Candy Crush auf Windows 10 — Und alle drehen durch

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Als ich meinen ersten Windows Rechner bekam, hatte ich Windows 98 drauf. Davor hatte ich meinen Commodore 64, daher der späte Einstieg. Auf jeden Fall waren auf diesem Rechner Spiele vorinstalliert. Solitär, Minesweeper und Freecell. Niemand hat das als negativ empfunden. Auch nicht, dass man sie nicht deinstallieren konnte. Besonders da ich Freecell nie verstanden habe und es somit nicht brauchte. Aber ich hatte damals eine riesige 4GB-Festplatte und brauchte mir keine Gedanken um Speicherplatz zu machen. Heute sieht die Situation ähnlich aus, mit zwei Unterschieden, alle jammern auf einmal rum…

Candy Crush Saga

Das rumjammern ist der erste Unterschied. Doch warum? Genau, weil es sich um das vollkommen übertrieben beliebte und gehypte Spiel Candy Crush Saga handelt. Ein Spiel, was jeder irgendwie spielt, aber auch jeder hasst. Gerade die ach so coolen Call of Duty Kids sind die, welche sich ihrer nicht vorhandenen Männlichkeit beraubt sehen, wenn jemand an Candy Crush Saga in ihrer Gegenwart auch nur denkt. Doch warum regen sich eigentlich alle auf? Ganz einfach, Windows 10 kommt mit Candy Crush Saga.

Richtig gehört. Nachdem Windows 8 das erste Windows war, auf dem keine Spiele vorinstalliert waren (Man erinnere sich, augenscheinlich jeder im Internet regte sich drüber auf), kommt Windows 10 wieder mit einer runderneuerten Version von Solitär. Dazu bekommt man nach der Installation von Windows 10 noch Candy Crush Saga, denn diese wird automatisch heruntergeladen und installiert. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nur für Windows 10 oder auch für Windows 10 Mobile (Der neue Name für Windows Phone) der Fall ist. Fakt ist auf jeden Fall die Entwicklerfirma King hat einen Deal mit Microsoft geschlossen, dass das Spiel quasi vorinstalliert ist.

Oh nein. Microsoft macht unser ach so produktives System, auf dem 90% der Heimanwender vermutlich noch nicht mal auch nur einen produktiven Handschlag tätigten, auf einmal zu einem Spiele-System. Candy Crush Saga wird vorinstalliert und wir können nichts dagegen tun, wir werden vermutlich alle daran zugrunde gehen. ODER: Wir nutzen die Möglichkeit, die man bereits seit Windows 8 bei Apps hat. Denn nichts anderes ist Candy Crush Saga, eine App. Rechtsklick auf die Kachel > Deinstallieren auswählen > fertig. Es gibt keine Klickstrecken, es gibt keine Reste. Die Deinstallation einer App, verbraucht für den Nutzer etwa eine Zeitspanne von 1-2 Sekunden.

Das Schöne an einer App? Sie hinterlässt keine Spuren auf eurem Rechner. Null, nix, nada. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bloatware (oder zu Apps auf Android), ist eine App einfach weg, wenn man sie deinstalliert. Sie wird gelöscht und das war es. Einfache Sache, nichts worüber man sich aufregen muss. Doch jetzt schaue ich mich im Internet um und auf einmal könnte man meinen, Microsoft installiert uns einen NSA-Keylogger mit, der personalisiert auf den Benutzeraccount zugeschnitten ist — Oh Moment nein, die Aluhutfraktion meint das ja heute schon.

Ein schönes Zitat ist folgendes:

Well, I was all in on Windows 10 until this very moment.

Now, I’m out.

Es kommt aus den Kommentaren auf pcgamer.com. Für die, die kein Englisch können. Der gute Mann, welcher sich Veraxus nennt, hat sich vorher richtig auf Windows 10 gefreut. Jetzt lässt er es allerdings bleiben. Das muss man sich mal vorstellen. Jemand installiert den Nachfolger eines Systems nicht, weil ein Spiel vorinstalliert ist, welches man jederzeit entfernen kann. Ob er damals auch schon bei Windows gemeckert hat? Ob der junge Mann je ein Mobiltelefon hatte, auf dem Spiele vorinstalliert waren? Heute ist das ja nicht mehr so. Heute bekommt man einen Haufen sinnloser Apps vorinstalliert, die man bei iOS oder Android nicht mal deinstallieren kann. Bei Windows Phone übrigens schon.

Ich freue mich sogar drüber, dass Spiele wieder ein Thema sind. Ich finde es schade, dass Smartphones nicht mehr mit vorinstallierten Spielen ausgeliefert werden. Das letzte, an das ich mich erinnern kann war Teeter, bei HTC. Ein Spiel, bei dem man durch die Lagesensoren eine Kugel in das richtige Loch bringen musste. Das war cool. Ich hätte das Spiel nie installiert, aber es war da, also spielte ich es. Warum auch nicht? Haben wir mit Snake oder auch Bounce auf unseren Nokia-Mobiltelefonen damals doch auch gemacht.

