Google passt mir nicht mehr

Dieser Beitrag wurde vor mehr als 8 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Ich hatte ja vor Kurzem einen Beitrag darüber geschrieben, dass Google den Menschen Angst macht. Man weiß nicht, was Google vor hat und alles klingt ein wenig komisch. Langsam geht es auch mir so, dass ich mich bei Google unwohler fühle. Ich habe keine Angst oder so, ich fühle mich nur weder Zuhause noch willkommen.

Google Logo in Building

Im eben erwähnten Beitrag hab ich ein wenig darüber geredet, dass Google immer mehr Unternehmen kauft und man eigentlich keine Ahnung hat, was sie vor haben. Sie kaufen sich sämtliches KnowHow, was man dafür benötigen könnte, alles zu automatisieren und alles über uns zu erfahren. Was sie damit allerdings vor haben weiß keiner – wir werden ausgeschlossen.

Dont be evil

Und das ist es, was mich stört. Das einst so offene Google, welches immer und überall »Don’t be evil« auf den Flaggen zu stehen hatte, ist nun ein riesiger verschlossener Großkonzern, welcher bei vielen Menschen Unbehagen auslöst. Bei mir langsam auch.

Offene Dienste verschwinden

Als ich mir damals im April 2009 das HTC Magic kaufte, war dies in erster Linie, weil ich Google interessant fand. Jeder Dienst war offen und man konnte von überall drauf zugreifen. Es gab massig Dienste, in die ich die verschiedenen Services von Google einbauen konnte. Für Android kamen auch immer mehr Apps dafür.

Doch mit der Zeit wurde das weniger. Der Google Reader ist komplett verschwunden. Er hatte eine super API und war eigentlich das Kernstück eines jeden Feedreaders. Alle anderen Anbieter lebten im riesigen Schatten vom Google Reader. Dann wurde er geschlossen und Feedly, Feedbin (Mein Favorit), Digg Reader und Co. sind aus dem Boden geschossen. Der Ersatz bis dato? Das geschlossene Google Currents. Dieses gibt es nun auch nicht mehr, denn es wurde zu Google Play Kiosk und die Play Dienste sind bekanntlich geschlossen.

Ebenso ging es mit Google Tasks. Ich verwendete es mit verschiedenen Apps gerne. Ob am PC, am Androiden oder am Windows Phone. War egal, konnte ich überall verwenden. Irgendwann wurde es nicht mehr weiter entwickelt und der Ersatz war Google Keep. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Google Keep, doch es ist ebenso geschlossen. Ich kann es nicht in andere Apps einbetten. Somit habe ich zum Beispiel am Windows Phone nur die Website, aber keine App – Dabei würde sich das Kachel-Design von Windows Phone doch geradezu anbieten.

Ein weiteres wichtiges Produkt ist Picasa. Super Bildverwaltung, in der ich all meine Bilder lagerte und von überall drauf zugreifen konnte. Bis auf einmal Google+Fotos kam. Wieder bin ich auf Android beschränkt, wenn ich es mobil nutzen will. Wieder bin ich auf die von Google vorgesehene App beschränkt, denn einbinden kann man es als Entwickler nicht oder nur schlecht.

Nebenbei kam dann auch noch Google Talk auf den Friedhof. Ersetzt durch Hangouts. Schöne App, gefällt mir sehr gut und ist auch mein Messenger der Wahl. Doch wie auch bei den anderen Diensten, ist dieser auf einmal geschlossen. Hangouts auf Windows Phone? Vollkommen unmöglich, schließlich gibt es hier nicht mal eine Weboberfläche.

Google Mobil

Es dürfte jedem bekannt sein, dass wir uns im mobilen Zeitalter befinden. Smartphones werden immer wichtiger und umfangreicher. Das weiß auch Google und geht hier auf die Vollen. Mit Android hat man das erfolgreichste mobile Betriebssystem auf dem Markt und das auch zurecht – eigentlich. Ebenso wie die eben erwähnten Dienste, wird auch Android immer mehr geschlossen. Dies sieht man gut, wenn man das Android ohne Google Apps mit dem mit Google Apps vergleicht.

