Microsoft Event im Rückblick

Dieser Beitrag wurde vor mehr als 3 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Gestern hatte Microsoft das wohl wichtigste Event für die Firma, seitdem sie besteht. Windows 10 ist da, die Partner haben ihre Geräte rausgehauen und jetzt ist Microsoft dran. Was vorgestellt wird, war bereits Großteils vorher geleakt. Was genau die Geräte können werden, war zu fast 100% allerdings nur beim Lumia 950 und 950 XL bekannt. Doch neben den neuen Lumias (ein Lumia 550 wurde auch angekündigt), kam auch das neue Microsoft Band 2 und das Surface Pro 4 wie erwartet. Doch zum Schluss gab es noch eine Überraschung, die es ziemlich in sich hatte.

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Wie gestern schon geschrieben, ist mein Highlight das Lumia 950. Zwar war bereits fast alles bekannt, aber dadurch dass ich mir das Gerät auf jeden Fall kaufen will und werde, lag mein Interesse hier besonders. Glücklicherweise wurde die kleinere Version – wobei es mir schwer fällt, bei 5,2 Zoll von klein zu reden – näher beleuchtet, als das 950 XL. Der silberne Kameraring sagte mir von Anfang an zu und auf den offiziellen Bildern gefällt er mir nochmal deutlich besser. Aber nun zum Event. Ich versuche das mal aus dem Kopf chronologisch wiederzugeben.

Vorwort von Microsoft

Zu Beginn des Events kam natürlich die übliche Begrüßung etc. Auch Zahlen gab es direkt zu Beginn. So hat Microsoft es geschafft, dass mehr als 110 Millionen Geräte in gerade einmal 10 Wochen mit Windows 10 laufen. Das sind mal eben 11 Millionen pro Woche. Das ist die schnellste Upgrade-Rate in der Geschichte von Windows. Auch im Businessbereich geht es rasant voran. Bereits mehr als 8 Millionen Business-Kunden nutzen Windows 10, auch hier deutlich schneller als jeder andere Windows-Release. Man bedankte sich bei uns Consumern und natürlich auch bei den Hardware-Partnern. Doch dann ging es auch um Microsoft selbst.

Feedback von Softwarepartnern (Bildquelle: Windows Central)

Feedback von Softwarepartnern (Bildquelle: Windows Central)

Man konnte allerdings nicht nur Hardware-Partner für sich gewinnen, auch auf der Software-Seite ging es heiß her. Facebook kündigte an, Windows endlich ernst zu nehmen. Wer Windows Phone bereits nutzt weiß vielleicht, dass die Facebook-App von Microsoft entwickelt wird – und dass sie bestenfalls als zweckdienlich bezeichnet werden kann. Er weiß, dass die offizielle Instagram-App seit fast zwei Jahren kein Update bekam und dass der Messenger zwar funktioniert, die Geschwindigkeit aber nicht die beste ist. Alle drei Apps von Facebook werden »in den kommenden Monaten« als Universal-App für Windows 10 kommen und somit auch auf dem PC funktionieren (Bei Instagram zweifle ich dran, aber bei den anderen beiden bietet es sich an).

Netflix berichtet übrigens, dass mittlerweile mehr Windows-Nutzer die App nutzen, als die Website. Ein wichtiger Meilenstein für Windows, wurde doch oft von Skeptikern behauptet, niemand würde je Apps auf Windows nutzen wollen. Audible konnte einen Anstieg von 25% aller Downloads verzeichnen, seitdem die Universal App für Windows 10 verfügbar ist etc etc. Auch weitere Universal Apps wurden angekündigt. Auf der Software-Seite könnte es also langsam auf Windows Mobile losgehen.

Windows 10 auf der Xbox One

Es ging erstmal ruhig los. Das was auf der Gamescom schon gezeigt wurde, wurde nochmal kurz angerissen. Windows 10 für die Xbox One kommt Ende des Jahres (Ich hab die Preview schon, ein Beitrag dazu folgt. Kurz vorweg: Nicht leichtsinnig installieren) und damit auch Apps aus dem Windows Store – Stichwort Universal Apps. Das beste Xbox One Lineup seit bestehen der Xbox wurde nochmal bestätigt, ein kleiner Trailer gezeigt, ein bisschen daher geredet. Nicht sonderlich spannend, wusste man alles schon. Gehört aber eben auch zu Microsoft.

HoloLens

HoloLens

Nach der Xbox ging man auf die HoloLens ein. Erster Gedanke »Nicht schon wieder. Haben wir doch alles gesehen.«, zwei Minuten später: »WOAH! ICH WILL DAS!«. Microsoft hat es noch immer drauf, mit dem Ding zu beeindrucken. Man kann Hologramme jetzt in der Hand halten und damit interagieren. Der junge Mann spielte eine Preview eines Spiels, welches Microsoft für die HoloLens derzeit entwickelt. Kleine Alien-Roboter brechen durch die Wand und mit dem Hologram, welches er in der Hand hält, schießt er die kleinen Roboter ab, zieht sie an sich heran oder beschwört ein Schild, um deren Angriffe abzuwehren.

