Ein paar Worte zur Apple Watch und zum neuen Macbook

Dieser Beitrag wurde vor mehr als 4 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Apple. Ein Thema, welches mich seit langem beschäftigt und über welches ich mich sehr viel informiere. Nicht, weil ich auf irgendeine Weise vorhätte, mich von Windows und anderen Microsoft-Produkten abzuwenden, sondern einfach weil ein Blick über den Tellerrand immer interessant ist. Besonders wenn man selbst Entwickler ist. Wenn auch »nur« Webentwickler und angehender App-Entwickler. Auf jeden Fall beobachte ich daher auch gerne neue Produktvorstellungen und mache mir dazu meine Gedanken. Gerne mehrere Tage, da Impulsmeinungen oftmals einfach nicht das sind, was man wirklich über ein Produkt denkt.

Macbook

Ich hab vor Kurzem das iPhone für 4 Wochen testen können und kam dem Apple-Universum ein klein wenig näher, ich nutze aber weiterhin vorzugsweise Windows-Produkte. Ich möchte also darum bitten davon abzusehen, mich als Apple-Fanboy oder Apple-Hater darzustellen. Das habe ich in letzter Zeit irgendwie immer wieder in Bezug auf meine Aussagen zu hören bekommen und finde es einfach absurd, dass es für viele Menschen tatsächlich nur schwarz und weiß gibt. Soviel zum Vorwort, fangen wir mal an.

Das neue MacBook

Das neue MacBook ist das hübsche kleine Ding, was man da oben sieht. Es ist weder ein MacBook Air, noch ein MacBook Pro. Es wird dazwischen positioniert und will beides aber auch gleichzeitig keines von beiden sein. In meinen Augen ist es das perfekte Notebook für alle, die damit nicht viel arbeiten müssen, aber ein schickes Notebook mit Mac OS haben wollen. Oder auch mit Windows, denn bekanntlich kann man auch das darauf installieren.

Es ist wie üblich aus Metall, kommt im Gegensatz zum MacBook Air oder MacBook Pro in 3 Farben daher. Space Gray, Schwarz und Gold. Gerade die schwarze Variante finde ich sehr schick, da sie in meinen Augen schlichtweg am edelsten aussieht. Auf jeden Fall sind diese drei Farboptionen was Gutes, auch wenn ich viele Leute deswegen meckern hörte. Warum, muss man mir ehrlich gesagt erklären. Was ist an Optionen so schlecht? Wie dem auch sei, man hat jetzt auch im Apple-Universum etwas mehr Auswahl.

Was designtechnisch ein Kritikpunkt war, den ich auch irgendwie etwas schade finde, ist die Tatsache, dass der Apfel auf der Rückseite nicht mehr leuchtet. Hier gab es durch verschiedene Aufkleber immer viele amüsante und sehr coole Designs von MacBooks zu bewundern. Das fällt jetzt wohl weg, denn der Apfel auf der Rückseite ist jetzt schlichtweg ein Spiegel. Viel kritisch beurteilt wurde allerdings die Designentscheidung, die zu lasten der Funktion geht.

Apple setzt auf den neuen Standard USB 3.1 Type-C. Nachdem Samsung und HTC zu dumm, zu faul oder was auch immer waren, um bei ihren neuen Flagschiffen (Samsung Galaxy S6 & HTC One M9) auf diesen Standard zu setzen, sondern den alten Micro USB Type-B mit rumschleppen, war es für mich erfreulich zu sehen, dass ausgerechnet die Firma, die immer ein eigenes Süppchen kocht, auf den neuen Standard aufspringt. Das ist gut, das ist sogar verdammt gut. Denn viele Firmen nehmen sich ein Beispiel an Apple und dadurch dürfte USB 3.1 Type-C sich deutlich schneller verbreiten, als sonst. Zudem: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das iPhone 6s auch mit dem neuen Standard daher kommt, was bedeuten würde, dass auch Apple-Nutzer in anderen Haushalten endlich mal Ladekabel finden könnten.

Die Tatsache, dass der neue USB-Standard genutzt wird, ist allerdings nicht die große Kritik, sondern der, dass es der einzige Port (neben dem Kopfhöreranschluss) am ganzen MacBook ist. Es gibt keinen separaten Stromadapter, keinen Cardreader, keinen Monitor-Port und keine weiteren USB-Ports. Alles wird ab sofort über USB 3.1 Type-C gemacht. Warum? Weil es geht. Ganz einfach. Dieser eine Anschluss KANN alle ersetzen und deswegen macht er es auch. Deswegen richtet sich das neue MacBook sich auch nicht an Leute, die viel damit arbeiten und immer unterwegs sind, dabei aber so portabel wie möglich sein wollen und eine unnatürliche Allergie oder Abneigung gegen Adapter oder Zubehör haben.