Wenn man ein Android-Smartphone nutzt, kann man alle Google-Dienste am besten nutzen. Ist ja auch logisch, das System ist von Google. Mit iOS wird es auch noch gehen, wenngleich es hier einige Einschränkungen gibt, man braucht sich aber keine allzu großen Sorgen machen, denn das wichtigste läuft. Sobald es in ein anderes System über geht, wird es schwieriger. Ganz besonders auf dem Kieker hat Google hier offenbar Windows Phone, wo seitens Google sogar die mobile Suchseite kastriert wird.

In meinen Augen hat Google einfach nur Angst vor diesem System und versucht es künstlich klein zu halten. Man braucht sich ja nur mal das Hickhack um YouTube anzuschauen. Google weigert sich, eine eigene App zu schreiben und Microsoft solle sie selbst entwickeln. Alles ok, macht Microsoft z.B. auch für Facebook. Der Unterschied? Facebook und Microsoft arbeiten zusammen, Google will von Microsoft nichts wissen.

In meinen Augen hat Google einfach nur Angst vor Windows Phone.

Die App war fertig und sie war großartig. Sie stand der Android-App in nichts nach und hatte sogar die Möglichkeit die Videos zu cachen, damit man sie bei schlechter Verbindung schauen konnte. Das und dass die Werbung fehlte, störte Google – der Zugriff wurde sofort gesperrt. Microsoft entfernte das Feature und baute die Werbung ein (nachdem sie ewig darum betteln mussten, sie einbauen zu dürften, denn hier stellte sich Google auch quer). Alles beanstandeten Punkte wurden entfernt, App wurde released, Google sperrte sie wieder.

Auf einmal wollte Google, dass Microsoft die App in HTML5 umsetzt, wie es die neuen Richtlinien angeblich verlangen. Dass Google das weder bei Android noch bei iOS selbst so macht, ist egal. Mircosoft gab vorerst auf. Und so verhält es sich immer. Mal werden Kontakt- und Kalendersynchronisation gestrichen, mal wird der Zugriff auf die Google-Maps Website gesperrt etc etc. Das einzige was Google für Windows Phone anbietet, ist die Suche und die funktioniert teils schlechter als Bing.

Was ich damit sagen will: Google sperrt sich dagegen ein offenes Unternehmen zu sein. Sie verschließen sich und wollen Kunden auf unangenehmste Weise an das eigene System binden. Ob das für die Kunden zufriedenstellend ist, ist irrelevant. Denn Google ist halt nicht mehr das liebe nette Unternehmen, welchem ich mich vor 5 Jahren anvertraute. Google ist ein arroganter, verschlossener Großkonzern geworden, der alles für sich haben will.

Google sperrt sich dagegen ein offenes Unternehmen zu sein.

Macht verdirbt den Charakter

Google drückt sich gerne in Alles rein, was interessant für Kunden ist. Das ist kein Geheimnis. Gerne kaufen sie auch einfach Dienste auf, stellen sie ein und übernehmen die Nutzer. Dadurch sind enorme Nutzerzahlen entstanden und sie haben so einige Nummer 1 Dienste. Die Suche dürfte unangefochten sein. Google Maps ebenso. YouTube, AdSense und natürlich Android sind ebenso direkt an der Spitze. Das verschafft Google in vielen Bereichen ein gewisses Monopol.

Und dieses Monopol missbraucht Google in meinen Augen derzeit extrem. Sie machen uns Vorschriften, was wir wo zu nutzen haben, ohne dass viele das großartig merken. Deutlich wird es hingegen bei Google+. Um den Nachfolger von Picasa zu nutzen, braucht man Google+. Für YouTube braucht man Google+. Für Hangouts ebenso. Und so zieht sich das durch die ganzen Google-Dienste und es kommt immer mehr dazu. Jeder Dienst, der in Google+ eingebettet wird, wird auf einmal auch für andere Entwickler geschlossen – einzig YouTube geht hier teilweise noch.

