trailer, sieht das auch ziemlich gut aus. Wenngleich es eben auch noch ziemlich nach den Basics aussieht, aber das wichtigste ist in meinen Augen, dass der Baumodus offenbar sehr leicht zu bedienen ist – Hoffentlich ist er auch flexibel. Es bleiben natürlich erst einmal viele Fragen offen, wie die Frage ob man in Terrain rein bauen kann oder ob dieses blockiert. Kann man das Terrain besser bearbeiten als bisher oder ist man hier nach wie vor darauf beschränkt, einen Teil der oberen Schicht abzutragen.

Trautes Heim, Glück allein

Eine Basis zu bauen, ist natürlich absolut sinnlos, wenn man keinen Heimatplaneten hat. Zum Glück enthält das Update auch die Möglichkeit sich diesen zu sichern. Sobald man irgendwo auf einem Planeten eine unbewohnte Basis findet, kann man diese übernehmen und von hier aus beginnen zu bauen. Hier würde ich mir wünschen, dass dieser Schritt künftig entfällt, auch wenn es in der Theorie schon sinnvoll ist. Diese Basis kann man in Blockbauweise ausbauen und hat hier offenbar in der Größe keine Grenzen. An der Stelle empfiehlt es sich, den oben eingebundenen Trailer zumindest bis dahin schon einmal anzuschauen.

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Wenn das noch nicht genug ist, kann man auch noch Personal in seiner Basis einstellen. Hierzu rekrutiert man Aliens verschiedener Arten, welche dann für einen forschen, handeln und Co. Ist man gerade auf einem fernen Planeten und hat Heimweh, reicht es vollkommen aus, in eine Raumstation zu fliegen, um sich dort mit einem Terminus Teleporter nach Hause zu teleportieren. Die Beschreibung lässt vermuten, dass man dann auch wieder direkt zurück kann, wenn man fertig ist. Auch nett: Wenn man einen Planeten findet, welcher einem besser gefällt, kann man seine Basis einfach abbauen und erhält alle investierten Ressourcen zurück, um sie dann in eine neue Basis zu investieren.

Weitere Baumöglichkeiten

In einer Basis oder auf einem gekauften Frachter (dazu komme ich später), kann man auch Pflanzen kultivieren. Das ist besonders sinnvoll, wenn man eine bestimmte Pflanze auf seinem Heimatplaneten haben möchte, welche aufgrund des Klimas dort allerdings nicht wächst. Hierzu kann man sich ganze Labore bauen, in welchen sich dann die angebauten Pflanzen finden. Übrigens: Es gibt 10 neue Pflanzentypen. Auch kann man auf Planeten jederzeit ein kleines Camp errichten, bei welchem man dann speichern kann. Dies ging zuvor nur an generierten Außenposten. Ebenso muss man sich nicht mehr mit dem sammeln von Ressourcen selbst abmühen, wo man doch so viel besseres zu tun hat. Mit Erntemaschinen, welche man an Erzvorkommen dran klatschen kann, wird das ganz automatisch gemacht.

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Nicht jede Pflanze wächst überall, daher kann man sie jetzt anbauen…

Außerdem kann man Entdeckungen farblich für mich markieren, damit man diese jederzeit wiederfindet. Oder, falls jemand anderes diese findet, auch eine Nachricht hinterlassen, welche jeder andere Spieler lesen kann – sofern jemals wieder jemand auf diesen Planeten kommt. Der Scanner wurde übrigens auch überarbeitet, so findet man jetzt nicht nur Mineralien in der Nähe, sondern kann auch Anzugupgrades, unbewohnte Basen oder Mineralien-Depots finden.

Frachter

Einer der größten Kritikpunkte an No Man’s Sky war bei vielen Spielern, dass es zwar Frachter im Spiel gibt, man diese aber eben nicht erwerben kann. Das geht jetzt und bietet so einige Möglichkeiten. Sicherlich hat es jeder schon mal erlebt, der das Spiel spielt. Man fliegt durchs Weltall und auf einmal *ZOOM* *ZOOM* *ZOOM* mehrere große Frachter tauchen vor einem auf. Vollkommen nutzlos, da man nicht damit interagieren kann, aber fürs Ambiente schon ziemlich cool. Wenn man selbst einen Frachter hat, kann man das jetzt auch selbst machen. Egal wo man sich im Weltall befindet, man kann einfach seinen Frachter herbeirufen und zu ihm fliegen.

