Warum ich Instagram Stories klasse finde und es dennoch nicht nutzen werde…

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Als ich mich vor Jahren bei Instagram angemeldet habe, hatte das zwei Gründe. Windows Phone 8.1 konnte nicht mehr zeitgleich zu Twitter und Facebook posten und ich mochte das Konzept mit den quadratischen Bildern. Naja, Windows Phone gibt es nicht mehr und Bilder in sämtlichen Bildverhältnissen gehen heute auch. Schade drum, aber meistens nutze ich es dann doch ganz gerne. Der neueste Geniestreich von Instagram ist allerdings unter dem Namen Instagram Stories zu finden und ist eine fast perfekte 1zu1 Kopie von einem Snapchat-Feature, welches exakt genauso funktionieren soll.

Instagram Stories

Instagram Stories taucht nicht im Haupt-Feed auf, sondern erscheint direkt oben, wenn man die App startet…

Was ist Instagram Stories? Bei normalen Beiträgen ist man auf ein Foto oder ein Video beschränkt, welches man teilen kann. Ist man gerade zum Beispiel auf einer Feier, einer Reise oder whatever, spamt man entweder den Instagram-Feed mit 10 Bildern hintereinander zu oder lässt es ganz. Letzteres mache ich meist, da ich niemanden nerven will. Instagram Stories könnte dieses Problem beheben. Denn hier kann man wild Bilder und Videos mischen, sie bemalen, Sticker drauf kleben und was nicht alles. Das Ganze scheint nicht großartig beschränkt zu sein, wenn ich bedenke, dass ich schon Stories mit 20 Bildern/Videos gesehen habe.

Ein klasse Feature, aber…

Ein klasse Feature. Genau das, was ich mir nie gewünscht habe, aber bei dem ich dankbar ja sagen würde. Würde? Jop, denn Instagram hat es wirklich 1zu1 von Snapchat kopiert. Abgesehen von der Oberfläche die bei Instagram deutlich einfacher sein soll (Keine Ahnung, ich habe Snapchat nie genutzt und werde es vermutlich auch nie), ist wohl alles gleich. Inklusive der Beschränkung, die Snapchat für mich zu den nutzlosesten Social Network macht, welches ich mir vorstellen kann. Jede Instagram Storie wird automatisch nach 24 Stunden restlos gelöscht. Man kann sie danach nicht mehr aufrufen, man kann sie nicht archivieren.

Für mich sind geteilte Inhalte im Internet eine Art Tagebuch. Die »An diesem Tag«-Funktion von Facebook, nutze ich zum Beispiel fast jeden Tag. Ich kann mir nochmal ansehen, was ich an diesem Tag vor X Jahren gemacht habe. Ebenso scrolle ich gerne durch meinen Instagram-Feed, um zu schauen, was ich die letzten Monate und Jahre so erlebt habe. Es sind Erinnerungen für mich, die ich sowohl teilen, als auch archivieren möchte. Warum also, soll ich mir die Mühe machen, eine Kollektion aus Bildern zusammen zu stellen, sie zu bearbeiten etc. nur damit sie dann am nächsten Tag verschwindet?

Das leuchtet mir einfach nicht ein und geht in meinen Augen komplett gegen den Sinn von Instagram. Ich als Instagram-Nutzer habe dadurch nun zwei Nachteile: Meine Stories sind so nutzlos wie Snapchat selbst, denn morgen sind sie weg und ich bin gezwungen mindestens einmal alle 24 Stunden bei Instagram reinzuschauen, weil ich sonst Inhalte verpasse. Das hatte ich vorher bei Instagram nicht und das mochte ich. Ich werde Instagram dennoch nur alle paar Tage mal öffnen, weil ich einfach andere Dinge zu tun habe, aber ich weiß jetzt, dass ich Inhalte verpasse und das ist blöd.

