Mein Unwort des Jahres: Verpixelung – StreetView Deutschland

Dieser Beitrag wurde vor mehr als 11 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

So, ich möchte meinen Blog mal dazu missbrauchen um ein bisschen Dampf abzulassen. Es geht heute mal um Google StreetView. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe StreetView und bin großer Google-Fan, doch ich hasse StreetView Deutschland. Ich habe für diesen Beitrag nichts vorbereitet, denke nicht drüber nach, sondern schreibe mir einfach mal den Frust von der Seele, also Kritik? Keine Ahnung. Ist wie immer gerne gesehen, aber habt etwas Nachsicht.

Google Maps Icon

Für alle die StreetView nicht kennen. Es ist ein Bestandteil von GoogleMaps, welcher es erlaubt virtuell durch die Straßen zu schlendern. Wie ich finde, eine geniale Idee. Und das mache ich auch gerne. Ich bin schon durch NewYork, Tokyo, Paris und sonstwas alles durchgelaufen und habe mich gefreut, dass ich das mal erleben kann.

Ich reise nicht gerne, ich verlasse noch nicht mal unbedingt gerne das Haus. Aber ich gucke mir gerne schöne Gegenden oder fremde Städte an. Früher ein Widerspruch in sich, heute durch Google StreeView ohne weiteres möglich. Naja zumindest fast. Denn in Deutschland ist kann man das „Street“ in StreetView ziemlich genau sehen. Denn bei so vielen Häuser wie jetzt schon verpixelt sind, hat man bald nur noch den Blick auf den blanken Asphalt.

Das Haus in dem ich wohne ist noch nicht verpixelt, jedoch denke ich, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist. Denn bis vor Kurzem war auch ein paar Hausnummern weiter nichts verpixelt und auch das Hochhaus, welches ich aus dem Fenster sehen kann, war noch frei für jeden sichtbar. Allerdings haben wir hier eine echte Verpixelungsepedemie.

Das Problem ist hauptsächlich, dass Google ein komplettes Gebäude wegpixelt, sobald sich auch nur ein Mieter meldet, dass er es nicht dort haben will. Das erwähnte Hochaus hat 21 Stockwerke mit je 8 Wohnungen. Das erste Stockwerk ist nicht bewohnbar, da Foyer etc. Das macht alleine 400 Mietparteien. Wenn man davon ausgeht, dass in jeder Partei 2 Personen leben (Ich denke, das könnte im Schnitt hinkommen), dann können theoretisch 800 Personen Einspruch erheben.

Blöd nur, sich 799 Leute darüber freuen, dass sie StreetView nutzen können um mal das Haus anzugucken (Über die Sinnhaftigkeit lässt sich sicherlich streiten), aber einer das nicht will. Genau, der eine wird dann bei Google Dampf machen und schwupp… Das Haus ist nur noch ein Grauer Block in Google StreetView. Warum Google eine solch krasse Verpixelung nimmt, ist mir unklar. Man könnte das wesentlich dezenter machen, sodass es nicht ganz so abbartig aussieht.

Ich nehme dazu mal das Beispiel des Gebäudes, indem ich wohne. Da zu viele Bäume für die direkte Sicht vorhanden sind, muss ich etwas weiter weg, aber was ich zeigen will, wird denke ich klar.

Hier also erstmal das Bild im Normalzustand:

Hier, wie ich es verpixeln würde:

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Und hier, wie Google es tut…:

2010-11-22_170455ultrapixel

So, wie ich es verpixelt habe, erkennt man auch nichts „Privates“ mehr, das Haus ist allerdings noch erkennbar, ohne das Gesamtbild komplett zu zerstören. Bei der Art, die Google nutzt, bleibt leider nichts mehr übrig. Jetzt stelle man sich mal vor, wie es dann ist, wenn aus jeder Hausnummer jemand Einspruch einlegt. So wäre es nach meiner Art:

Und so nach Googles Art:

Jetzt frage ich mich doch, wer das schön finden würde…

Nur mal so nebenbei. Gegenüber von meiner Wohnung ist ein Altenheim und neben dem Gebäude eine Grundschule. Ich persönlich würde mich unwohl fühlen dort alte Menschen oder kleine Kinder unterzubringen. Und hinziehen würde ich erst recht nicht. Na klar, ich könnte es mir auch persönlich ansehen, aber ich wüsste, in was für eine Nachbarschaft ich ziehe und darauf kann ich gut und gerne verzichten.

Humbug? Solche Extremfälle gibt es nicht? Vielleicht noch nicht, aber in einer Gegend, wo ein Freund gerade hingezogen ist, sieht es schon ähnlich aus. Mehr verpixelt als sichtbar, aber sieht selbst. Damit mir niemand einen Fake oder Übertreibung vorwerfen kann, diesmal zum Bild noch einen Direktlink (auf’s Bild klicken):

Wunderschön, nicht wahr?