Definitiv noch eine Vorschau, aber extrem beeindruckend zu sehen. Leider wird das geringe Sichtfeld, welches die erste HoloLens haben soll, den Spaß etwas mildern, aber ausprobieren würde ich es schon gerne mal. Für 3.000$ kann man sich künftig das Entwickler-Kit zulegen. Ich bin kein Spieleentwickler, ansonsten würde ich definitiv zugreifen.

Sportlich – Das Microsoft Band 2

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In Sachen Fitness ist Microsoft seit einiger Zeit auch unterwegs. Das Microsoft Band ist hier in Deutschland zwar nie erschienen, aber in den USA scheint es gar nicht so unbeliebt zu sein. Und so hat Microsoft das gemacht, was sie seit Nadella am besten können: Auf das Feedback der Nutzer gehört und alles verbessert, was vorher nicht gefiel. Der einzige Kompromiss hier, es wurde teuer. 249$ soll man für das Fitness-Gadget ausgeben und mir persönlich wäre das zu viel. Ich bin aber auch kein Sportler [Schrieb er und schaute zu seinem Wohlstandsbäuchlein herunter]. Microsoft Health wurde erheblich verbessert (Nicht zu verwechseln mit MSN Health, das wird eingestellt) und endlich macht Microsoft das was sie ebenso am besten können: Sie nutzen ihre Cloud.

Big Data ist das große Thema und hier hat man seine eigene Big Data. Microsoft wertet im Hintergrund jeden Lauf, jede Trainigseinheit, jeden Schlaf, das getrackte Essen, den Herzschlag und was auch immer das Microsoft Band 2 mit seinen 11 Sensoren alles so tracken kann aus und liefert euch ein so umfangreiches Dashboard mit allen möglichen Daten, dass Fitbit und Co die Ohren schlackern dürften. Geile Sache auf jeden Fall, auch wenn ich mir maximal 150€ dafür abnehmen lassen würde.

Da sind die neuen Lumias

Lumia 950 und 950 XL

Dann ging es weiter zum eigentlich im Vorfeld interessantesten Teil. Die Lumias wurden gezeigt. Panos Panay kam auf die Bühne. Ein unglaublich schnell redender Mensch, dem man beruhigt den Stempel »Überzeugt von seinen Produkten« aufdrücken kann. Die technischen Daten wurden nochmal bestätigt, die Geräte gezeigt. Man sprach die schnelle Kamera an, den Kamera-Button und dass die Kamera angeblich die beste auf diesem Planeten sein soll. So wie fast alles was Herr Panay ansprach. Das muss sich erstmal beweisen, ich hab da so meine Zweifel. Ein »Liquid cooling System« wurde angesprochen, was wohl eine Art abgespeckte Wasserkühlung sein soll, die hat der Snapdragon 810 allerdings auch dringend nötig.

Die neuen Lumias waren mir vorher bereits bekannt, allerdings begeisterte mich die Präsentation. Vor der Präsentation wollte ich das 950 haben. Nach der Präsentation wollte ich es sofort. Schade, dass die neuen Lumias erst im Dezember nach Deutschland, ein genaues Datum wurde bisher nicht genannt. Wann sie nach Europa kommen, ebenso nicht. Schätzungsweise werde ich es mir wohl zum Nikolaus oder Weihnachten selbst schenken. Denn durch die Entwicklung von Windows 10 Mobile kann sich nochmal alles verzögern *Klopft auf Holz*

Das Lumia 950 bekommt man übrigens bereits für 599€, den großen Bruder für 699€. Wem das zu teuer ist, der kann auch zum Lumia 550 greifen (ein recht guter Einsteiger), der für 139€ kommt. Wobei ich persönlich da eher das Lumia 640 (Zum Test) empfehlen würde. Achja, wem das Polycarbonat nicht zusagt, der findet auch direkt zum Start andere Rückseiten aus Metall und Leder.

Continuum

Auch gezeigt wurde nochmal Continuum. Kurz zur Erläuterung: Continuum ist der Name einer Technik, mit der man das Smartphone an einen Monitor und Maus & Tastatur anschließt, um es dann als Rechner zu nutzen. Dank der Universal Apps kein Problem, denn die Office-Apps die ihr am Smartphone auf Windows 10 nutzt, sind dieselben, die ihr auch am Rechner nutzt. Sie skalieren frei auf die jeweiligen Displaygrößen. Und das demonstrierte man bei Microsoft erstmal so, dass es auch mich begeisterte. Vorher fand ich es bestenfalls nett. Für mich selbst ist es nicht mächtig genug, schließlich kann kein Smartphone Visual Studio laufen lassen (bisher), aber für den Privatanwender, der keinen Rechner Zuhause braucht, ist das ideal. Ebenso als Business-Smartphone für diejenigen, die eh »nur« Office und Co benötigen.