Ich verstehe den Gedanken dahinter. Instagram kriegt höhere tägliche Nutzerzahlen. Die Leute posten mehr unsinnigen Schwachsinn, den man für gezielte Werbung nutzen kann, denn es ist morgen ja wieder weg. Aber eine Option wäre schön. Ich würde Instagram durch diese Funktion wieder deutlich mehr nutzen, wenn ich festlegen könnte, dass meine Stories nicht gelöscht werden. Wenn es einen gesonderten Punkt gibt, an dem ich all meine Stories und die nicht temporären Stories meiner Freunde nochmal einsehen könnte. Ich weiß, Instagram zeichnete sich damals dadurch aus, dass man keine Optionen hatte, sondern mit dem gegebenen arbeiten musste. Aber jetzt gibt es Optionen und hier halte ich sie für sehr wichtig.

Ich werde mir also bis auf Weiteres nicht die Mühe machen und mir diese Funktion ansehen. Es hat einfach keinen Sinn für mich, Inhalte zu teilen, die nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden. Aber wenn ich mir den Erfolg von Snapchat so ansehe, scheine ich da recht alleine zu sein und werde vermutlich ewig auf eine Möglichkeit warten müssen, dass Instagram Stories nicht mehr nach 24 Stunden verschwinden. Wie seht ihr das? Findet ihr die temporären Stories gut oder hättet ihr sie lieber dauerhaft?

3 Kommentare

  1. „Abgesehen von der Oberfläche die bei Instagram deutlich einfacher sein soll (Keine Ahnung, ich habe Snapchat nie genutzt und werde es vermutlich auch nie),“

    Das willst du auch nicht. Das UI und Bedien..ähm..“konzept“ von Snapchat ist jenseits jedweder Logik oder Standards, die man als normaler Benutzer irgendwann einmal kennengelernt hat. Usabilitytechnisch ein Super-GAU. Da kann Instagram nur gewinnen.

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    • Das habe ich auch schon mehrfach gehört. Ich wollte mich einmal kurz anmelden, um zu schauen wie es ist. Als kaiserkiwi als Benutzername allerdings bereits vergeben war, hab ich es direkt deinstalliert. Mich interessiert es dafür einfach zu wenig und mir konnte bisher niemand den Vorteil gegenüber Instagram, Facebook, Twitter und Co nennen.

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  2. Die Stories ohne Verfallsdatum wären ja nichts anderes als ein Album. Dafür sind dann eher so soziale Netzwerke wie facebook und google+.
    Durch das Verfallsdatum entstehen halt andere Fotos/Videos. Sachen, die man so mal in den Raum werfen würde, aber man sich nicht unbedingt damit „profilieren“ möchte. Ich zum Beispiel möchte meistens nur Fotos posten, die gut aussehen, kurios sind, oder irgendwas besonderes zeigen. Andere Leute nutzen Instagram Fotos um ihren tollen Lifestyle zu demonstrieren. Wiederum andere für Eigenwerbung (Fotografen, Blogger…).
    Snaps sollen all das eher nicht sein.
    Könnte man sich alle Snaps einer Person auf einmal anschauen, würde man wohl denken “ was ein Spaten“. Einzeln betrachtet, oder in einem bestimmten Kontext, ist es jedoch manchmal witzig.
    Ich hab damals Snapchat ausprobiert und nicht verstanden. Auch nicht warum leute das nutzen, obwohl ich es mir von der Zielgruppe (12 bis 18-jährige) mehrfach habe erklären lassen. Durch Instagrams Stories kann ich jetzt den gewissen Reiz nachvollziehen, aber Snapchat ist für mich trotzdem nichts. Weil fast nur Kinder und kleinere und größere Promis drin sind, ist der Content einfach langweilig und der Reiz selber was zu posten gleich null.
    Bei Instagram sieht’s anders aus, die meisten (recht wenigen) Menschen die mir Folgen, kenne ich persönlich, da macht’s für mich dann schon mehr sinn. Ich werd dem ganzen jedenfalls mal eine chance geben.

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