Gamecheck: No Man’s Sky

Dieser Beitrag wurde vor mehr als einem Jahr veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Ein Hype jagt den nächsten. Nachdem meine Twitter-Timeline wochenlang nichts anderes gesehen hat, als Pokémon GO, änderte sich das schlagartig am 09. August. Denn das war der offizielle Release-Termin (PS4) für No Man’s Sky, eine Weltraumsimulation, welche seit über 4 Jahren in Entwicklung ist. Die Leute haben sich alles davon versprochen, quasi jeder Twitch-Streamer hat dann am 12. August No Man’s Sky gespielt, denn da kam es auch für den PC. Der Grundton, wenn man den ganzen Gaming-Seiten glauben schenken will? Meh… Ich habe dennoch nicht gezögert und 60€ in ein Spiel investiert, auf welches ich warte, seitdem ich das erste Mal ein Video davon sah.

No Man’s Sky – Lila Himmel und zwei Planeten

Diese Planeten sind wirklich da. Ohne Ladezeiten kann ich einfach rüber fliegen… Natürlich dauert es durch die Entfernung dennoch etwas.

No Man’s Sky hat ein Problem. Ein riesiges sogar, welches ich direkt vorweg nehmen möchte: Es ist ein absolut hoch-gehypter Vollpreis-Titel von einem Indie-Studio. Drei Faktoren, die dem Spiel dem wohl schlechtmöglichste Fundament für gute Reviews bietet. Leute haben sich davon sonst was versprochen. Ein perfekt simuliertes Universum, in welchem alle 118 Elemente des Periodensystems perfekt miteinander harmonieren. Ein Universum, in der die Physik exakt so funktioniert, wie in unserem und natürlich das beste Multiplayer-Erlebnis, was die Welt jemals gesehen hat. In dem größten Spieleuniversum, welches die Welt jemals gesehen hat.

Das Problem? Bis auf den letzten Punkt, hat der Chef-Entwickler Sean Murray nichts davon versprochen oder erwähnt. Das Universum basiert auf einer mathematischen Formel, welche in der Tat rund 18 Trillionen Planeten erschafft, womit es das größte Videospiel-Universum ist, welches jemals erschaffen wurde. Insbesondere, weil ausnahmslos jeder dieser Planeten auch wirklich begehbar ist. Perfekte Physik wurde aber nie versprochen, ebenso wurde kein Multiplayer versprochen. Das einzige, was in Richtung Multiplayer geht ist, dass wir uns alle im selben Universum befinden. Entdecke ich also einen Planeten und benenne ihn, kann es sein, dass ihr irgendwann auf diesen Planeten kommt und meinen Namen lest. Auch wenn es durch die Größe recht unwahrscheinlich ist.

Aber was ist No Man’s Sky dann?

Das ist etwas schwer zu erklären. Eines kann man sicherlich sagen: Es ist noch nicht fertig. Auch wenn es ein Vollpreistitel ist, fehlen noch Elemente, die ich persönlich zum Launch gerne gesehen hätte und die viele Kritiker auch zum Schweigen gebracht hätten. Allen voran ein Baumodus. Bisher ist es nur möglich die Planeten zu bereisen, sich darauf zu verwirklichen, kann man noch nicht. Doch was dann?

Der Spielercharakter, welchen man nie zu Gesicht bekommt, stürzt zu Beginn des Spiels auf einem Planeten ab. Auf einem der 18 Trillionen Planeten – zufällig. Die Systeme fahren langsam hoch und man beginnt. Doch womit? Was ist der Sinn? Die Story zu suchen, wird viele nicht glücklich machen, denn diese ist recht flach, wenngleich ich es auch recht interessant finde. Man startet nicht auf irgendeinem der 18 Trillion Planeten, also ja schon, aber man startet außen. Denn das Universum von No Man’s Sky hat eine Mitte und diese Mitte ist das Ziel. Stellt man sich gut an, sollte man es in rund 30 Stunden schaffen, diese Mitte zu erreichen.

War es das? Nein, denn das Ziel ist eigentlich nicht die Mitte an sich. Wenn man stur der Story folgt, verpasst man viel. Ich bin jetzt bei 20 Stunden und bin noch weit entfernt von der Mitte des Universums. Ich lande auf einem Planeten, schaue mich um. Sammle Ressourcen, im besten Fall Emeril und Gold, denn die kann ich teuer verkaufen. Die Ingame-Währung heißt übrigens Units. Diese Units braucht man, um sich ein neues Schiff zu kaufen, mit mehr Inventarplätzen, welches man dadurch besser upgraden kann. Man braucht die Units allerdings auch für ein neues Multiwerkzeuge, welches dazu da ist, die Umgebung zu scannen, Lebewesen zu analysieren, Ressourcen abzubauen und zu kämpfen.

Man entdeckt Planeten. Versucht man einen Planeten zu 100% zu erkunden, kann man vermutlich alleine auf einem Planeten einige Tage verbringen. Die sind groß. Teilweise wirklich riesig. Wie im richtigen Universum variieren die Größen natürlich, dennoch dauert es auch mal ein paar Stunden einen Mond zu erforschen. Doch es lohnt sich. Man findet Stationen, in denen man handeln kann, damit man nicht den Planeten verlassen muss. Man findet Monolithen, welche den Verschiedenen Alien-Rassen gehören, durch welche man Technologie erlangt oder deren Sprache lernt. Man löst Rätsel für sie. Man findet abgestürzte Schiffe und spart sich so ein bisschen Geld für ein neues Schiff, wenn man geduldig ist.