Laden und zeitgleich einen USB-Stick reinstecken? Das geht nicht. Es sei denn man kauft einen der teuren Adapter von Apple, oder denkt 3 Sekunden weiter und kauft sich Zubehör bei Amazon, was einen Bruchteil des Preises kosten wird. Bis das neue MacBook auf dem Markt ist, wird es hier massenweise geben, denn Apple hat schlichtweg die Position, dass sämtliche Zubehör-Hersteller dieser Firma hinterher rennen. Und das ist in dem Punkt was Gutes. Für uns alle.
Einen Kritikpunkt muss sich Apple von mir aber gefallen lassen. Denn es wäre so unglaublich einfach für Apple gewesen ein USB-Kabel zu bauen, welches einen weiteren USB-Port beinhaltet. Somit würde der USB-Port noch immer nutzbar sein, selbst wenn man das neue MacBook gerade lädt. Aber ich möchte wetten, dass wir ein solches Kabel noch sehen werden, bevor das neue MacBook auf dem Markt ist.

Wie dem auch sei, wer viel mit dem MacBook arbeiten will und viel unterwegs ist, kann diesen einzigen Port als Nachteil ansehen. Ich sehe es nicht, denn ganz ehrlich. Was will ich mit dem USB-Stick machen, was länger als 9-10 Stunden dauert (Die angegebene Akkulaufzeit von neuen MacBook)? Es wird doch möglich sein, kurz das Stromkabel abzuziehen, die Daten vom Stick zu holen und dann wieder zu laden. Aber hier ist man wohl einfach zu bequem und will am besten 20 Anschlüsse, für jeden Fall, dabei aber dennoch das dünnste Gerät und das beste Design. Es gibt eben immer was zu meckern, selbst wenn man einen perfekten Kreis malt, werden immer Leute kommen und sagen er sei zu groß, zu klein, zu voll oder zu leer. Alternativ eben auch die Strichstärke, die einfach nicht passt.

Ich persönlich finde auf jeden Fall, dass das neue MacBook das schönste Notebook ist, welches ich bisher gesehen habe. Mit ~1.500€ ist es mir allerdings deutlich zu teuer. Hätte es Touch und würde sich irgendwo im Rahmen 1.000€ bewegen, würde ich es mir vermutlich kaufen und Windows 8 bzw. bald Windows 10 drauf installieren. Es sieht gut aus, ist kompakt, bietet USB 3.1 und ist sehr leicht. Ich sehe ganz ehrlich kein Problem bei diesem Produkt, besonders wenn man bedenkt, dass das MacBook Air und das MacBook Pro nach wie vor angeboten werden und man nun eine noch größere Auswahl hat.

Die Apple Watch

Apple Watch

Meh… Eigentlich könnte ich nach diesen drei Buchstaben jetzt schon aufhören, denn das fasst ziemlich gut meine Gedanken zur Apple Watch zusammen. Aber da ist wie immer mehr. Die Apple Watch war schon eine Weile bekannt. Sie wurde bereits letztes Jahr vorgestellt und an sich hat sich nichts daran geändert, außer dass wir jetzt endlich offizielle Informationen haben. Und wir wissen, dass Apple es vollkommen widererwarten nicht schaffte, den Markt zu revolutionieren. Alle erhofften sich von Apple den heiligen Gral der Smartwatches und letztendlich bekamen wir eine Smartwatch aus dem Hause Apple. Mehr nicht.

Aber das ist ok. Ich persönlich habe nichts anderes erwartet. Eine Firma kann nicht jedes verdammte Produkt revolutionieren. Sie haben den MP3-Player mit dem iPod verbessert. Haben das Smartphone mit dem iPhone massentauglich gemacht und mit dem iPad gab es das erste ernstzunehmende Consumer-Tablet. Das heißt aber nicht, dass mit der Apple Watch jetzt auch sofort alle brauchbare Smartwatches auf den Markt werfen. Sony, Pebble und Google sind schon weit länger an Smartwatches dran, als Apple vermutlich drüber nachdenkt und zumindest die ersten beiden, haben ein besseres Konzept, als Apple. Wobei ich nicht weiß, ob Sony noch an seinem eigenen System festhält.

Android Wear sehe ich persönlich als Flop, das kann jeder halten wie er will, aber ich sehe einfach keinen Nutzen in diesem System. Aber es hat seine Existenzberechtigung und scheint seine paar tausend Anwender gefunden zu haben. Konkurrenz ist gut und die braucht es auch. Gerade in einem Markt, in dem keiner so richtig weiß, was er macht, da niemand auch nur im Ansatz eine Ahnung hat, was eine Smartwatch eigentlich sein soll oder wofür man sie braucht. Ich persönlich sehe Smartwatches nach wie vor recht kritisch und finde darin einfach keinen Nutzen. Was aber auch an der unglaublich lächerlichen Akkulaufzeit liegt.

Bei Smartphones ging es. Hier kamen wir von einer Akkulaufzeit von 2-4 Wochen von normalen Mobiltelefonen zu ca einem Tag. Heute gerne auch mal 2-3 Tage. Aber bei einem Gerät, welches ich 24/7 trage und niemals aufladen muss, sondern nur alle paar Jahre mal die Batterie wechseln muss, erwarte ich deutlich mehr als das. Ein Monat muss schon drin sein, sonst können darin noch so viele Funktionen stecken und es interessiert mich einfach nicht. Als Fitnessbänder taugen die Dinger schon eher, weswegen ich Microsofts »Band« da etwas sinnvoller eingeordnet sehe, allerdings würde ich mir auch das nicht holen.