Auch nett, man kann durch die vorgestellte Continuum Box, welche mal eben 3 vollwertige USB 3.0 Ports mitbringt, auch USB-Sticks ans Smartphone anschließen. Wie an einen Rechner. Ganz einfach. Weil es eben Windows ist. Damit werden Windows 10 Mobile Geräte die mit Abstand produktivsten Smartphones, auf diesem Planeten (jetzt fang ich auch schon an)

Dünner, leichter, mächtiger – Surface Pro 4

Natürlich kommt auch ein Nachfolger vom Surface Pro 3. Das beliebteste Surface Pro bisher wird übrigens laut Microsoft von 98% aller Nutzer empfohlen. Kann ich so bestätigen, ich habe auf Arbeit die schwächste Version des Surface Pro 3 und es macht echt Spaß damit zu arbeiten. 30 Prozent schneller als das Surface Pro 3 soll der Nachfolger sein. 0,6mm dünner, fast 50g leichter. Dennoch besser. Achja, das Display ist auch größer geworden von 12 Zoll auf 12,3 Zoll – Das Gerät ist allerdings gleich groß, der Rand wurde dünner. Dünner, bzw. kleiner wurden auch die Pixel. 2736×1824 ist die neue Auflösung, vorher waren es 2160×1440 Pixel – 267 ppi statt 216 ppi.

Der Stift lässt sich magnetisch befestigen, wie beim Surface Pro 2. Er hat jetzt 1.024 Druckstufen und es gibt ihn in 5 Farben. Die Akkuleistung soll besser sein, bis zu 16 GB RAM und 1 TB SSD-Speicher kann man sich rein klatschen. Die Docking-Station wurde kleiner und kann jetzt hinter dem Surface verschwinden, denn man muss das Gerät nicht mehr rein stecken, sondern nur noch ein Kabel anschließen. Das Typecover ist stabiler, leichter und besser. Die Tasten hochwertiger, das Touchpad größer. Das Surface Pro 4 ist ausnahmslos in allen belangen besser als das Surface Pro 3. Es gibt tatsächlich keine Abstriche. So entwickelt man einen Nachfolger.

Die große Überraschung – Das Surface Book

»Das Tablet, welches deinen Laptop ersetzt«, das ist der Slogan seit dem Surface Pro 3. Beim 4er wird das fortgeführt. Und dennoch baut Microsoft noch ein Notebook. Das Surface Book ist laut Microsoft der schnellste Laptop der je gebaut wurde. Mit dem besten Display, besten Touchpad, mit der besten Tastatur. Alles ist das beste, was derzeit zu finden ist. Wow. Also laut Microsoft. Wie sich das Notebook schlägt, welches mit 1.500$ nicht gerade günstig ist, wird man sehen.

Die Strategie mit zwei Geräten ergibt übrigens Sinn. Vergleicht das Surface Pro 4 mit dem MacBook Air und das Surface Book mit dem MacBook Pro, macht Microsoft auch und so ergibt die Strategie Sinn. Das Surface Pro 4 ist das Tablet, das deinen Laptop ersetzt. Sollte das aber nicht reichen, hat Microsoft noch das Surface Book. Das ersetzt vielleicht deinen Rechner. Achja, das Surface Book ist nicht nur ein Notebook. Es ist zeitgleich auch ein Convertible. Man kann das Display abnehmen, anders herum dran packen oder das Notebook zum Tablet machen. Das ist dann sogar noch leichter und dünner als das Surface Pro 4. Meine Twitter-Timeline ist ab dem Punkt des Livestreams total ausgerastet und im Publikum gab es Standing Ovations.

Schlusswort

Ich fand das Event auf jeden Fall sehr beeindruckend. Es hat Spaß gemacht es zu schauen und Microsoft hat es tatsächlich geschafft uns zu überraschen. Mal sehen was die nächsten Monate bringen und wie sich das 950 schlägt. Bei den Gerät plane ich auf jeden Fall einen größeren Test, der über das hinaus geht, was ich bisher hier so fabriziert habe, mal sehen wie gut ich das hinbekomme. Wer das Event verpasst hat, kann es sich natürlich direkt bei Microsoft ansehen. Die Aufzeichnung in voller Länge ist dort seit gestern verfügbar.

Wer keine Zeit für den kompletten Livestream hat, es gibt auch eine 9-Minütige Zusammenfassung:

6 Kommentare

  1. Ein ausgezeichneter Bericht von dir. Ich bin fasziniert wozu Microsoft fähig ist!
    Wollte eigentlich mehr schreiben, bin aber sprachlos geworden – über so viel großartige Technik.
    Einfach beeindruckend!

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