Also an die ganzen Kleinkinder, die hier total ausrasten und ihren Monitor durchboxen, weil eine App vorinstalliert wird, die ihr wie jede andere auch entfernen könnt: Regt euch ab. Fragt Mama, ob sie euch einen warmen Kakao macht, wickelt euch in eine Decke ein, schaut Zeichentrickfilme und lasst das Internet heute einfach mal aus.

8 Kommentare

  1. Oha. Es gibt echt Leute, die deswegen gleich so austicken? Finde ich immer wieder erstaunlich. Ich bin zwar nicht so der Candy-Crush-Fan, freue mich aber trotzdem darauf und werde es kurz anspielen. Gefällt es mir nicht, deinstalliere ich es: So einfach. Da verschwende ich keine Sekunde damit, mich über sowas aufzuregen.

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  2. Mal davon abgesehen, dass ich die Debatte auch sinnfrei und überflüssig finde, sind Apps, die am Anfang vorinstalliert sind nicht einfach restlos weg.

    Diese ganzen Bing/MSN Apps bleiben als Pakete auf dem Rechner. Denn wenn du einen neuen lokalen User ohne Internetverbindung anlegst sind alle Apps wieder da, die du als anderer User bereits „deinstalliert“ hast.

    Auch wenn sie per Powershell (Get-Appxpackage Microsoft* | Remove-Appxpackage) deinstalliert werden sind sie dann wieder da.

    Aber ansonsten ist das App-Prinzip ziemlich geil. Habe mir auch die Keynote von der BUILD angeschaut, wo die über das App-System reden. Vorallem auch das Umwandeln von Win32 Programmen in Apps. Endlich keine MSI-Datei mehr die sich verkantet :D

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    • Du hast schon irgendwie Recht. Die MSN-Apps und alle wichtigen Apps, die vorinstalliert sind, liegen als Installationsdatei in Windows selbst. Aber Reste von der installierten App bleiben dennoch nicht da. Nur die Datei, die benutzt wurde, um die App zu installieren.
      Wäre auch schrecklich, wenn die Installationsdateien von zig Apps auf einmal weg sind und jeder Nutzer sich die Apps wieder neu laden müsste.

      Bei Candy Crush Saga wird das (laut den bisherigen Berichten) anders ablaufen. Denn dieses Spiel wird tatsächlich erst heruntergeladen, wenn Windows bereits installiert wurde.

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  3. Jetzt komme ich erst dazu, deinen super Artikel zu lesen.

    Also, ich finde es gut wenn Spiele vorinstalliert sind, fand es damals auch klasse.

    Das erst was ich bei W8 machte, guckte, ob Spiele vorinstalliert sind, waren aber nicht.

    Auch wie du schreibst, wenn man sie selber nicht installieren würde, aber da sie nun mal auf dem Rechner waren, hat man sie auch gespielt und sogar noch gefallen dran gefunden.

    Wo ich mir mein neues Handy gekauft hatte, war es das erste, rein ins System und geschaut ob Spiele drauf sind. Waren zwar 2 Spiele vorinstalliert, aber nicht so meins.

    Erstaunlich worüber sich so Menschen aufregen können. :D

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  4. Grundsätzlich bei diesen (manchmal niedlich als ‚optional‘ betitelten) vorinstallierten Programmen/Apps: je weniger, desto besser. Ich mag’s clean und suche mir meine Anwendungen alleine aus. Bei Windows störten mich dabei am ehesten vorinstallierte Medienplayer und hartknäckig zu entfernende Extras – mit der Zeit ist das ja bekanntlich weniger geworden bzw. kein allzu großer Aufwand, sich davon zu befreien.

    Genau unter letzteres fällt meinem Verständnis nach Candy Crush unter Windows 10. Es gab ja schon viele nachvollziehbare Gründe, eine Windows Version auszusetzen bzw. abzuwarten, bis die gereift ist. Aber komplett links liegen lassen wegen einer Spiele-App? Ich stimme dir zu – „lasst das Internet einfach mal aus“.

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    • Der Unterschied zum Windows Media Player und der Musik-App ist aber auch, dass ich den Media Player nicht auf einfachem Weg entfernen kann. Bei der Musik-App einfach Rechtsklick > Deinstallieren und sie ist weg. Gleiches gilt für früher Solitär und heute Candy Crush (Oder eben auch Solitär). Apps sind grundsätzlich entfernbar. Was nicht für den reibungslosen Betrieb gebraucht wird, kann man entfernen.

      Wenn Windows 10 auch nur halb so wie Windows 8 wird, was die Apps angeht, wird es keine App geben, die sich schwer entfernen lässt, es sei denn sie ist für den Systembetrieb notwendig (Settings-App z.B.)

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