Und die Akkulaufzeit ist es auch, was bei Apple so groß in der Kritik steht. 18 Stunden sollen es sein. Bei moderater Nutzung. Was heißt das? Das weiß nur Apple und vor dem 24. April, wenn die Apple Watch auf den Markt kommt, werden wir hier wohl nichts näheres hören. Es gibt verschiedene Laufzeiten, die Pebble hält ihre Woche, die Sony Smartwatches gerne mal 2-3 Tage und Android Wear Uhren 1-2 Tage. Das ist alles zu wenig, aber mit einer Uhr anzukommen, die 18 Stunden schaffen kann (Nicht mindestens, sondern sie KANN 18 Stunden schaffen), halte ich für etwas wage. Klar es ist Apple, sie haben einen Freischein für viele Fehler, dennoch ist das für mich ein erheblicher Kritikpunkt.

Der zweite große Kritikpunkt sind die Preise. Zwischen 400 und 18.000€ darf man für das Gerät hinlegen. Und wenn ich mir die Preise einiger Smartwatches so ansehe, ist zumindest die günstige Sport-Variante aus Aluminium für knapp 400€ noch im Rahmen. Es ist letztendlich Apple und da zahlt man immer einen Premium-Aufschlag. Ob es nun Premium ist oder nicht. Bei der »richtigen« Apple Watch mit Stahlgehäuse zahlt man aber schon mal 650€. Sie kann nicht mehr, sie hat nur ein anderes Gehäuse. Bei der goldenen Version geht es dann bei 11.000€ los. Auch hier: Sie kann nicht mehr. Nur das Gehäuse ist anders. Und der Witz? Bei der 11.000€ Gold-Uhr bekommt man ein Gummiarmband dazu. Für schwache 16.000-18.000€ bekommt man sie aber auch mit einem Lederarmband.

Doch auch für ein Lederarmband der normalen Versionen kann man schon mal 270€ ausgeben, wenn man möchte. Oder 500€ für ein Metallarmband. Wer sich die Armbänder mal ansehen möchte, kann dies auf der Apple-Produktseite tun.

Sehr saftige Preise die für mich absolut unverständlich sind. Aber es ist ok. Es ist Apple und niemand hat mit einer Budget-Uhr gerechnet. Menschen geben viel mehr Geld für Uhren aus, wenn sie es können. Diese halten dann allerdings auch ein Leben lang. Bei der Apple Watch kann man davon ausgehen, dass diese nach 2-3 Jahren komplett veraltet ist und man nochmal 18.000€ ausgeben darf. Dieser Uhr richtet sich nicht an Uhren-Käufer. Sie richtet sich auch nicht an Smartwatch-Interessenten. Sie richtet sich an Menschen, die gerne ihr Geld für etwas ausgeben, von dem sie keine Ahnung haben, ob es ihnen gefällt, einfach weil es cool ist – in ihren Augen.

Und das ist ok. Ich finde es zwar stark übertrieben für alle Editionen nach der Sport-Variante, aber die Käufer wird es geben. Apple hat gezeigt, dass sie etwas haben, was sie toll finden. Etwas wovon sie überzeugt sind und wenn ich mir die Stimmen im Netz so ansehe, finden die Apple Watch auch viele andere toll. Viele würden sie aber nie kaufen, weil die Preise für sie zu astronomisch sind. Aber diese Leute würden sich vermutlich auch keine Rolex kaufen. Wobei selbst ein Krokodilleder-Armband von Rolex günstiger ist, als die Armbänder, die Apple hier versucht an den Mann zu bringen. Den Kritikpunkt bei den Armbändern muss sich Apple gefallen lassen. Bei den Geräte-Preisen an sich, in meinen Augen weniger.

Ein bisschen lächerlich finde ich allerdings wie die Uhren beworben werden. Bei jeder der Uhren wird von einzigartigen Metallen geredet. Apple hat sowohl für Aluminium, als auch für Stahl komplett neue Legierungen entwickelt. Und das ist nicht genug, denn sie nutzen kein einfaches Gold. Sie nutzen Apple Gold. Und ganz ehrlich? Bei aller Objektivität, die ich hier aufbringen kann, das ist so viel Marketinggewäsch, dass mir der Mund schäumt, wenn ich Apple Gold nur ausspreche.

2 Kommentare

  1. „Apple geht weg vom Lightning-Connector (endlich!) und setzt auf den neuen Standard USB 3.1 Type-C. “ – du meinst, die gehen weg von Magsafe, oder? Denn Lightning gab es nie am Mac.

    • Ja, das meinte ich. Danke für den Hinweis, hatte selbst nie ein MacBook und hatte die letzten Tage nur mehrfach mitbekommen, dass viele meckern, dass jetzt Thunderbolt und Lightning deswegen nicht mehr unterstützt werden. Werde das anpassen.