So… Dampf abgelassen. Meinung gesagt… Auf jeden Fall hasse ich es. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Google StreetView einfach gar nicht nach Deutschland gekommen wäre, statt sowas zu haben… Achso: Google löscht das Material übrigens auch aus den Rohdaten, sprich: Es kann auch nicht wieder herstellt werden. Nur neue Fotos wären eine Möglichkeit und das ist erstmal nicht vorgesehen. Wobei Google sich das eh sparen kann, ist mehr Arbeit durchzufahren und es neu zu verpixeln als es einfach so zu lassen.

Was ist eure Meinung dazu?

11 Kommentare

  1. Programmier nen Kartendienst und ignorier die Privatsphäre andere. Ich würde es benutzen – nicht. Rofl

  2. Ich glaube einfach, dass Google gar keine andere Wahl hat als bereits bei einem einzigen Einwand das Haus zu verpixeln. Gerade bei 800 Personen kann man ja schlecht darüber abstimmen. Das wäre ja ein riesiger Aufwand, alle Betroffenen vor der Verpixelung nach ihrer Meinung zu fragen.

    Deine Art der Verpixelung fände ich zu schwach, wenn ich möchte, dass mein Haus nicht in Google Street View zu sehen ist.

    Ich gebe dir natürlich recht, dass es nicht schön aussieht, aber wie gesagt, Google hat einfach keine andere Wahl als es genauso zu machen.

    • Google hat meines Erachtens nach schon eine andere Wahl. Ebensowenig finde ich es zu schwach. Und selbst wenn, kann man bei der Methode noch etwas stärker verpixeln

      So ist immer noch zu erkennen, dass da überhaupt etwas steht, aber nicht genau was.

      Der Grad der "Verpixelung" ist doch nur so gewählt, damit denen niemand ans Bein pinkeln kann, nicht weil es sein muss und genau das finde ich nicht in Ordnung.

      Meine Kritik ist allerdings nicht in erster Linie an Google gerichtet. Ich finde es in Ordnung, dass sie auf die Nutzer eingehen. Ich bin sauer auf die Deutschen. Google trägt nur dazu bei, dass es scheiße aussieht, indem sie eine hässliche Methode nehmen. Die Deutschen mit ihren Panikattacken wenn etwas Fortschrittliches da ist, die kotzen mich wirklich an.

      Gruß
      Wishu

      • Ja, Deutsche nerven voll. Stellen sich immer gegen den Fortschritt. Franzosen fressen den ganzen Tag Käse und saufen Wein usw. usw.

        • Wenn du rumtrollen willst, dann geh zu heise oder Golem. Hier gibt es keinen Fisch…

          • War garnicht getrollt. War sogar ein ziemlich guter Beitrag von mir. Bei Heise hätte ihn zumindest der ein oder andere verstanden, aber deswegen bin ja auch so gerne hier!

            • Kann ich jetzt also damit rechnen, dass der Wishu-Blog seinen eigenen Haustroll mit dir gefunden hat?

  3. Die Diskussion darüber, dass eine Hausfassade nichts mit Privatsphäre zu tun hat, wurde nun schon oft genug geführt. Daher belasse ich es damit mal hier.

    Wenn ich mal meine Mutter zitieren darf: "Eigentlich ist das ja ziemlich sinnlos sein Haus verpixeln zu lassen. Wer es sehen will, kann ja einfach hinfahren und es sich angucken."

    Tatsache ist doch, dass das sinnlose Verpixeln einen guten, nützlichen und kostenlosen! Dienst behindert. Und warum? Richtig, ich habe noch keinen vernünftigen Grund dagegen gehört. Argumentiert wird immer mit Toleranz und Respekt vor den Verpixlern. Wie wäre es mal mit etwas Toleranz vor den "Entpixlern".

    Das man jetzt loszieht und die Häuser fotografiert, ist nur ein Zeichen gegen das sinnlose Verpixeln. Die Daten wurden von Google leider schon gelöscht und ein Foto ersetzt nicht ein Pixelhaus. Aber es ist besser als nichts.

  4. genau gesagt, es funktioniert so, dass es nur eine Person (von Vielen) reicht um einen Auftrag zu widersprechen. Es gibt je mehrere Laender, die denselben Schritt machen um eigene Grundstuecken zu verpixeln. Man kann nicht lange warten weil es rechtlich risikoreich fuer Google ist. Ihr soll das verstehen warum es diese Art der Unkentlichmachung gilt. ich habe damit zu tun also ich ich äussere meine job's Nachdenken:)
    mfG