8 Jahre bloggen

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Heute vor 8 Jahren habe ich WordPress installiert, das damalige Standard-Theme auf eine unfassbar hässliche Weise angepasst und meinen ersten Beitrag geschrieben. Kein Beitrag, dass ich jetzt blogge oder so. Ich dokumentierte damals meinen Umzug in meine erste eigene Wohnung. In erster Linie, um meine Mum daran teilhaben zu lassen, welche zu weit weg wohnte, um das live mitzuerleben. Vorher habe ich diese Beiträge immer fein säuberlich in XHTML auf meiner eigenen kleinen Website geschrieben, das wurde mir auf Dauer aber zu anstrengend. WordPress war da definitiv eine Erleichterung.

Bild von einer Katze

Das obligatorische Katzenbild bei internen Beiträgen. Heute Nero…

Diese Beiträge existieren heute nicht mehr. Irgendwo in einem ZIP-Archiv sicherlich, aber nicht mehr hier auf dem Blog. Am zweiten Tag begann ich damit den Blog zusätzlich als Linkablage und Empfehlungsplattform zu nutzen. Der erste Beitrag war ein Beitrag über einen Blindtext-Generator, welchen ich in der Tat heute noch nutze. Viele Beiträge, die ich seitdem geschrieben habe, habe ich wieder gelöscht. 849 sind noch übrig, das hier wird der 850. Also quasi alle 3 Tage ein Beitrag.

Geschrieben habe ich viel mehr, ich habe als ich den Blog zu kaiserkiwi umbenannte sehr viele Beiträge gelöscht, die ich so heute nicht mehr veröffentlichen würde, weil sie inhaltlich einfach keinen Mehrwert boten (Auch nicht unterhaltsam waren) oder von der Qualität einfach so unfassbar schlecht waren, dass ich das ungerne hier verewigt hätte. Nach meiner internen Rechnung, müssten hier eigentlich knapp 1.200 Beiträge veröffentlicht worden sein. Geschrieben wurden sicherlich nochmal 300 mehr, denn besonders in der letzten Zeit schreibe ich oft Beiträge, welche ich nie veröffentliche.

Ihr merkt das sicherlich. Zumindest diejenigen, die hier regelmäßig vorbeischauen. Die Beiträge werden weniger und die Qualität ist einfach nicht immer gut. Oft bin ich beim schreiben neben der Spur oder finde einfach nicht die richtigen Worte. Ich will bloggen, oft kann ich es einfach nicht, weil mir die Motivation oder die Worte fehlen. Eine Zeit lang gab es hier jeden Tag 1-3 Beiträge, andere Zeiten lang gab es pro Monat etwa 5. Derzeit sind es im Schnitt ~9 Beiträge pro Monat und bei diesem Beitrag merke ich wieder sehr deutlich warum. Ich bin am Ende des vierten Absatzes und wurde bereits jetzt 10 Mal unterbrochen. Von anderen, von mir selbst, von meiner Unkonzentriertheit.

Ich habe sehr lange nicht mehr an einem Beitrag an einem Stück geschrieben. Etwas, was früher der Standard war. Ich fand etwas, worüber ich schreiben möchte, setzte mich hin und 10-60 Minuten später war er fertig. Vermutlich hat es damit zu tun, dass ich mir mittlerweile zu viele Gedanken darum mache, wie die Qualität der Beiträge ist und ich bin nie zufrieden. Das blockiert mich, nicht nur beim schreiben. Ich habe in den letzten zwei Jahren auch mehrere Webanwendungen geschrieben, veröffentlicht habe ich davon eigentlich keine.

Obwohl einige davon sicherlich für einige einen Nutzen hätten. kiwiRatio zum Beispiel, was ich fast täglich nutze, damit ich mir Bildabmessungen nicht per Hand ausrechnen muss. Das Ding hat täglich 1-2 Zugriffe. Alle von mir. Klar, niemand weiß davon und vermutlich gibt es auch irgendwo bessere Tools. Es war eine Fingerübung, der Code ist so simpel wie man sich nur denken kann und das Design bestenfalls zweckmäßig. Für mich reicht es, darüber zu schreiben fällt mir jetzt schon schwer, weil ich einfach nicht zufrieden damit bin. Ich weiß, der Mensch der mit einem am kritischsten umgeht, ist man selbst. Dennoch… Es blockiert mich.

Ich habe hunderte Ideen. Für Websites, für Apps, für Blogbeiträge. Die wenigstens davon erblicken je das Licht der Welt. Meinen Feedreader hat bis heute niemand zu Gesicht bekommen und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Vermutlich werde ich ihn irgendwann einstampfen, schließlich nutze nicht mal ich selbst ihn, weil er noch nicht fertig ist. Benutzbar definitiv, aber nicht fertig. Keine Ahnung wie viel Stunden da bisher reingeflossen sind, 60-70 Stunden sicherlich. Dennoch hat außer meiner besseren Hälfte niemand das Ding je live gesehen.