Android passt mir nicht mehr

HTC One

Dieser Teil des Beitrages wurde nun unerwartet sehr lang, daher habe ich ihn in einen eigenen Beitrag ausgelagert und vorher veröffentlicht. Dies hier ist also quasi der Zweite Teil des Beitrages. Wenn ihr also den Android-Beitrag nicht gelesen habt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt ;)

Ich fühle mich abhängig

Google hat mir in den letzten 5 Jahren ein Gefühl gegeben, was ich ganz und gar nicht leiden kann. Ich habe das Gefühl, von Google abhängig zu sein und gewissermaßen stimmt das. Google hat es geschafft, dass ich alles was ich früher im Internet gemacht habe, zu denen hin verschoben habe. Wenn es möglich gewesen wäre, Facebook und Twitter über Google zu steuern, hätte ich das wohl auch noch gemacht.

Vor Kurzem zog ich all meine Daten aus der Dropbox rüber zu Google. Klar, schließlich schenken die mir ständig Speicher, sodass ich mittlerweile bei 71 GB bin, habe ich bei Dropbox doch gerade mal 18,5 GB und bei SkyDrive (bald OneDrive) nur 25GB. Langsam fühle ich mich dabei nicht mehr wirklich wohl. Nicht aus Datenschutzgründen – was niemand wissen soll, kommt nicht in die Cloud – einfach weil Google bei mir durch die ganzen Aktionen der letzten Monate, ein gewisses Unbehagen auslöst.

Ich schätze, ich werde das meiste von Google wieder abkoppeln und nach Lösungen suchen, die mir selbst gut passen. Klar, man muss dadurch auf einen gewissen Komfort verzichten, aber lieber fühle ich mich rundum wohl, als alles auf dem Silbertablett zu haben.

Beitragsbild Robert Scoble

9 Kommentare

  1. Ein Gedankengang, den ich in letzter Zeit immer häufiger höre und den ich auch immer wieder habe.

    • Ein Gedankengang, den ich bis vor Kurzem nicht nachvollziehen konnte. Ich verstehe es derzeit aber von Tag zu Tag besser. Und wenn ich mal zu den Alternativen von Google-Diensten schaue, die ich ewig außer Acht lies sehe ich, dass sich da einiges getan hat. Das wohl einzige, was ich definitiv nicht droppen werde ist YouTube, aber hierfür gibt es eben auch wirklich gar keine Alternative aus Nutzersicht. Google+ werde ich wohl gezwungenermaßen weiter sein, wobei das von Windows Phone aus wohl weiter unmöglich bleiben wird.

      Aber letztendlich gibt es zu Allem eine Alternative und meine Mission für mich ist jetzt, für alle Dienste eine zu finden.

      • Bei mir wird es die Suche, GMail, der Kalender und die Kontaktverwaltung sein, die ich weiterhin (privat) in die Hände von Google lege. Klar, Google+ und YouTube sind auch weiterhin (beruflich) wichtig, aber mir geht es erst mal darum privat ein bisschen Abstand von Google zu bekommen. Mal schauen, was 2014 so bringt, bin da aber zuversichtlich.

        • Ok, die Suche zählte ich jetzt nicht dazu. Da sieht man mal, wie wenig Google noch ein Suchanbieter ist. Mail geht auch bei Outlook. Schaute mir das letztens mal an, sieht ganz gut aus, wird aber wenn dann der letzte Schritt. Kalender und Kontakte sehe ich bei Outlook auch nicht als schlechter an, wobei zumindest die Kontakte mit dem Mailanbieter gleichziehen. Aber das lässt sich ja auch synchronisieren.

          Ich muss auch mal schauen, wie es mit Google Analytics aussieht. Piwik sieht mittlerweile sehr brauchbar aus, ich hab nur Angst, dass Google die Seite abwertet, wenn kein Analytics drauf läuft. Würde ich Google so langsam zutrauen.

  2. Hmm… Irgendwie bekomme ich das Gefühl du bist einfach nicht Android Kompatiebel. Es ist richtig das Google immer mehr seiner Dienste nur noch geschlossen anbietet, aber der Vorteil der android Plattform ist nunmal der das so Jeder selbst die Möglichkiet hat eigene Anwendungen zu selektieren. Was beim Extrem Beispiel iOS z.B. eher schwierig ist sobald die Apps System Funktionen ersetzen sollen.