Der Traum vom eigenen Frachter wird endlich wahr…

Der Traum vom eigenen Frachter wird endlich wahr…

Da man auf Frachtern auch eine eigene Basis mit eigenem Personal errichten kann, ist das verdammt praktisch. So kann man seine wichtigsten Ressourcen oder Pflanzen einfach immer mit dabei haben, ohne immer wieder nach Hause fliegen zu müssen oder eine Raumstation zu suchen, welche einen Terminus Teleporter enthält. Achja, kennt ihr das wenn ihr eurer Inventar auf euer Schiff beamt, weil es mal wieder voll ist? Das klappt auch mit dem Frachter und somit entfällt das stündliche zur Raumstation fliegen und Dinge verkaufen, wenn man die ganze Zeit auf dem Planeten farmt. Wie in eurer Basis, könnt ihr natürlich auch im Frachter Angestellte haben, welche für euch forschen, handeln oder Pflanzen anbauen.

Weitere erwähnenswerte Verbesserungen

18 Trillionen Planeten klingt viel. Bringt aber nichts, wenn man nach 30 oder 40 Planeten feststellt, dass sich manche Planeten nur marginal unterscheiden und es teilweise ziemlich sinnlose Eigenschaften gibt. Es ist bei Weitem nicht so dramatisch, wie immer dargestellt wird – Von 27 Planeten, welche ich bisher besucht habe, sahen sich nur zwei sehr ähnlich – aber es fällt eben schon auf, wenn man viele Stunden im Universum von No Man’s Sky verbringt. Um das zu beheben, gibt es den ersten Schub an neuen Biomen, welche die Planeten etwas diverser erscheinen sollen. Außerdem gibt es neue Ressourcen, von welchen einige nur auf bestimmten Planeten zu finden sein werden. Zudem gibt es viele neue Technologien, welche das farmen leichter machen oder bei bestimmten Ressourcen überhaupt erst ermöglichen.

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Außerdem wurde die Benutzeroberfläche aufpoliert, sodass einige Dinge einfach klarer sind. Dazu kommt eine Schnellauswahl-Leiste, in welche man verschiedene Werkzeuge packen oder sie von dort aus wieder aufladen kann. Eine der wichtigsten kleinen Änderungen? Einzelne Items können jetzt gestapelt werden. Haben fünf Metallplatten vorher fünf Plätze eingenommen, ist es jetzt nur noch einer. Leider ist das auch das Maximum. Warum man 100 Einheiten einer Ressource auf einen Platz packen kann aber z.B. nur fünf Metallplatten bleibt mir ein Rätsel. Aber bei Minecraft kann man ja auch 64 Kubikmeter Stein auf einen Platz packen, aber bei Eiern sind es nur 16.

Es ist nie zu spät…

Weiterhin gibt es einige grafische Verbesserungen. Im Raumschiff hat man jetzt Motion Blur, wenn man schnell fliegt und das Anti-Aliasing wurde deutlich verbessert, sodass die Kanten nicht mehr so pixelig sind. Die Changelog enthält fast 200 Punkte (Am Ende dieser Seite), welche mehr oder weniger gewichtig sind. Auf jeden Fall kommt No Man’s Sky endlich in einen Zustand, welchen es am 9. August bereits hätte haben sollen. Ich behaupte einfach mal, dass die Kritik dann deutlich leiser gewesen wäre. Ich persönlich fand das Spiel auch vor dem Update nicht schlecht, allerdings kann ich die Kritik teilweise verstehen. Nicht diese lächerliche beleidigende Kritik mit Morddrohungen gegen die Entwickler – nein, das ist die absolut unterste Schublade der Menschlichkeit. Ich verstehe die Kritik daran, dass das Potential nicht ausgeschöpft wurde.

Hello Games hat sich von Sony publishen lassen. Das hat zu vielen Problemen und Fehlentscheidungen geführt. Die größte Fehlentscheidung war in meinen Augen, der Launch eines Vollpreistitels, welcher auf Konsolen exklusiv für die PS4 ist. Ein No Man’s für alle Plattformen, welches für 20-30€ als Early Access in dem Zustand rausgekommen ist, wie es am 9. August passierte, wäre in meinen Augen gefeiert worden. Dieser von Sony hochgepushte Vollpreistitel, aus welchem vor Release noch auf Wunsch des Publishers Features entfernt wurden, damit der Titel länger in den Medien bleibt, war allerdings ein riesiger Fehler.

Ich gehöre allerdings zu der Gruppe Menschen welche daran glaubt, dass andere Menschen aus ihren Fehlern lernen können und das sieht man in meinen Augen in diesem Update. Wenn Hello Games so weiter macht und weiterhin solche Updates rausbringt, ist No Man’s Sky seine 60€ sicherlich bald auch für mehr als die treue Fangemeinde wert. Vielleicht kann man damit den schlechten Start irgendwann wieder wettmachen. Allerdings muss man sich ran halten und man muss verdammt nochmal mit den Leuten reden. Neun Wochen nach einem Fehlstart einfach die Schotten dicht machen und so tun, als wäre man nicht da, ist einfach falsch – in jeglicher Hinsicht. Auch wenn man danach dann eben mit so einem großen Update kommt. Auf jeden Fall werde ich No Man’s Sky die Tage mal wieder anwerfen und schauen, was daraus geworden ist.

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