Ich bin zu selbstkritisch, das weiß ich. Aber selbst wenn ich versuche das zu lockern, kritisiere ich, dass das nicht locker genug ist und blockiere mich damit derzeit selbst. Hm… In diesem Moment überlege ich gerade schon wieder, den Beitrag zu löschen. Er driftet in eine komplett andere Richtung ab. Es geht hier gar nicht mehr um meine 8 Jahre, die ich blogge. Es geht um jetzt. Aber geht es nicht immer um jetzt? Ich schreib einfach mal weiter, am Ende kann ich immer noch entscheiden, ob ich den Beitrag veröffentliche.

Bloggen macht mir auch nach 8 Jahren immer noch Spaß. Und auch wenn ich mehrere Male überlegt habe, diesen Blog hier stillzulegen, habe ich es nie übers Herz gebracht. In erster Linie wegen euch. Also dir, der diesen Beitrag hier noch bis jetzt liest, obwohl er seit mindesten 500 Worten nur noch darüber handelt, dass ich derzeit demotiviert bin. Leute wie dich, die all das hier lesen, die mich persönlich anschreiben, die »Guter Beitrag!« auf Twitter schreibe oder mich fragen, ob ich einen Beitrag über Thema X schreibe, weil man gerne auch meine Meinung dazu hören möchte. Ich habe keine Community oder so. Ich habe nicht mal typische Verdächtige, die hier regelmäßig kommentieren. Aber ich habe einen kleinen Kreis an Menschen, die mich gerne lesen und das bringt mich dazu, dass mir das Ganze hier noch extrem viel Spaß macht. Danke dafür.

Ich habe mir vorgenommen, im April jeden Tag einen Beitrag rauszuhauen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nichts wird, aber ich will es wenigstens mal wieder versuchen. Ganz sicher nicht jeden Tag ein Beitrag dieser Länge, dafür fehlt mir einfach die Zeit. Sicherlich auch nicht jeden Tag ein Beitrag, der extrem wertvoll ist, dazu fehlt mir einfach das Material. Aber jeden Tag irgendwas, wäre doch mal wieder was. Vermutlich wird es an den Wochenenden scheitern, aber mal schauen. Ich lasse das hier einfach mal stehen.

8 Jahre blogge ich nun. Keine Ahnung, wie viele Bücher man mit dem Quatsch füllen könnte, den ich hier so von mir gebe. Keine Ahnung, wie viele Stunden ich hier schon geschrieben habe und wie viele Stunden ihr hier bereits verbracht habt. Irgendwie ist das auch vollkommen egal. 8 Jahre, in denen ich viele Leute kennen gelernt habe, viele Freunde gefunden habe und viel erlebt habe. Der Blog hat mir hier ähnlich viel gebracht, wie es Twitter in 7 Jahren schaffte. Ohne diesen Blog, ohne meine Leser und ohne diejenigen, die meine Beiträge fleißig teilen, wäre ich nicht da wo ich heute bin. Ohne euch wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Auch wenn dieser Mensch gerade ein bisschen an Motivationsproblemen leidet, aber das geht vorbei. Sowas geht immer vorbei. Also dann: Auf die nächsten 8 Jahre! Danke an euch alle!

9 Kommentare

  1. Es gereicht Dir zur Ehre, daß Du selbstkritisch bist und erkennst, daß Du nicht alles gut gemacht hast. Das berechtigt Dich aber auch, zu erkennen und stolz auf das zu sein, was GUT war und ist. Und seltsamerweise bin ich fast nur auf diese Teile in Deinem Blog gestoßen. Zufall oder Ergebnis des Gut-Schlecht-Verhältnisses in Deinem Blog? Wie auch immer – es ist allemal spannender, von Deiner Demotivation zu lesen als von dem 0815-Gelaber in 1001 öden Blogs anderer, deren manchmal sogar faktenseitig wertvollen Beiträge mich einfach gähnend abschalten lassen. Irgendwie hast Dus drauf, auch mit alltäglichen Themen interessant zu bleiben. Daß etliche Deiner Artikel für mich handfest verwertbar gute Informationen brachten, erwähne ich nur am Rande.
    Und das eine noch: Es ist schön zu wissen, daß es noch andre Besessene gibt, die Tage und Nächte in Projekte stecken, die am Ende doch der eigenen Ansprüche wegen in der Tonne landen. Bei Dir ein Tool, bei mir ein Stück Haus, woanders ein Caraudiosystem, egal, Hauptsache man hat Ideen und Ziele und kriegt den Arsch hoch, auch wenns nicht immer hinhaut. Willkommen im Club, und weiter so ;-)
    lg, Alex

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  2. Herzlichen Glückwunsch zu 8 Jahre bloggen, das ist eine großartige Leistung.