Man findet unzählige verschiedene Tiere und Pflanzen, welche man analysieren kann. Diese Tiere sind wie die Planeten übrigens auch prozedural generiert. Also sie werden aus einem riesigen Pool von Bauteilen irgendwie zusammengesetzt, sodass es einigermaßen Sinn ergibt. So entdeckt man teilweise sehr witzige aber auch beeindruckende Kreationen. Es gibt auch große Kreaturen, die riesengroßen Tiere, welche man in einigen Trailern gesehen hat, habe ich bisher allerdings nicht entdeckt. Wobei das nicht heißt, dass es sie nicht gibt.

Ich habe bereits von so vielen Menschen gelesen, dass sie sich darüber aufregen, dass bestimmte Spielelemente nicht vorhanden sind, welche sie im Trailer gesehen haben. Und dennoch habe ich sie selbst bei irgendwelchen Twitch-Streamern gesehen oder eben Samstag und Sonntag auch bei mir. Also gebt nichts auf Reviews, welche behaupten, bestimmte Dinge gibt es nicht. Es ist einfach nicht möglich in 30-60 Stunden alle Inhalte zu sehen. Das Spiel ist riesig und hat riesige Möglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit einen Planeten zu finden, der exakt so aussieht wie die Erde, ist genauso gegeben, wie die Wahrscheinlichkeit die ersten 5 Stunden keinen grünen Planeten zu finden.

No Man’s Sky – Oranger Himmel ein Planet samt Mond am Horizont

Das ist nur einer von unzähligen wunderschönen Nachthimmeln, welche man bei No Man’s Sky sehen wird.

Mein Kurzfazit zu No Man’s Sky

Ich kann nicht alles abdecken, was mit dem Spiel zu tun hat. Daher beende ich den Beitrag an dieser Stelle und schreibe vielleicht einfach später nochmal über meine Erlebnisse dort. No Man’s Sky ist weit davon entfernt, das beste Spiel aller Zeiten zu sein. Dafür ist es einfach viel zu speziell und eben diese Art Spiel, taugt eben nicht für jeden. Insbesondere durch den fehlenden Baumodus, welcher die kommenden Wochen aber nachgeliefert werden soll. Hoffen wir mal, dass er gut wird. Damit kann er sicherlich nochmal einige Spieler fesseln. Viele haben sich leider etwas vollkommen falsches unter No Man’s Sky vorgestellt und es deswegen enttäuscht zur Seite gelegt. Das ist einerseits verständlich, andererseits extrem schade und teilweise ziemlich dumm, wenn man sieht wie große Gaming-Seiten explizit vom Kauf des Spiels abraten.

No Man’s Sky ist keine Mogelpackung. Es besteht nicht nur aus falschen Versprechungen oder was auch immer. Dennoch kann ich es nicht uneingeschränkt empfehlen. Wenn ihr Spaß mit Spielen wie Starbound habt, wenn euch der Enderdrachen bei Minecraft vollkommen egal ist und wenn ihr in Skyrim und Fallout 4 mehr als 200 Spielstunden habt, weil euch die Welt mehr interessiert, als die Story… Ja dann, kann No Man’s Sky für euch wirklich das Spiel des Jahres sein. Für mich hat es in der Tat alle Erwartungen erfüllt und in vielen Punkten auch einfach übertroffen.

Nichts konnte mich die letzten Wochen von Pokémon GO oder die letzten Tage von Pokémon X abhalten. No Man’s Sky hat mich am Wochenende allerdings 20 Stunden gefesselt und wurde nur unterbrochen, um zu schlafen oder kurz zu essen. Und einmal, weil die kiwiDame an meiner Seite, das Spiel auch mal ausprobieren wollte. Und ich bin mir zu 100% sicher, dass meine »Das Spiel lohnt sich preislich«-Rechnung definitiv aufgehen wird (Ein Spiel lohnt sich preislich für mich, wenn auf einen Euro eine Spielstunde kommt).

Ich wollte mir für No Man’s Sky sogar eine PS4 kaufen, denn am PC würde es mir einfach keinen Spaß machen. Ein guter Samariter auf Twitter, war so nett und hat mir seine leihweise einfach zugeschickt und ich bin sehr froh darüber. Ich würde mir das Spiel jederzeit wieder kaufen. Ich würde mir definitiv eine PS4 kaufen, wenn man mir sie jetzt wieder wegnehmen würde, nur wegen No Man’s Sky. Das heißt nicht, dass es jedem von euch so gehen muss, aber wenn ihr ein ähnliches Spielverhalten habt wie ich und gerne Dinge entdeckt, dann kann ich das Spiel definitiv empfehlen. Denn es gibt unzählige Sachen zu entdecken.

Wer sich nicht sicher ist, ich habe vor 4 Monaten mal 20 Minuten Gameplay zu No Man’s Sky verbloggt. Alternativ kann man auch einfach mal auf Twitch schauen, wie andere das Spiel spielen.

Ein Kommentar Lust was dazu zu sagen? Dann ab in die Kommentare damit!

  1. Also, das Universum an sich macht uns Menschen (jedenfalls mich) eh neugierig, schon deswegen, weil wir es nicht bereisen können, für uns unerreichbar ist und auch wissen wollen, ob es außerirdisches Leben gibt, ob es Planeten gibt die bewohnt sind, oder bewohnt werden können die unserer Erde eventuell gleich sind. usw. usw. Wir haben viele Fragen und auch Vorstellungen.
    Daher denke ich, dass das Spiel so wie du es beschreibst, doch höchst interessant ist und wenn man es lange genug spielt, auch viel erleben und entdecken kann.

    Deine Begeisterung für das Spiel, No Man’s Sky, kann ich somit voll verstehen und das Gameplay zu No Man’s Sky und auf Twitch, finde ich faszinierend.

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