    Ich stimme mittlerweile der Theorie zu das jeder Mensch in eine der Drei Kategorien passt, ich habe es versucht mit Apple. iPhone und iPad, letztendlich bin ich nun mit Android glücklicher. Ich schreibe absichtlich mit Android und nicht mit Google, da ich nicht viele Google Apps verwende sonder eher auf Platformübergreifende Alternativen setze (In meinem Fall ist mein Desktop ein Win8) windows Phone habe ich nur mal für eine Woche als Test probiert. Zugegeben in den Anfngerversionen Mango. Irgendwie hat’s nicht klick gemacht.

    Von daher trifft das auch auf das Google Universum zu, nur weil man Android nutzt bedeutet das heute ja nicht mehr das man komplett im Gapps Universum gefangen ist.

    Schaut man sich in der Android Mod Szene um so nimmt die Zahl der Firmwares welche komplett „Nackt“ ohne Gapps kommen immer mehr zu. Wieso wohl?

    • Ich nutze Android seit April 2009 und mit 94 Beiträgen mit dem Tag Android hier im Blog, hab ich mich auch glaube durchaus ein wenig damit beschäftigt. Das ist nichts generelles. Ich war immer sehr begeistert von Android. Ich feiere nach wie vor Vieles vom System, wobei es mir immer langweiliger wurde. Ohne das HTC One, wäre ich schon im Oktober von Android weg gewechselt, doch mit Sense 5 konnte HTC mich nochmal überzeugen. Von Sense bin ich auch jetzt noch überzeugt, von Android weniger. Das ist eher unabhängig davon, dass Google mir nicht mehr passt.

      Klar, es geht schon irgendwo Hand in Hand, aber keines davon resultiert aus dem Anderen, es bestärkt nur die jeweilige Ansicht.

      Dass man eigene Anwendungen für (fast) alles bestimmen kann, ist durchaus der größte Vorteil von Android, aber wenn ich ehrlich bin, nutze ich das kaum noch. Ich hab den Standardbrowser zu Chrome geändert und die Standard SMS-App zu Hangouts geändert. Sonst nutze ich das, was das System mitbringt.
      Ich bin kein Power-User mehr und genau an diese richtet sich Android. An Bastler, an Nutzer die alles an ihrem Smartphone bestimmen können wollen. Allerdings ist das nur solange schön, wie das System dann auch noch perfekt läuft und das Gefühl habe ich bei Android schon lange nicht mehr.
      Zudem werden diese Freiheiten seitens Google auch erheblich eingeschränkt.

      Wenn du Windows Phone mit Mango getestet hast, hast du Windows Phone kein technisch nicht getestet. Windows Phone 7 war bestenfalls ein Konzept, was man neben Android und iOS noch so machen kann. Das System war unrund, unfertig und einfach nur hingerotzt. Zwischen Windows 7 und Windows 8 liegen Welten. Als würdest du Android Eclair mit ICS vergleichen.
      Solltest du es nochmal testen wollen, würde ich dir allerdings raten, die Build abzuwarten und somit Windows Phone 8.1. Denn noch hat es eben viele Ecken und Kanten, wenn es mit 8.1 aber auf das Niveau von Windows 8.1 gebracht wird, sollte sich nicht mehr allzu viel zum meckern finden.

      Und ich weiß, dass ich Android ohne Google nutzen kann. Ich kann mir alles zusammen suchen, alles zusammen frickeln. Aber ganz ehrlich? Ich will ein Smartphone, dass ich anmache und funktioniert. Keines wo ich Tagelang rumwerkeln muss, dass es halbwegs so läuft, wie ich es möchte. Und da ich mit iOS nicht klar komme, bleibt mir nur noch Windows Phone, welches mich zudem begeistert.

      • Hey, lass bitte Android Eclair und Donut in Frieden! Damals war noch Win Mobile ein gar nicht so wenig genutztes System, und ich war unglaublich geflasht, als ich von einem WM5-„Smart“phone (so ein Ziegelstein-Barren ;-)) auf ein Android-Tablet mit 300MHz als Spielwiese gewechselt bin. :D

        Was das frickeln angeht: Man kann Android auch recht simpel ohne Google nutzen: Einfach ein Smartphone mit Replicant OS flashen, und die nötigen Apps halt über den integrierten F-Droid beziehen. Die Einrichtung von Kalender/Kontakte/Task-Sync ist nur um ein, zwei App-Installationen komplexer, sofern du nicht noch eigene Sync-Server betreibst.