    Ja, ich war von Anfang an dabei und habe auch die ersten Fotos hier im Blog sehen dürfen und miterlebt, wie dein Blog immer mehr Form angenommen hat. Der Blog ist ein Teil von dir, er spiegelt dein Wissen und auch deine Emotionen wieder. Dein Blog ist von Grund auf ehrlich und sehr sehr lesenswert.

    8 Jahre bloggen, das will erstmal nachgemacht werden, 8 Jahre, unterhältst du schon deine Leser. Ich bin fast jeden Tag auf deinem Blog, weil ich dir dadurch sehr nah bin und mit an deinem Leben teilhaben darf.

    Dein Beitrag ist sehr emotional geschrieben und hat auch Tiefe. Das bist du und man muss sich für seine Gefühle nicht entschuldigen oder rechtfertigen. Das Leben ist eben nicht immer ganz einfach, aber du hast in deinem kurzen Leben schon viel erlebt und viel geschafft. Ich bin so stolz auf dich.

    Es gibt eben Tage, wo du nicht schreiben kannst, weil dein Kopf mit vielen anderen Dingen beschäftigt ist. Es gibt auch Tage, wo du sagst, ich möchte mal eine Pause machen oder dich sogar mit dem Gedanken trägst, deinen Blog zu löschen, das ist alles normal. Weil 8 Jahre einen Blog zu führen, ist keine leichte Aufgabe, auch wenn es für viele leicht aussehen mag. Du hast einen Vollzeitjob, du hast Kathi, deine Katzen, jetzt sogar eine größere Wohnung, du liebst zocken, oder auch Filme/Serien schauen, Spaziergänge oder gut essen gehen, du hast viele Hobbys und ich wohne jetzt auch in deiner Nähe, wo wir uns dadurch viel öfters sehen können. Du bist eben nicht mehr alleine oder ohne Hobbys usw.

    Wenn du das Gefühl hast, du musst Pause machen, dann mach das einfach ohne schlechtes Gewissen gegenüber deinen Lesern zu haben. Schreibe rein, Pause auf unbestimmte Zeit und widme dich den Dingen die für dich im Moment im Vordergrund stehen. Nichts ist schlimmer wenn dich dein Hobby überfordert und du dann nachher unbedacht, deinen großartigen Blog löscht. Setzt dich nicht unter Druck, genieße dein Leben.

    Hab dich sehr lieb
    Deine Mum <3

    Nachtrag:

    Danke, für die ausgezeichnete Funktion, dass ich hier in deinem Blog meinen Kommentar bearbeiten kann, wenn sich ein Fehler im Text eingeschlichen hat oder ich ihn erst später bemerke. Danke mein Sohn!

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  3. Keine Motivation zum Bloggen haben – don’t I know it too well. Geht mir jetzt schon seit Monaten so, dass ich nicht so richtig weiß, was ich mit meinem Blog anfangen will. Ihn zu löschen, kam mir mehrmals in den Sinn, doch ich brachte es ebenfalls nicht übers Herz. Allein schon wegen all der lieben Kommentare, die geschrieben wurden, und all den Erinnerungen, die mit den Beiträgen verbunden sind. Und wer weiß, ob ich nicht doch mal wieder ganz dringend etwas loswerden will, das nicht in 140 Zeichen bei Twitter passt. Bei mir hat das auch definitiv damit zu tun, dass ich einfach zu hohe Ansprüche an meine Beiträge habe, denen ich nicht richtig gerecht werden kann. Falls du einen guten Tipp gegen dieses Problem hast oder bemerkst, dass dein April-Experiment helfen sollte, sag‘ Bescheid. :)

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  4. Auch von mir, herzlichen Glückwunsch zu 8 Jahre bloggen. Danke, für Deine unzählige Zeit und Mühe die Du hier für uns Leser investiert hast. Danke, für Deine Ehrlichkeit und Offenheit uns Lesern gegenüber, genau DAS macht Dein Blog so authentisch.
    Höhen und Tiefen gibt es immer wieder im Leben, wichtig ist aber, dass Du immer wieder aufstehst und nicht liegen bleibst.

    Sei stolz auf Dich!

    Im Übrigen, ein wunderschönes Foto von Deiner Katze und ein prima Beitrag.

    Liebe Grüße
    Tenshi

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