        Ist WP8 etwa so viel freier? Wacht da MS nicht auch über meinen Kalender, kann alles sehen, was früher Google sah? Es ist wohl eher eine subjektive Sache…wenn man das Gefühl hat, das Smartphone ist Big Brother, taugt es für einen selbst einfach nix. Das bedeutet dann wohl, dass MS weniger, naja, „aggressiv“ rüberkommt?

  3. Naja, das google Unternehmen kauft und keiner weiß warum stimmt ja nun nicht. Der kauf von NEST ist recht simpel und logisch. Ich selber habe vor diesem Kauf mega Respekt denn es zeigt, wie weit Google doch im denken ist. Auch im denken um die eigene Vermarktung.

    Ich denke das was Google macht, könnten noch viel mehr Unternehmen machen. Yahoo versucht es ja ebenso, allerdings legen die Wert auf andere Bereiche im Internet/neuland. Was der kauf von tumbler zeigte.

    Ich selber wedel derzeit so viel wie noch nie mit der google fahne. und das obwohl ich mit android nichts anfangen kann.

  4. Ich habe Google nun eine längere Zeit gemieden und habe auch Android ohne Google genutzt, sogar Google-freie, naja, möglichst Google-freie, Custom ROMs gebastelt. Funktional verliert man nicht viel. Sync per Cal-,Web-, CardDAV, App-Beschaffung, geht alles prima ohne Google. Es ist gar nicht mal so viel unkomfortabler. Aber: Viele Apps sehen einfach total hässlich aus, die Reader-Apps für TT-RSS zum Beispiel sind nicht allzu schick, und man muss sich eben mit einem eigenen Server herumschlagen, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein. Es wurde mir irgendwann einfach zu anstrengend im Verhältnis zum Ertrag. Nun nutze ich wieder Google, bastel parallel aber auch an Diensten auf meinem Raspberry herum. Den Basteltrieb werde ich einfach nicht los. ;D

    Die Freiheit sinkt wirklich ebenfalls immer weiter. Ich denke, langfristig werde ich auf ein Windows-Tablet und ein Firefox OS- oder WP8-Smartphone setzen, wenn mein Android-Smartphone den Geist aufgibt.
    Windows ist zwar selbst auch „geschlossen“, aber man hat ja so viele Wege, FOSS-Anwendungen zu installieren, und dank W8 sogar die gleichen auf Tablet und PC. Libreoffice und Starbound unterwegs und daheim, läuft.

    Du hast doch die Lumias mit Zufriedenheit ausprobiert. Gewährt MS denn den Bastlern mehr Freiheiten beim Herumspielen mit der MS-Cloud (Skydrive, Office) und so? Das System ist ja closed source, aber MS verhindert Basteleien eher halbherzig. *Effektiv* ist unter Win ja vieles möglich, was sich unerfahrene User von den Vorzügen eines FOSS-Systems erwarten.

    Das Google uns besonders bevormundet, kann ich so aber auch nicht bestätigen. Dienste kommen und gehen, früher hat Google einfach viele Verlustgeschäfte für die Frickler unter uns auf eigene Kosten weiterbetrieben, mittlerweile schaut auch Google auf das Geld. Man muss ja dazu auch sagen, dass wir mittlerweile gerne mal ein paar Euronen für Indie-Spiele liegen lassen, statt diese als Freeware zu laden (oder auch von ***.to oder ***.dl.am und so….*hust*), aber wir haben unglaublich viele Google-Dienste für lau genutzt. Auch die „Bezahlung“ per Daten ist kein wirkliches Argument, da auch die Auswertung derer noch zusätzlich kostet.
    Die Konkurrenz ist einfach mächtiger geworden, und Google kann uns nicht mehr beliebig beschenken. Manchmal habe ich das Gefühl, wir reagieren wie kleine Kinder, wenn denen ein geschenkter Ballon platzt. Wir haben nicht wirklich was verloren, aber es tut trotzdem weh.
    Aber naja, eigentlich denke ich auch so wie du in Sachen Abhängigkeit. Es fühlt sich wirklich nicht toll an, obwohl das Google-Ökosystem (noch) verdammt viel Spaß macht.